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Der Israelit · 1899-05-31 · Heft 43 (31.5.1899) · p. Seite 822

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 43 (31.5.1899)
Date
1899-05-31
Page
Seite 822 (sequence 12)
Language
German
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822 Aufenthalt der Juden zu erleichtern. Man schreibt von Melitopol (Krimski Westnik): Infolge des letzten ministeriellen Erlaßes über den Vortheil der Umgestaltung der bevölkerten Dörfer im Marktflecken — was den Aufenthalt der Juden erlauben würde, — sind mehrere große Dörfer dem Wunsche der Ministers zuvorgekommen in der Absicht ihren Handel zu bessern. Das war der Fall des Dorfes Katfchkarovka, des Distrikts Kherson gegenüber der großen Lejoetikha auf dem andern Ufer des Dnjeper. Dank dieser Initiative haben die benachbarten Dörfer des Gouvernements Kcimm, das sehr bevölkert und industriell thätig ist, sich entschlossen, auch selber Schritte zu thun. Allein die für diese Umgestaltung am meisten interefsirt sind, sind die Dörfer, die auf dem rechten Ufer des Dnjeper liegen, welche im Großen den Getreidehandel betreiben, große Häfen besitzen. Im Augenblick des Verkaufs des Getreides kommen hier die Vertreter der großen Getreideexporthäuser an; sie setzen den Preis des Getreides fest gemäß den Schwankungen des itfafy' malen Marktes. Ihre Thätigkeit ist von großem Nutzen für die Ackerbauern, denen sie die Gelegenheit bieten, das Getreide nicht ntehr Zwischenhändlern zu verkaufen, sondern den großen Häusern, die die höchsten Preise bezahlen. Da die Mehrzahl, wenn nicht alle, dieser Vertreter Juden sind, die nach dem Gesetz vom 3. Mai 18..I2 nicht das Recht haben, sich in Dörfern fcstzusetzen, so gelingt es ihnen nur mit Mühe, die Zeit des Getreideverkaufs hier zubringen zu dürfen, denn die Lokalpolizei, aufgehetzt von Angebern, bewacht jeden Juden, der neu ankommt. Die persönlichen Schritte einiger Judeu bei der Regierung von Tauris um die Ermächtigung zu erhallen, die Zeit des Verkaufs dort zubringen zu dürfen, sind fast immer günstig ausgenommen worden. Jetzt, sagt der Kcimsky Westnik, sind die Bewohner der andern Dörfer nach dem Beispiel ihrer Nachbaren von Katfchkarovka daran, ähnliche Beschlüsse zu fassen. Petersburg, 21. Mai. (Senatsentscheidung.) Seit dem Jahre 1835 besteht in Rußland ein Gesetz, nach dem eine Synagoge mindestens 200 Meter von einer Kirche entfernt sein muß. In Buck, Gouvernement Kiew, sind drei Synagogen näher als erlaubt an Kirchen und sollten deshalb auf Befehl der Ortsbehörden geschlossen werden, obgleich die Synagogen vor dem Jahre 1835 und früher als die betreffenden Kirchen gebaut worden waren. Die jüdische Gemeinde hat die Angelegenheit vor zwei Jahren vor den Senat gebracht, ist aber mit ihrer Beschwerde abgewiesen worden, weil sie den Nachweis nicht führen konnte, daß die Synagogen älter waren als das Gesetz. Die jüdische Gemeinde wendete sich darauf an den Zaren, und auf kaiserlichen Befehl mußte der Senat die Angelegenheit von Neuem prüfen. Dieser berief die ältesten christlichen Einwohner der Stadt zu Zeugen, darunter einen Mann von neunzig Jahren, der unter seinem Eide aussagte, er habe schon als junger Bursche die Synagogen gekannt. Die Zeugenschaft der „ältesten Leute" wurde vom Senat als ausreichend erachtet und das weitere Bestehen der drei Synagogen gestattet. WermischteL. < Memel, 29. Mai. Xk „Schlei, Ztg." schreibt: Im Ministerium sollen Erörterungen darüber im Gange sein, ob nicht die grundsätzliche Abwehr ausländischer Juden von den östlichen Lanöeötheilen auf Zuzügler polnischer, mährischer und tschechischer „Abstammung" beschränkt werden kann. Man scheint demnach eine „Milderung" der betressenden Vorschriften für angezeigt zu halten. Letzte Nachrichten. Bojanowo, 28. Mai. In Anwesenheit der Behörden fand hier die feierliche Grundsteinlegung der A l t e rv e r s 0 r g u ng s a n st a l t statt, welche Rentier Moritz R 0 h r testamentarisch neben anderen großen Schenkungen gestiftet hat. Der streng-religiöse Stifter wollte damit auch der Synagogengemeinde Bojanowo für ewige Zeiten das Minjan erhalten. Der Bau wird einige hunderttausend Mark kosten. Nach einleitendem Gesänge sprach der hiesige Stadtrabbiner Dr. Theodor und der mit dem Stifter verwandte Rabbiner Dr. Blurnenthal aus Ratibor. Dem TestamentScuratorium gehören neben dem Bruder des Stifters, Rittergutsbesitzers Isidor Rohr auf Langgnhle, vor allem Mitglieder des Vorstandes der Posener Synagogengemeinde an. Zuriickgesetzte Sommerstoffe IO Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirten Preise, «egen vorgerückter Saison. Inste? auf Verlangen franco. Mcdebilder gratis. (1 Met. siilitl. Mestor-Zc j>liir z. Kid. f Mk. 1.50 li Araba-Sonimerstoff ,, „ „ 1.80 6 „ Niava-Sommerstoll' ,, 2 1» 6 ,, ,, Dollar-Carreaux „ ,, „ 2.70 ^U88erorlientliobe Gelegenheitskäufe in modernsten Kleideru. Blousenstoffe zu extra reüazirten Preisen vere. i. einz, Metern, bei Aufträgen von 20 Mk. an franco. Oettinjcer n. 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