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Der Israelit · 1899-05-12 · Heft 37-38 (12.5.1899) · p. Seite 717

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 37-38 (12.5.1899)
Date
1899-05-12
Page
Seite 717 (sequence 19)
Language
German
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717 die Ruth, als er von ihrem opferwilligen Uebertritt ins Judenthum erfahren. ■jg”x rra inx -piDn ns rrtw? i2»x b: 'b un ~i:n ran* ab itrx dj? bx *d^y “jmSio pxi ~cx: -pax ’jdwjt ’pSx "1 dvd riD^tr *]ni*3B’o rir -jf>ye 'i abw DitPtp bon .vejd nnn mon^ rxa nrx ^>X1L" „Nun ist mir kund geworden, alles, was du gethan hast an deines Mannes Mutter nach deines Gatten Tod, wie du verlassen Haft deinen Vater und deine Mutter und dein Heimathland und gingst zu einem Volk, das du nicht kanntest gestern uud ehegestern! Möge der Ewige dein Wirken vergelten und dein Lohn vollkommen sein vom Ewigen, dem Gotte Israels, unter dessen Fittichen du dich bergen wolltest."- Aber nicht nur gegen die Bekehrten, auch gegen die Völker, die sich nicht der Thora zuwenden, ist Israel von Liebe erfüllt. Mitten in grausamer römischer Verfolgungszeit war es ein jüdischer Rabbi, der zu dem Psalmwort b'dib^> 'n nrcn „Sei gnädig Ewiger, den Guten," die wahrhaft hochgesinnte Bemerkung machte: x^x idx; e^xiirS ew1' d’did*? „Sei gnädig den Guten, singt der Psalmist nicht nur den Priestern, Leviten und Israeliten!" Zur Zeit der blut- und thränenreichen Sefiraleiden vor ca. 800 Jahren, als die wilden Kreuzfahrer so verheerend unter den jüdischen Gemeinden am Rhein hausten, schrieb ein Mainzer Rabbi, der die mörderischen Greuel miterlebte, in einem volksthümlichen Religionsbuch, dessen Inhalt durch den Satz gekennzeichnet ist: Israel hat die heilige Pflicht, auch für die Völker zu beten, die es verfolgen, ganz im Sinne jenes Schriftwortes -pan nnxi nen 'hbp' Mögen sie fluchen, du aber segne! Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Berlin. Anknüpfend an die in voriger Nummer Ihres geschätzten Blattes enthaltene Auseinandersetzung, betreffend das Kaddischsagen ist es wohl nicht überflüssig, eine darauf bezügliche Anordnung des px:n “rx xDpv “t zu erwähnen. Ursprünglich war es auch hier feststehender Brauch, daß das Kaddisch nur von Einzelnen gesprochen wurde, und um die Ansprüche der d*sm zu regeln, waren schon vor Jahrhunderten die A genauesten Bestimmungen entworfen worden, die einen Unterschied zwischen Jahrzeit Nj-Dv» |*d, b^b* p, b-ir D ', andererseits auch zwischen Dtwi und mix machten und in dem bripn aiüjip eingetragen sind. Im Jahre 1830 aber, als die Cholera hier wüthete und Ymys zahlreiche Opfer forderte, waren der d^>dx so viele, daß es nicht mehr möglich war, die in Betreff des Kaddisch geltenden Normen und Prioritätsansprüche zu beobachten, pxan y'x xD’pv n bestimmte daher, daß für die Zeit eines Jahres diese smp yn suspendirt werden und die c'bix das Kaddisch gemeinschaftlich sprechen sollten. Nach dieser Zeit sollten die ovn wieder in Kraft treten, also das Kaddisch von Einzelnen gesprochen werden. Nur hinsichtlch das emp rrten nach mrrtr gestattete er eine Ausnahme; dieses sollte gemeinschaftlich gesprochen werden und zwar au» dem Grunde, den er in dem a-itwip, der diese rupn enthält, anführt, yjoj *or-: w p'x xato* x1? rav i"vi . r.ivD o^iy1? Dip' N2i n'N' nai ,Di'D 'x DVL mp noi^o Bom Rhein. (Unsere „jungen Leute.)" Als ich vor einigen Wochen in Ihrer gesch. Zeitung einen Artikel mit obiger Überschrift las, da hatte ich bereits die Absicht, demselben die Anschauung eines im praktischen Leben stehenden GeschäftsmanneS gegenüberzustellen. Doch glaubte ich vom Standpunkt eines liberalen Kritikers in Anerkennung der gewiß nicht zu leugnenden vielfachen Mißstände, die der Herr Verfasser des Artikels beleuchtet und in Anbetracht der redlichen Absicht, dieselben zu beseitigen — es unterlassen zu müssen, auf verschiedene Punkte, ^welchen ich und zweifellos mit mir Viele nicht beistimmen, zu reagieren. Allein die in gewisser Hinsicht ganz einseitige Darstellung des Hrn. Verfassers, welcher sich ganz auf die Seite des Arbeitnehmers stellt und das hierdurch nicht nlehr unparteiische Urtheil veranlassen mich, auf den Artikel zurückzukommen. Was zunächst den Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit betrifft, so ist derselbe ohne Zweifel ein Mittel, welches dazu dienen kann, dem Abfall in Bezug auf rar Heiligung ein Halt zu bieten. Ich sage „kann", denn noch ist der Verein zu kurz bestehend, als daß man über seine Erfolge jetzt schon urtheilen könnte. Lauterste Absicht und wahres Verständniß fürs Judenthum sind die Leitmotive zur Gründung gewesen, ob aber diese Institution ihre idealen Absichten realisiert sehen wird, ob nicht gerade jene Leute, die sehr wenig wahre Juden aber destomehr bequeme Menschen sind, von dieser Wohlthat mehr Nutzen haben, das ist eine Frage, die ich nicht zu beantworten wage. Dieses ist übrigens Sache deS Vereins; sich über die Religiösität jedes einzelnen Mitgliedes ganz genau zu informiren, ist dringende Nothwendigkeit. Wenn der Herr Verfasser meint, daß es sehr wenig Geschäfte gebe, die-12«? geschlossen hätten, aber auch dementsprechend wenig junge Leute, die darauf reflektieren, so muß ich bedauernd das

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