Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 39-40 (18.5.1899)
- Date
- 1899-05-18
- Page
- Seite 742 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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742 der Tod einesolchen darstellt; mit Fug und Recht dürfen wir ausrufen: pnsnPB jnam bv bzn. Diese Empfindungen beherrschten denn auch alle Theilnehmer der Beerdigung auf dem Friedhof in Euerbach, wo sich alle die Kollegen, denen es trotz der Sabbatnähe zu erscheinen möglich war, eine Deputation der Gemeinde Gochsheim und Distrikts-Rabbiner Dr. Stein aus Schweinfurt, außer den übrigen zahlreichen Freunden und Bekannten und Leidtragenden eingefunden hatten. Rabbiner Dr. Stein konnte nur seinem Bedauern Ausdruck verleihen, daß die Sabbat- und Festesnähe es ihm nicht gestatte, dem Verblichenen, dem er nicht nur als Vorgesetzter, sondern auch als wahrer Freund gegenübergestanden hatte, den verdienten, ehrenvollen Nachruf zu widmen, n-aaun > Vermischtes. < Mainz, 17. Mai. Am Montag, den 22. Mai, Vormittags 10*', Uhr, findet in Frankfurt a. M. „Am Thiergarten" 52 (Realschule der isr. Religionsgesellschast) die Generalversammlung des „Unabhängigen Vereins isr. Lehrer im Großherzogthum Hessen" statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes; 2. Rechnungsablage.- 3. die Vorbildung des iSr. Lehrers zum Kantordienste und seine Fortbildung in diesem Fache." Res.: Herr Lebermann—Darmstadt. Corres.: Herr Rabbiner Dr. Hirschfeld—Gießen; 4. ev. Anträge; 5. Festsetzung der Themata für die nächste Generalversammlung, resp. Provinzialkonferenz; 6. Mittheilnngen. Die außerordentlichen Mitglieder sind zur Versammlung auch eingeladen. J. K. Mainz, 17. Mai Da es in jüngster Zeit mehrfach vorgekommen sein soll, daß Unbefug/e an für nach außerhalb bestimmtes Geflügel die Schechita ausgeübt haben, so machen wir namentlich die jüd. Hotels und Restaurants der umliegenden Badeorte darauf aufmerlsam, daß das Rabbinat der israel. R ligionsgefellfchaft dah er nur für solches Geflügel die Verantwortlichkeit in Bezug auf Kaschrus übernimmt, daden Koscherzettel des Herrn Josef Friedland, Schächter dahier, trägt. Der Wortlaut des Eertificats kann auf Verlangen milgetheilt werden. Bafe, 8. Mai. Gestern hielt hier in unserem Schomre Thoraverein Herr Rabbiner Bonsy von Hagenau einen Vortrag „über jüdische Vereine, wie sie sein sollen". Der Vortrag legte Zeugniß ab von der erstaunlichen Belesenheit und dem seltenen Wissen des Vortragenoen, der viele dunkle Stellen in Midrasch u. Talmud geistreich erklärte u. die Zuhörer 1*,, Stunden lang in gespanntester Aufmerksamkeit fesselte. Wir rufen dem verehrten Redner herzlich 2"" zu. Letzte Nachrichten. Frankfurt a. M.. 17. Mai. (Ueberfall in der Synagoge.) Gestern kam es in der neuen Gemeindesynagoge am Börneplatz, in welcher gerade das jüdische Pfingstfest gefeiert ward, während de» starkbesuchten AbendgottesviensteS zu aufregenden Scenen, von denen glücklicherweise nur ein Theil der Anoächrigen Kenntniß erhielt. Auf der Frauengallerie tauchten plötzlich drei Männer auf, die man, da ste ziemlich anständig gekleidet waren, für Shnagogenbesucher hielt. Da ste jedoch keine Miene machten, die nur den Frauen zugängliche Gallerte zu verlassen, begab sich der Kastellan Philipp