Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 39-40 (18.5.1899)
- Date
- 1899-05-18
- Page
- Seite 736 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2448989--48274-2498679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Pinsk 1× ep/1045440
OCR text
736 Kitzingen, der das Leben diesenun in Gott ruhenden p^y eingehend beleuchtete. Möge der Heimgegangene in den Himmels Höhen den Lohn seiner^hinieden alregestreitte.i Saat finden. .T'ZKjn W. Hau« Münde« 16. Mai. Dieser Tage feierten dahier Herr Mannes K a tz und Frau das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Verwandte und Freunde eilten herbei, um das greise Paar zu beglückwünschen und mit Gaben zu erfreuen. Herr Lehrer Wcrtheim überreichte ein Gnaden geschenk von Sr. Maj. dem Kaiser, und eines von Sr. Kgl. Hoheit dem Herzoge v. Kumberland, ferner ein werthvolles Präsent der hies. Gemeinde. Auch von Hassel, Göttingen, HildeSheim langten namhafte Geschenke an. Selbst die Schuljugend batte sich an der Feier betheiligl und die Mädchen in weißen Kleidern überreichten zwei goldene Tassen unv Blumen. — Herr Katz ist 86 Jahre alt und der älteste Bürger MündenSr^eine 78jährige Gattin erfreut sich noch einer guten Gesundheit und Rüstigkeit- Möge es ihnen vergönnt sein, auch noch die diamantne Hochzeit gesund und froh zu feiern. MlNtzeilMse« aus Dtn W. ArweMreinrn Md sör Diefetben. (Gümmlliche jüd. Wanverbettelvereine und Kaffe« für Durchreisende find gebeten, uns Mittheitnngen über Erfahrungen, die ste auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit mache«, zukommen zu taffen.) Rodalbett, 12. Mai. In letzter Zeit bereift ein Schwindler vorzugsweise die Gegenden am Rhein. Derselbe gibt sich als pn aus und zieht unter dem Namen Moses Hofmann, Weil re. umher. Er gibt an, seine Frau wäre leidend, ein Knabe wäre ihm in der Eisenbahn gestorben. Nach seiner verschiedenenorls anderslautender Aussage, will er in Biebesheim, Illingen engagiert sein. Da schon die verschiedenen Angaben von Namen und Orten auffallend sind, und ohnehin einer meiner Kollegen auf Erkundigung eine in demselben Sinn lautende Mittheilung erhielt, wird vor diesem Schwindler gewarnt. D. Rosen Wald, Lehrer. An alle Armenkaffen-Eultusvorstände! Mar Grünbaum aus Csanftoztowa, 17 Jahre alt, ist seit einiger Zeit ohne Mittel flüchtig. Die bestürzten Ellern bitten, daß man ihnen Nachricht gebe. — Er war Fabrikarbeiter (Mechaniker) und entfloh dem Elternhause, um in Deutschland weitere Ausbildung zu genießen. Da er sich als armer Junge an die Unterstützungskaffen wenden wird, werden alle Herren gebeten, wenn sie etwa einem solchen begegnen, die Sache an Sr. Ehrw. Herrn Dc. Cohn, Rabb., Basel, mitzutheilen. Ein Scheffel Felmann aus Schereschewo, Bez. Pruzany, Gouv. Grodno (Rußland), hat seit vier Jahren seine Frau verlaffen. Derselbe ist 42 Jahre alt, hat schwarze Haare und röthlichen Bart und ist von kränklichem Aussehen, epileptisch^. Im vorigen Sommer wurde er in Gailingen, wo er rm; verkaufte, angetroffen; seitdem ist jede Spur von ihm verloren. Ich bitte dringend meine Glaubensgenoffen im gegebenen Falle den Felmann zur Rückkehr in seine Heimath zu ve anlassen, oder wenigstens mir dessen Adresse mittheilen zlt wollen. Pruzany (Gouv. Grodna) Rußland. Rabbiner B. Kontorstzyk, Fürth, 12. Mai. Ein Individiuum mit röthlichem Kopfhaar, Anflug von röthlichem Schnurrbart, besucht Kaffen und speziell Private einmal unter dem Namen Hirsch Kahan, Lehrer aus Pinsk, ein anderes Mal unter dem N'amcn David Zellmick, Handelsmann aus Krakau. Dieser Mann hat in Ellingen eine Gesängnißstrafe von fünf Monaten wegen Betrug verbüßt und ist aus dem deutschen Reiche ausgewiesen. Er ist ea. 40 Jahre alt. Unter drei verschiedenen Namen, einmal unter Bernhard Kretz aus Budapest, ein zweites Mal unter dem Namen Ephraim Kretz aus Lemberg und ein drittes Mal unter Ferdinand Kretz aus L mberg, treibt sich ein Schwindler herum, um unter der Vorspiegelung, er wolle nach Frankfurt in Arbeit reisen, Unterstützungen zu erlangen. Derselbe ist schlanker Statur und in den zwanziger Jahren. Israelit. W a n d e r - U n t e r st ü tz u n g s v e r e i n , Fürth: Mar Hirschmann, Kassier. Fürth, 12. Mai. Erlauben Sie uns betreffs der angeblich gestohlenen Legitimationspapiere der Frau Tallermann folgende Mitteilung: Am 12. April dss. Jahres war die betreffende Frau Klara Tallermann aus Lodz zwischen ein und zwei Uhr an unserer Gasse, zugleich mit dem aus Domaschoff gebürtigen Meier Fischoff, seiner Ehefrau und dessen zwei Kindern, ihre Unterstützungen in Empfang nehmend. Frau Tallermann machte die Angabe, daß sie von ihrer Heimath ans mit einem Schwager von ihr gereist sei. In Stuttgart hätte dann ihr Schwager unter Mitnahme ihrer Legitimationspapiere und in Begleitung einer anderen Frauensperson sie sitzen gelaffen. Daß sie Fischoff des Diebstahls ihrer Papiere beschuldigt, davon erwähnte sie nichts. Da sie nun anderwärts verschiedene Angaben machte, sind ihre Aussagen wenig glaubhaft. Israelit. Wander-Unterftützungsverein, Fürth: Mar Hirschmann, Kassier.