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Der Israelit · 1899-05-18 · Heft 39-40 (18.5.1899) · p. Seite 741

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 39-40 (18.5.1899)
Date
1899-05-18
Page
Seite 741 (sequence 11)
Language
German
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741 provisorisch in Miethsräumen, in gesunder, ruhiger Gegend unweit des Westens von Berlin untergebracht werden soll, zu gewähren. Falls, wie zu erhoffen ist, die Ziele des Vereins die Unterstützung und Förderung immer weiterer Kreise finden, ist eine Vergrößerung des Heims, sowie die Begründung von Erholungsstätten für diejenigen Lehrerinnen und Erzieherinnen in Aussicht genommen, die durch körperlcheS Leiden geschwächt sind und sich genöthigt sehen, ihre Thätigleit eine Zeitlang zu unterbrechen, oder die in der Ferienzeit der Erfrischung und Kräftigung bedürfen. Bei der beschränkten Zahl von Lehrerinnen, die zunächst im Heim Aufnahme finden können und der zu erwartenden großen Zahl von Anmeldungen, liegt es im Interesse der Belhetligten, sich baldmöglichst über die Aufnahmebedingungen in das Heim beim Vereinsvorstand, an deffen Spitze Herr Rektor Dr. Adler in Berlin (Oranienburgerstraße 29) steht, zu insornüren; ebenso wird es in erster Reihe Sache der betheiligten Lehrerinnen und Erzieherinnen sein, nach Kräften für ihr Heim in ihren Kreisen zu wirken und die Bestrebungen des Vereinsvorstandes durch treue Mitarbeit zu fördern. Frankfurt a. M., 17. Mai. In der jüngsten Nr. des „Israeliterklärt Herr H. Herr mann aus Burgkundstadt, daß es ihm „unerfindlich" sei, „wieso" die „Freie Vereinigung" der hiesigen Firma A. I. Hofmann allein das „Monopol" für -ec p^en übergeben hat, und er glaubt hierin eine „Geschäftsschädigung" vieler der Empfehlung der „Fr. V." würdiger eccie zu erkennen. Dem gegenüber sehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß es mir ebenso „unerfindlich" ist, wieso der genannte Herr auf diese Entdeckung kommen konnte. Hätte er unfern Aufruf mit etwas größerer Aufmerksamkeit gelesen, so wäre ihm sicherlich nicht entgangen, daß die „Fr. V." — weit entfernt die braven, vertrauenswürdigen E-ec in ihrer ew zu schädigen, nichts anderes beabsichtigt, als „durch diese Veranstaltung zur Förderung der vorschriftsmäßigen Ausübung dieser rraas nicht unwesentlich beizutragen." Wenn die „Fr. V." als Minimalpreis der unter ihrer Aufsicht herzustellenden pten auf M. 6.— festgesetzt hat, so geschah dies nur mit Rücksicht auf die braven, vertrauenswürdigen eceie. Durch die durch unsere Vereinigung tes getroffene Veranstaltung, soll ja zunächst dem Publikum die Thatsache nahe gelegt werden, daß p^en, die den Anforderungen des jüdischen Religionsgesetzes entsprechen sollen, unter dem erwähnten Verkaufspreise überhaupt nicht hergestellt werden können. Ich kann übrigens Herrn Herrmann zu seiner Beruhigung die Versicherung geben, daß unsere Vereinigung seiner Zeit viele in Bezug auf Vertrauenswürdigkeit in Betracht kommende dccie zur Mitwirkung aufgefordert hatte und zu unsrer freudigen Genugthuung, haben sich in der That bereits mehrere, allerdings „parteiische" ecc'd gefunden, die, in richtiger Würdigung der hohen Wichtigkeit unsrer Bestrebungen, ihre Kraft in den Dienst der „Fr. V." stellten. Jeder gewissenhafte Jehudi, dem die besonders in den letzten Jahren durch den Thesillinhandel zu Tage getretenen tiefbetrübenden E'^eca nicht entgangen sind, wird in unsrer Veranstaltung nur ein wirksames Mittel zur Beseitigung jener traurigen Mißstände erkennen und es als seine heiligste Aufgabe betrachten, sie nach Kränen zu unterstützen. Ein Mitglied des geschäftsführenden Ausschuffes der „Freien Vereinigung." Schweinfurt, 3. Siwan. Heute Nachmittag, kurz vor p nrur, erfüllten wir die traurige Pflicht, einem früh dahingegangenen Freund das letzte Geleite zu geben. Herr Simon Stern, der zuletzt 11 Jahre in Gochsheim als Religionslehrer, Schochet und Kantor gewirkt hat, nachdem er bereits mehrere Jahre diese Funktionen in Eberbach, Bcz.-Rabbinat Mosbach, ausgeübt hatte, ist seinem qualvollen, tückischen Leiden, das ihm seit mehr als einem Jahrzehnt ein furchtbares Martyrium auferlegt hatte, im 33. Lebensjahr erlegen. Bereits seit dem Monat Oktober des Vorjahres hatte er sein Amt in Gochsheim aufgegeben, da ihm die furchtbaren Schmerzen der Krankheit und die immer mehr überhand nehmende Schwäche nicht mehr gestatteten, zu seiner Befriedigung seine Pflichten zu erfüllen. Ungern sah ihn die Gemeinde scheiden! Denn Lehrer Simon Stern war ein Muster als Mensch und Jehudi, deffen schlichtes, aufrichtiges und bescheidenes Wesen jedem Achtung abrang und Liebe einflößte. Er war ein Vorbild an Pflichttreue und ein wirklicher Pädagoge; er verstand es bei seiner Sachkenntniß, seinem unermüdlichen Eifer und seiner Liebe zu jedem einzelnen Kind, auch den Schwachen Kenntniffe zu vermitteln. Die schon seit Jahren an Schmerzen überreiche Krankheit, ließ ihn doch nicht um Haaresbreite von dem Weg der st r e n g st e n Pflichterfüllung abweichen, wiewohl seine Stelle, mit der noch eine Filiale verbunden ist, nicht geringe Anforderungen an ihn stellte. Simon Stern war aber vor allem eine Zierde seines Standes; seine ideale Auffaffung des Lehrerberufes, die Selbstlosigkeit, mit der er ihm oblag, verdienen Bewunderung. In der That haben ihn auch seine Kollegen zum Beweis ihrer Hochachtung in die erweiterte Vorstandschaft des isr. bayerischen Lehrervcreins während der letzten Jahre gewählt. Wer mit den Verhältnissen der Israeliten auf dem Lande, zumal in unserer Gegend, vertraut ist, der weiß, welchen Einfluß ein tüchtiger, gesinnungstreuer Lehrer zu üben vermag, welchen Verlust darum

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