Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 41 (25.5.1899)
- Date
- 1899-05-25
- Page
- Seite 768 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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delPomeranz, Tarnopol, DawidTieger, Lemberg, Dr. CH. Brody, Rabbiner, Nachsd, Pinkas Horowitz, Rabbiner, Böhorodczany, Dr. S. R. Landau, Wien, Dr. H. Gabel, Lemberg, A. H. Z up n i t, Drohobycz, Efroim Sternhell, Rohatyn, Sam. Schorr, Lemberg, Emil Broch, Tarnow, M. Afchkenazy, Zbaraz, H. Engelberg, Tarnobrzeg, Dr. I. Günzig, Rabbiner, Biala, Dawid Fast, Tarnow, Dr. A. Ader, Secretär, Tarnow, Ed. Schwager, Tarnow, Jonas Kreppet, Redacteur, Krakau, S. Melzer, Rohatyn, Hirsch Nagelberg, Chodorow, Michael Schapira, Tarnow, L. Taubes, Kolomea, L. Landau, Gorlice. Auch wir sind gerne bereit. Gaben anzunehmen und weiterzubefördern. Red. d. Jsr. Rußland. Petersburg, 18. Mai. Nach einer Korrespondenz des neuen, seit dem 10. Mai hier erscheinenden Tageblattes „Rofsija" über die antisemitischen Unruhen in Nikolajew sind von 100,000 Bewohnern der Stadt 30,000 Juden. Die Unruhenstifter und Plünderer, deren Zahl etwa 5000 betrug, waren ihrer Mehrzahl nach Maurer, Erdarbeiter und Straßenpflasterer, die meistens vor kurzem aus dem Gouvernement Orel dorthin gekommen waren. In mehreren Hundert Häusern, deren Eigenthümer Juden sind, wurden die Läden und Fenster durch Steinwürfe schwer verletzt, einer durch einen Schuß getödtet. Auf dem jüdischen Friedhofe wurden viele Gräber zerstört. Gegen 400 Ruhestörer wurden verhaftet. — Rach weiteren Berichten der „Daily News" au» Nikolajew sind während der Unruhen 15 Juden, einschließlich zwei Frauen, getödtet worden. Das erste Opfer der wüthenden Menge war die Frau eines Tabakhändlers, die zu Tode gesteinigt wurde, worauf die Menge den Laden plünderte. Die Juden leisteten keinen Widerstand. Die Kosaken sollen in zahlreichen Fällen an der Plünderung der Läden theilgenommen haben. Sechs bis sieben Soldaten des Praga Regiments und fünf Kosaken sind getödtet worden. Vier Kosakenleichen werden vermißt und man vermuthet, daß die Mörder sie heimlich beerdigt haben. Die Zahl der Verwundeten auf beiden Seiten muß nach Hunderten zählen, aber den Aerzten ist verboten worden, Einzelheiten mitzutheilen. Der britische Vizekonsul in Nikolajew, Herr A. W. Woodhouse ist beinahe von den Kosaken überritten worden. Rur dem Umstande, daß ein Offizier ihn erkannte, hat er seine Rettung zu verdanken. Odessa. Der „Daily News" wird gemeldet, daß sich unter den Personen, die sich in Nikolajew wegen Theilnahme an der Judenhetze verhaftet worden sind, auch ein halbe- Dutzend Studenten befinden, die man als die Urheber der entsetzlichen Ausschreitungen ansehe. Doch bedürfe die Ansicht noch der Bestätigung. Das Militär verhinderte den Zuzug von Bauern aus den umliegenden Dörfern. Aus den Dörfern sind alle Juden geflüchtet und deren Läden sind geplündert worden. Am vorigen Donnerstag ist es wieder zu Zusammenstößen in verschiedenen Theilen der Stadt gekommen. Ein Augenzeuge der Ereignisse vom 5$. Mai schreibt: „Eine Abtheilung des Praga-Jnfanterie-Regiments griff mit einer halben Sotnie Kosaken mit gezogenen Schwertern eine heulende Menge von Bauern und Arbeitern an, wurde aber von den Ruhestörern, die mit Knütteln und schweren Steinen bewaffnet waren, zurückgeschlagen. Die Soldaten wurden später in die Flucht geschlagen. Viele der Kosaken wurde aus dem Sattel gerissen und arg geprügelt. Zwei derselben wurden zu Tod gesteinigt. Die Volksmenge wurde dann von einer großen Truppenmacht auseinandergetrieben und zahlreiche Verhaftungen (fast 1500) wurden vorgenommen. Die öffentlichen Badehäuser und verschiedene Regierungsgebäude sind in zeitweilige Gefängnisse umgewandelt worden, da die städtischen Gefängnisse überfüllt sind. Am Mittwoch waren die Straßen noch dicht besät mit den Trümmern der Möbel und anderen Gegenständen der ausgeplünderten Judenhäuser. Die Plünderer unterlassen es nie, die Federbetten aufzuschneiden und den Inhalt derselben herumzustreuen. Alle von Juden bewohnten Stadttheile und viele der russischen Distrikte machen den Eindruck, als wenn eine allgemeine Plünderung stattgefunden hätte." Die meisten Juden aus Nikolajew sind nach Odessa geflüchtet. Am Samstag war die Ordnung mehr oder weniger wieder hergestellt und überall war Militär vertheilt. Ueber die Zahl der Getödteten und Verletzten dürfen keine Mtttheilungeu veröffentlicht werden. Türkei. 8 Smyrna. Nach dem vor einigen Wochen erfolgten Tod unseres Chacham Baschi, Rabbi Abraham Palazzi, der uns im Alter von90 Jahren verließ, wurde dessen um drei Jahre älterer Bruder mit der Leitung des Rabbinats betraut. Die Neuwahl eines Chacham-Baschi fand nach dem Peßachfeste statt und wurde bei derselben der Sohn des Verstorbenen, Rabbi Salomon Palazzi zum Chacham-Baschi ausgerufen. Von demselben kann man wirklich sagen: main ktd *na der Sohn geräth seinem Vater nach, da er gleichfalls ein nirrni mvn fr« und mit einem großen Rednertalente ausgestattet ist. Die jüdische Gemeinde von Smyrna, welche die größte Kleinasiens ist und an deren Spitze stets owi« und Dirn «»ru Männer von großem Rufe standen,