Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 39-40 (18.5.1899)
- Date
- 1899-05-18
- Page
- Seite 740 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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.. > >> " > ||»|» |W'I I T »Iiji WWWWWWWWWWNWWW 740 und dasjenige, was dem Juden am theuersten sein muß, die naex, den heiligen Glauben der Väter, außer Acht lassen. Sie ahnen es nicht, wir sehr sie ihre Kinder damit ihrer wahren Bestimmung und sich selbst entfremden. Ihre Kinder sind dann nicht mehr b*», Söhne, die weiterbauen das Haus der Ellern und hegen und pflegen, was diesen heilig war, die sind dann nur noch die natürlichen Kinder, die den Eltern ihr Dasein verdanken, ohne daß sie auch ihre geistigen Kinder, die Träger und Fortpflanzer ihrer Ideen wären. * Als Noomi arm und unglücklich in die Heimath zurückkehrte, da gerieth die ganze Stadt in Bewegung und man spricht nan „ist das Noomi?" Sie aber spricht zu ihnen: „Nennt mich nicht Noomi, nennt mich Mara, denn sehr Bitteres hat mir der Allmächtige zugefügt. Reich zog ich von dannen und arm hat mich Gott zurückgeführt. Warum wollt ihr mich Noomi nennen, da der Ewige gegen mich gezeugt und der Allmächtige mir Leid gesandt hat?" Auffallend ist hierbei die Wiederholung: „nennt mich nicht Noomi und warum wollt ihr mich Noomi nennen?" Allein Noomi ist nicht ein Namen ohne Bedeutung, Noomi heißt die Edle, Gute. In dem Ruf: „ist das Noomi?" liegt der Gedanke, den wir an andrer Stelle mit den Worten ausgedrückt finden: .-712L' m mw n „ist das die Thora und das ihr Lohn?" Warum, so fragten die Bewohner von Betlehem beim Anblick der Noomi, ist der hochherzigen Frau dieses herbe Leid widerfahren, das sie sicherlich nicht verdient hat? Darum spricht Noomi eindringlich : nennt mich nicht Noomi, die durch ihre Thaten Ausgezeichnete, denn ich habe diesen Namen nicht verdient, nx^a :x. Da ich reich und glücklich war, da ging ich, auf meine Reichthümer vertrauend, fort aus dem Lande der Väter zu einem fremden, feindlichen Volke, und darum hat mich Gott leer, arm und elend, zurückgeführt. Warum wollt Ihr mich Noomi nennen, da der Gott der Güte gegen mich gezeugt, und dadurch, daß er mich so schwer heimgesucht, offenbart hat, daß ich diesen Namen nicht verdiene? * * * Als wir am Feste der Offenbarung, voll freudigen Stolzes an das kostbare Kleinod dachten, das der allmächtige Gott an diesem Tage uns gegeben, konnten wir da nicht im Hinblick auf das Judenthum unserer Tage ausrufen ’bjh nun, sind das die Söhne des Volkes, welches einst am Sinai seinen: Gott den Eid der Treue geschworen, die Nachkomnlen derjenigen, die in Noth und Gefahr treu festhielten am Glauben der Väter? Ach, wie voll und reich an treuen Bekennern war ehedem das Judenthum und wie leer sieht es heute aus inmitten Israels, wie fühlt sich der glaubenseifrige Jehudi vereinsamt und verlassen, wenn er sieht, daß so viele Söhne seines Volkes vor den Götzen der Zeit das Knie beugen, allen Eitelkeiten der Welt dienen und das Höchste und Heiligste, unsere Thora, gering schätzen? Doch gerade der Gedanke an die soeben gefeierte :jrrrri ,*nc: ,‘et, an dem Tage, da Gott uns seine Thora gegeben, soll uns hoffnungsvoll aufrichten. Wenn die Thora Menschenwerk wäre, dann könnte sie vergehen, dann wäre sie längst vergangen; weil aber die Thora das ewig lebendige Wort Gottes ist, wird sie den Sieg gewinnen über die mächtige, materialistische Strömung unserer Zeit, es werden zurückkehren die irregeleiteten Söhne Israels zu dem einzigen Quell des Heiles aip' m-n, „denn das Wort Gottes besteht ewig." Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 17. Mai. Von der Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung der Herren S. Lehrberger und Co. Rödelheim bei Frankfurt a. M. werden wir gebeten, darauf aufmerksam zu machen, daß der in dem genannten Verlage erschienene Pentateuch mit deutscher Übersetzung von Dr. Wohlgemuth und Bleichrode nebst den Haftoroth, deutsch übersetzt, deren Besprechung wir in Nr. 32 unseres Blattes gebracht haben, 3 Mark gebunden kostet. Der damalig angegebene Preis beruhte auf einem Jrrthum. Berlin, 14. Mai. (Israelitisches Lehrerinnenheim.) Die traurige Lage der jüdischen Lehrerinnen, die sich bekanntlich zum größten Theil in Privatstellungen befinden, hat in jüngster Zeit Vertreter des Berufskreises im Verein mit warmfühlenden Glaubensgenossen zu Maßnahmen vereinigt, die zunächst der mangelnden Alterversorgung der jüdischen Lehrerinnen abhelfen sollen. Der Beschluß, einJsra elitischesLehrerinnenheim zu begründen, in dem jüdische Lehrerinnen nach treuem Wirken eine Statte wohlverdienter Ruhe finden, bat in e rf reulich er Weise die Sympathien weiter Kreise innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft wachgerufen; dank dieser herzlichen, thatkräftigen Theilnahme stehen dem Vereine, der sich zu diesem Zwecke gebildet hat, bereits die Mittel zur Verfügung, vom 1. October d. Jahres ab, vorläufig 5—6 Lehrerinnen Aufenthalt und Unterhalt in dem vom Verein einzurichtenden Heim, das