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Der Israelit · 1899-05-12 · Heft 37-38 (12.5.1899) · p. Seite 708

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 37-38 (12.5.1899)
Date
1899-05-12
Page
Seite 708 (sequence 10)
Language
German
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' *7;vf£ ~ 708 Gin Gegenstück zu der Akdomuthhymne ist inder jüd. Liturgie im Salomon Gabirol's nna zu finden. Wenn diese auch keinen Vergleich mit der für die Kol Nidrenacht verfaßten wundervollen Hymne Gabriol's aushält, welch Letztere im klassischen Hebräisch geschrieben und auch an Umfang das Akdomuth weit übertrifft, so bleibt die Akdomuthhymne doch ein kostbares Juwel jüdisch-aramäischer Dichtkunst. Welche Bedeutung der Akvomuthhymne in früherer Zeit beigemeffen wurde, dies beweist am Besten die obenerwähnte Stelle des mm mi» in am nx, nach welcher die Recititation vor der Vorlesung der mvv rma-tn angeordnet wurde. Daß sie zu den vornehmsten Gebetstücken am Schowuothfeste gehört und so zu sagen diesem schönen Feste das eigentliche Gepräge aufgedrückt, ist schon daraus erkenntlich, daß die traditionelle Melodie des Akcwmuth auch bei der heiligsten Benediction der rnna nana dem „Duchenen" in den meisten Gemeinden benützt wird. Bei allen unseren Feiertagen können wir eine ähnliche Beobachtung machen. Die vornehmste, heiligste Handlung am Peßachfeste ist das Vortragen der m:n beim nns, und da sehen wir, daß die schöne Melodie des bn n:a Liedes auch beim Duchenen am naa benützt wird. Die vornehmste, heiligste Handlung beim Gottesdienste in der Synagoge am rnaa-Feste sind die aw:, das Lulowschütteln beim bbn-Gebete und auch da sehen wir, daß in den meisten Gemeinden der traditionelle Nigun des inn und xjk beim bbr>, auch beim Duchenen am maia benützt wird. So kommen wir denn zum Schluffe, daß, da die heiligste Handlung an der maie mm das Duchenen ist, immer die dem Festtage sein eigentliches Gepräge gebende Melodie beim Duchenen benützt wurde. So ist es, glauben wir, auch bei der Akdomuthhymne am nvvam.Feste, da auch diese dem Feste seine eigentlich Weihe gibt. So möge denn auch der in den Schlußworten des Akmrnuth ausgesprochene Wunsch einst allen gläubigen Juden in Erfüllung gehen! rum pnn p pmap xrmp an nam pnyair na pxat xnmn xS'ya parnn m pavn «nman „0 möchtet auch ihr einst ausgenommen werden in der heiligen Gemeinschaft. Ihr werdet selig sitzen dort in den ersten Reihen, wenn ihr den Worten gehorchet, die majestätisch seinem Munde entflossen." Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. S.B. Gießen. Seit Ende vorigen Semesters besteht hier eine jüd, Studentenverbindung, Zionah, deren Hauptaufgabe neben Pflege der Geselligkeit unter ihren Mitgliedern die Hebung und Förderung der jüdischen Litteratur bildet. Dieselbe erfreut sich der Sympathieen zahlreicher Mitglieder sowohl der israel. Religionsgemeinde als auch der israel. ReligionsgesUlschaft dahier. Der Rabbiner der letzteren, Herr Großh. Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, hielt am Sonntag den 30. v. Mts. auf Ansuchen der Verbindung in deren Lokal, Hohe Kaiserkrone, den ersten Vortrag in diesem Semester und hatte als Thema „Humor in Bibel und Talmud" gewählt. Er führte in einstündiger Rede aus, wie reichhaltig unsere heil. Schriften an humoristischen Episoden sind und gab dafür theils in freier, theils in gebundener Rede eine Menge Beispiele. Dem Vortrage des hier wie auswärts mit Recht als tüchtiger Redner geschätzten Herrn Rabbiners wurde reichlicher Beifall gezollt und sämmtliche Anwesende, die noch bis Mitternacht bei geselliger Unterhaltung vereint blieben, stimmten darin überein, einen ebenso belehrenden als angenehmen Abend verlebt zu haben. Burgpreppach, 5. Mai. Durch zufällige Beobachtung eines kleinen JrrthumS in Ihrem s. Z. dem „Israelit" beigelegten Wandkalender für daS Jahr 5659 (anstatt 4 Uhr 31 5/i* Min. steht nämlich 3 Uhr u. s. w. für p'a n^a) wurde ich zu einer Vergleichung der hierzulande allgemein verbreiteten Kalender veranlaßt und bemerkte in der von Dr. Loevy in Birkenfeld berechneten R ö d e l h e i m e r m1? einen groben Fehler, von dem ich Ihnen mit der Bitte um Veröffentlichung im „Israelit" hierdurch Kenntnis gebe. Vom Monat *hk an sind die nn^w kämmtlicher Monate bis zum Ende des Jahres um einen Tag zu spät angesetzt. Da die richtige Kenntnis der Zeit des nn>a bekanntlich nicht nur für den Anfang, sondern auch für das Ende der Zeit, während deren ruan trnp stattfinden soll, wichtig ist, durch obigen Rechenfehler aber sehr leicht jemand dazu verleitet werden könnte, die genannte ,msa nach Ablauf der dafür festgesetzten Zeit auszuführen, stelle ich im Folgenden für die noch nicht verflossenen Monate des laufenden Jahres die richtigen Zeitangaben zusammen, wie sie auch in Ihrem und in dem bei Kauffmann in Frankfurt erschienenen, von I. Sulzbach berechneten Kalender angegeben sind, p'a nb'ü: Mittwoch früh 4 Uhr 315/0 Min; nan ntoe: Donnerst. Nachm. 5 „ 15n/18 „; ax -6ia: Schabbos früh 5 „ 592/3 „; bibx nbia: Sonntag Abends 6 „ 4313/lg ,,; Wenn man bei dieser Gelgenheit sieht, wie die unvorsichtige und unzuverlässige Berechnung der Kalender zu Fehlern in der Ausübung von nraa führen kann, wird man die Berechtigung des von meinem Großvater R. Seligmann, Bär Bamberger oft ausgesprochenen Wunsches anerkennen, daß

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