Fischer zu den Fremden, um sie zum Verlassen ihrer Plätze aufzufordern; in diesem Moment erhielt er von einem der drei von hinten mit einem Schlagring oder mit einem schweren Stein einen heftigen Schlag auf den Hinterkopf, der trotz des Cylinderhutes eine tiefe klaffende Wunde verursachte. Auf den entstandenen Tumult hin eilte nun auch der Portier Karl Frech zu Hilfe, der aber mit einem so derben Schlag auf die linke Kopfseite mittelst eines schweren Instrumentes empfangen wurde, daß er zurücktaumelte. DaS alles geschah in einem Zeitraum von wenigen Sekunden, so daß es den drei Räubern gelang, die Treppe hinunterzuspringen und das Freie zu erreichen. Weit kamen sie jedoch auf ihrer Flucht nicht, das Publikum auf der Straße, von dem nacheilenden Kastellan aufmerksam gemacht, setzte ihnen nach und es gelang, zwei der Unholde an der Allerheiligenstraße einzuholen und solange festzuhalten, bis Polizei kam, welche dieselben zuerst nach dem Revier in der Johannitterstraße und dann nach dem Untersuchungsgefängnis abführten. Die zwei Attentäter setzten ihrer Verhaftung natürlich den größten Widerstand entgegen. Bei der Untersuchung gab der eine an, Lüdecke zu heißen und in der Schnurgaffe zu wohnen, Recherchen stclUen aber fest, daß dort niemand dieses Namens polizeilich gemeldet ist. Der andere gab zu, uicht gemeldet zu sein, da er erst zwei Tage in Frankfurt weile. Der dritte Complize, welchem die Flucht gelang, soll Georg Voß heißen. Bei dem einen Festgenommenen und zwar demselben, welcher den Kastellan Fischer verwundete, fand man einen großen Marmorstein, ein abgeschlagenes Stück von einer Marmorplatte. bei dem anderen fünf größere Steine. Die Polizei vermuthet, und das dürfte auch zutreffen, daß die drei Gauner die Absicht hatten, von oben herab die Steine auf die im Parterre sitzenden Gottesdienstbesucher zu schleudern, eine Panik hervorzurufen und dann das entstandene Durcheinander zu Diebstählen und zu Beraubungen zu benutzen. Heute Vormittag fand man in dem inneren Rondell am Eingang in den Tempel zwei Bruchstücke von Marmor steinen, die, wie die Untersuchung ergab, genau zu dem beschlagnahmten Marmarstück passen. Von den beiden überfallen«» Bediensteten ist der 72jährige Portier Frech am schlimsten weggckommen, er hat schwere Verletzungen an der linken Kopfseite und lieg! jetzt schwerkrank darnieder. Der Kastellan kann bereits wieder feinen Dienst versehen. _„Frankst. G.-Anz." Briefkasten der Redaktion. A. 290: Wenden Sie sich dieserhalb au Herrn Dir. Dr. M. Hirsch in Frankfurt a. M. €T. in S.: Uralt. Briefkasten der Expedition. Fr. M v. G. in 2l,: Sie wollen sich gefl. an Herrn Alfred Geiger, Frankfurt a. M., Töngesgasse 40, wenden. N. S. in S.: Ja. 8. St. in G.: Betrag von Mk. 10. dankend empfangen. R N. in Cassel: Wir bitten um Angabe des Zwecke- Ihrer Geldsendung von M. IO.—. Wegen Naummangel matzte die Fortsetzung »Sprüche der Bäter" znrückgestellt werden. 13BP“ Unserer heutigen Postauflage liegt ein Prospect des Herrn A. I. Hof mann, Buchhandlung, Frankfurt a. M., werthvolle literarische Erzeugnisse betreffend, bei, auf den wir besonders aufmerksam machen. Den verehrlichen Abonnenten, die unser Blatt durch Streifband erhalten, wird der Prospect mit einer der nächsten Montagsnummern zugestellt werden.