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Der Israelit · 1899-05-25 · Heft 41 (25.5.1899) · p. Seite 782

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 41 (25.5.1899)
Date
1899-05-25
Page
Seite 782 (sequence 20)
Language
German
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782 tativer und quantitativer Art zu verabreichen sei, sie ist eine Mutter ihren leidenden Kindern. Dem religiösen Geiste, welchen die Ehrwürdigkeit der Frankfurter jüdischen Gemeinde hierher verpflanzte, subordinirt man sich gerne und so mancher hier Anwesende, welcher den Gott seiner Väter schon lange nicht beim wahren Namen anrief, erinnert sich desselben und freut sich, an ihn wieder erinnert worden zu sein. Es war ein herrliches Schowuausfest, wie ich solches seit meiner Kinderzeit an väterlichem Tische nicht mehr gesehen. Man hatte sich wiedergefunden, in der Synagoge und beim Mahle. Am zweiten Tage hielt Herr Rabbi D. Zaller aus Warschau bei der Mahlzeit eine belehrende Erklärung des Festes, welche durch deren moralische und sittliche, sowie religiöse Tendenz nachhaltigen Eindruck machte und ungetheilten Beifall fand. Unter den anwesenden talmudisch gelehrten Herren seien noch Herr Dr. Mandelkern aus Leipzig, der bekannte Verfasser der „Bibel Concordence" und mehrere Religionslehrer erwähnt. Man findet hier ein einig' Volk von Brüdern und Schwestern, wenn auch alle nicht erleuchtet vom Geiste Israels, so doch durchdrungen von dem wunderthätigen Wirken des Gottes Israels. Zum Schluffe meines Aufsatzes will ich nvch der Förderer der Anstalt lobend gedenken. Es ist dies im Allgemeinen der gesammte Vorstand, welcher in uneigennützigster Weise für das Gedeihen dieser heilbringenden Stätte eintritt. Namentlich sind cs aber die Herren Mich. Moses Mainz und Dan. Aug. Worms aus Frankfurt a. M., welche durch ihr emsiges und unermüdliches Dazuthun dieser Anstalt zu diesen Erfolgen verhalfen. Einigemale wöchentlich kommen diese Herren, um dem Gedeihen des menschenfreundlichen Werkes durch eingehende persönliche Fürsorge fördernd zur Seite zu stehen. Mögen die Segnungen der Heilungsuchenden und Derjenigen, die sie bereits fanden, in einem Ruf erschallen, dessen Echo dorthin dringen möge, wo ihn empfindende Mitmenschen vernehmen sollen, auf daß sie zum Heile und Gedeihen dieser Stätte ihr eifrigstes Mitwirken derselben zu Theil werden lassen. Moritz Steinhardt. Oester r--Ungar. Monarchie. Nachod. (Entschädigungsprozeß der Stadt Nachod.) In der am 4. Mai abgehaltenen Gemeinderathssitzung gelangte die Frage der Entschädigung der bei den Excessen vom 5. April l. I. Geplünderten zur Verhandlung. Der Bürgermeister Dr. Dvorak verlas das von Dr. Ludwig Bendiener namens der in Mitleidenschaft gezogenen Geschäftsleute an die Gemeinde gerichtete Ansuchen, in welchem der Stadt unter Hinweis auf die vielbesprochenen Vorfälle für den den Steuerträgern erwachsenen Schaden in der Höhe von ungefähr 100.000 fl. die Ersatzpflicht zugeschrieben wird. Der Bürgermeister suchte nachzuweisen, daß er für die Excesse nicht verantwortlich gemacht werden könne und betonte, daß dieselben auch gegen ihn gerichtet gewesen seien. Stadtrath Josef Cizek schreibt die Schuld an den Ausschreitungen und an der Ausdehnung der Excesse der Gendarmerie zu, der die Polizei untergeordnet gewesen sei. Ausschußmitglied Schur konftatirte, daß bei den größeren Ansammlungen um halb sieben Uhr Abends und als die Plünderungen im Zuge waren, kein Wachmann am Platze gewesen sei. Dr. Bauer empfahl einen Ausgleich anzubahnen, da ein Prozeß von langer Dauer sich sonst enlspinnen würde, dessen Ausgang überdies sehr zweifelhaft sei. Während seiner Ausführungen hörte man antisemitische Ausrufe auf der Gallerte, u. a. „Jaget die Juden aus der Stadt!" Fabrikant Barton jun. griff die deutsche Presse an und erging sich in antisemitischen Aeußerungen. Schließlich wurde das Ansuchen der Geschädigten um Schadenersatz mit 2l gegen 2 Stimmen der anwesenden jüdischen Gemcinderäthe (Dr. Bauer und Gustav Schur) abgelehnt. Dr. Heller, Advocat in Königgrätz, wurde sodann zum Vertreter der Stadt in dem nun beginnenden Prozesse mit den Geschädigten bestellt. Bereits am 17. Mai finden die Zeugeneinvernahme in diesem Streite bei dem hiesigen k. k. Bezirksgerichte statt. Eingesandt. Sehr geehrter Herr Redacteur! Sie brachten in Nr. 29 dss. gesch. Bl., in Anlehnung an Paraschat yviSE, einen hübschen Leitartikel über ,.Dic üble 'Nachrede", mit einer geistreichen Erklärung des Psalmverses K?nn tP’NH 'ü durch Nabbi Samuel Wals Schreiber Es dürfte nicht uninteressant fein, zu erfahren, daß der Gründer der jetzt blühendenisr. Präparandenfchule Höchberg (Bauern), Nabbi TNiyDN 17>’TN, genannten Vers auf einer eigenen Tafel in seinem „Lernzimmer" angebracht batte uns auch gar manchen darauf hinwies. Dein Psalmvers folgten die Mahnworte: Man bittet jeden Hereintretenden sich zu enthalten, von anderenzu reden, weder Gutes noch Böses. Diese Tafel befindet sich noch heute daselbst. A. M. in Dbch. Geehrter Herr Redakteur! In meiner Besprechung (Nr. ZI S. 96) findet sich ein Druckfehler, llin dessen Berichtigung ich bitten muß. Die Berfasserin der von mir empfohlenen Iugendschrift nennt sich auf dem Titelblatt nicht Wertheimer, sondern Werthauer, und ebenso lautet der Name auf dem von der Verlagsbuchhandlung versandten Prospect. Zu den Ausstellungen des Herrn L. bemerke ich, daß in der That auf dem Bilde die Kopfbedeckung des Vaters nicht erkennbar ist, daß es aber von der Verfasserin nicht beabsichtigt sein kann, daß kein Wort in dem Buche zu der Annahme berechtigt, daß der Hausherr den Seder entblößten Hauptes abhält. Die Schilderung des Sederabends ist

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