Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 35 (4.5.1899)
- Date
- 1899-05-04
- Page
- Seite 677 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWWW 677 Gesetz vom 21. März 1899 betr. die Shua gogengemeindeverhältnisse in Frankfurt a« M. Mit Einleitung und Erläuterungen, herauSgegeben von Justizrath Dr. N. Hirsch, Rechtsanwalt in Frankfurt a. M. I. Kaufs mauu, Verlagsbuchhandlung. Die vorliegende Schrift trägt einem wirklich empfundenen Bedürfnis Rechnung, indem sie das neue Gesetz und seine praktische Anwendung zum Gegenstand ihrer Darstellung macht. Die überaus eigenartigen Verhältnisse der Frankfurter Synagogengemeinden, aus welchen sich die Nothwendigkeit dieses Gesetzes ergab, sind auch heute nach Erlaß dieses Gesetz noch complicirt genug, um die Erläuterungen eines so bewährten Führers freudig zu begrüßen, wie es der Verfasser dieser Schrift ist. Er führt uns Jahrhunderte zurück und macht uns mit den gesetzlichen Bestimmungen bekannt, die im Laufe der Zeit zu der allgemein gelheilten Annahme führten, die Frankfurter Israel. Gemeinde habe ein Recht auf die Besteuerung aller in Frankfurt wohnhafter Israeliten. Daß diese Annahme eine irrige war, wurde durch Urtheil des Oberverwaltungsgerichts in einem Prozesse festgestellt, den der Autor dieser Schrift für einen von der Irr. Gemeinde zwangsweise zur Besteuerung Herangezogencn, mit glänzendem Erfolg geführt hat. Mit seiner bekannten Selbstlosigkeit verschweigt der Verfaffer diesen Umstand zwar in seiner vorliegenden Schrift, um so mehr scheint es daher geboten, an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen. Denn das große Verdienst auf diesen verjährten Rechtsirrthum hingewiesen und die erste Anregung zu seiner Beseitigung gegeben zu haben, legitimirt den Verfasier, wie wohl kaum einen anderen, Sinn und Tragweite dieses neuen Gesetzes festzustellen. Mit der ihm eigenen Präcision und übersichtlichen Klarheit hat der Verfaffer diese Auf gäbe in einer Weise gelöst, daß seine Schrift auch dem juristisch ungeschulten Laien die nöthige Anweisung geben wird, sich in den neugeregelten Verhältnissen zurecht zu finden. — Es sind da in den ersten drei Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes verschiedene Formalitäten zu erfüllen, deren Unterlassen für die Betreffenden unliebsame Folgen haben könnte. — Es bedarf daher gewiß nur dieses Hinweises auf die Schrift und den klangvollen Namen ihres Verfaffer», um ihr sicher allseitig die verdiente Beachtung zu sichern. _ „A zstdo valluH a modern Korban,“ — („Die jüdische Religion in der modernen Zeit") unter diesem Titel wird von Clios Friedmann, Religionslehrer in Huszt, Ungarn, nächstens in ungarischer Sprache ein Buch erscheinen. Verfaffer ersucht seine Freunde, Bekannten und diejenigen Literaturfreunde, die ungarisch lesen und ihn bei der Herausgabe dieses Buches unterstützen wollen, auf das Buch zu pränumeriren. PränumerationSpreis fl. 1.— Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 25. April. Herr Bernhard Traubenberg schreibt der „Allg. Z. d. I.": Nach einer Meldung in einer der letzten Nummern dieses Battes hat sich in Siebenbürgen eine judaisirende Sekte, die „Adventisten des siebenten Tages", gebildet. Es dürfte weitere Kreise interessiren, daß diese Sekte auch in Berlin ihre Anhänger hat. Sie feiern den Sabbat, haben, irre ich nicht, eine eigene Kapelle und besitzen eine Bibelausgabc, die nähere Aufschlüffe über ihre Ziele und Hoffnungen giebt. An einem der vor zwei Jahren von Pastor Faber veranstalteten Bekehrungsabende trat ein Anhänger dieser Sekte gegen die Judenbekehrungsversuche mit vielem Eifer auf und erklärte alle Religionsformen als unvollkommene Vorstufen des JudenthumS. „Nicht alle Juden sollen Christen, sondern alle Christen müssen Juden werden", sagte er in seiner gegen den Pastor Faber gerichteten Erwiederung. Außer dem Redner waren noch zwei andere Herren dieser Richtung damals in der Versammlung anwesend. In der Privatunterhaltung hörte ich als Domizil Weißensee nennen, nur habe ich nicht recht verstanden, ob sich dort die Privatwohnung des Redners oder die Betstätte der Sekte befindet. Auch in anderen Städten, z. B. Köln, wohnen Anhänger der Sabbatfeier am 7. Tage der Woche. Es darf bei der Gelegenheit auf ein neulich erschienenes Inserat eines nichtjüdischen Kaufmanns hingewiesen werden, dessen Geschäft am Sonnabend streng geschloffen bleibt. Die „Adventisten des siebenten Tages" sind jedenfalls mit den Unitariern wesensverwandt und haben gleich diesen eine streng monotheistische Auffassung von Gott. Immerhin sind derartige Bestrebungen, die innerhalb eine» allerdings kaum nennenswerthen Bruchtheils im Christenthum entstanden sind, für den unparteiischen Beobachter von hohem Interesse. Mühlhausen i. E. Dem Bericht über das Rechnungsjahr 1898 der israelitischen Gewerbeschule des Ober-Elsaß in Mühlhausen entnehmen wir: Im verflossenen Jahre betrug die Anzahl der Schüler 42. Davon werden auSgebildet: 6 als Schneider, 5 als Tapezierer, 4 Buchbinder, 4 als Buchdrucker, 4 als Holzbildhauer, 3 als Blechschmied, 3 als Kirschner, 3 als Zeichner, 2 als Friseur, 2 als Sattler, 2 als