Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-05-04 · Heft 35 (4.5.1899) · p. Seite 661

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 35 (4.5.1899)
Date
1899-05-04
Page
Seite 661 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2448986--48188-2498572
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

661 ai’2ix ayos 12^1' '2112 ^UIL»' b mv w b nnst mira 1122 '11 '112tt6 13B>p1 b 1Ö1K1 'T 2’PN D1’15£ byi J?’J2K iwy03 “pj?ö '»»00 ,-fVlT Sui3 '1'-. D'l '*>33 -jrpi» “JObv anb it onn^ i',n fr' ’o »*i3i 'JE^ö iotr nav" *61 112' }6 ai'J3^ an1? 2L" pob D'ö'i bs '1TLV roub'i >n» irri'*? ♦ niiria D^oy 1'1'L-' ii«iö aipöi» na^o oSiy^ „O, daß ihr in meinen Gesetzen wandeltet! Das lehrt, Gott wünscht es sehnlichst, daß Israel sich um die Thora emsig bemühe. So heißt es in der Schrift (Psalm 81. 14.) „Möchte mein Volk doch auf mich hören, Israel in meinen Wegen wandeln, wie bald würde ich ihre Feinde demüthigen und gegen ihre Dränger meine Hand wenden." Es heißt ferner (Jesaja 48. 18): „Hättest Du meinen Geboten gehorcht, einem Strome gliche Dein Glück und Deine Pflichttreue den Wegen des Meeres; und es heißt endlich: (V. B. M., 5, 26.) Wer gäbe, daß diese ihre Gesinnung ihnen bliebe, mich zu fürchten und meine Gebote zu hüten alle Tage, damit es ihnen und ihren Kin dern auf ewig wohlergehe." Nach dieser Auffassung wird uns hier ein vierfaches gelehrt und jedes einzelne Moment wird durch Hinweise auf die verschiedenen Aussprüche der Schrift besonders betont. Wenn Gott den Wandel in seinen Gesetzen verlangt, so ist dies zunächst der sehnlichste Wunsch Gottes, daß wir uns die Mühe nicht verdrießen laffen, welche die Aneignung der Thora als erste Bedingung voraussetzt. Aber selbst diejenigen, welche nicht die geistige Energie besitzen, sich dem mühevollen Studium der Thora zu unterziehen, für diese wird zweitens das bloße Hin hören auf die Worte der Thora als Maßstab ihrer Anhänglichkeit an die Thora bezeichnet. Wer aber selbst kein Ohr für die Aussprüche der Thora hat, seine Hingebung aber durch Erfüllung ihrer Vorschriften, also durch Gehorsam gegen den in der Thora ausgesprochenen Gotteswillen bekundet, bewegt sich auch damit noch in dem auf die Gesetze Gottes gerichteten Wandel, wenn auch erst in dritter Abstufung. Entscheidend jedoch für die Werthschätzung, die uns für die Thora erfüllt, ist unsere Fürsorge für ihre Erhaltung unfern Kindern, daß mit uns die Thora nicht aufhöre, daß sie viertens weiter gelehrt wird, damit die segensreichen Folgen der Beschäftigung mit der Thora sich nicht auf uns beschränken, sondern auch unfern Kindern zu gute kommen. Wenn wir daher in wenigen Tagen unsere heiligen Thorarollen mit Blumen und Kränzen schmücken, so wollen wir an der Schwelle ihres Festes uns doch die Huldigung präsent halten, die sie selber von uns verlangt, welches Studium, welche Hingebung sie thatsächlich fordert und wie unsere Zeit dieser Forderung gerecht wird, hinsichtlich der Aneignung der Wahrheiten der Thora durch emsiges Selbststudium, oder wenigstens durch ein geneigtes allezeit willfähriges Ohr für ihre Aussprüche, welche Forderung sie an die praktische Erfüllung ihrer Vorschriften stellt, wie in den Jahrtausenden seit Offenbarung der Thora bis heut an unsere Gegenwart die früher» Geschlechter Veranstaltungen zu Erhaltung der Thora trafen und wie es in unseren Tagen damit bestellt ist. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenze«. Deutschland. -ä- München, den 1. Mai. (Studien- und Arbeitsbeförderungs-Verein für Israeliten in Bayern (anerk. Ver.) mit dem Sitze in München). Seitdem sich der Verein zum letzten Male an die Oeffentlichkeit wandte, erfuhr derselbe erfreuliche Zuwendungen, welche beweisen, daß die Art der Vertheilungen geeignet war, das Vertrauen der Gönner und Förderer des Vereins zu festigen. Das frühere, leider so früh verstorbene Ausschuß- Mitglied, Herr Ludwig Bergmann, hat zur Ehrung des Andenkens seines Vaters schon im Jahre 1688 den: Verein Mark 5200 zu dem Zwecke zugewendet, aus den Erträgnissen alljährlich zwei Stipendien für je einen Sludirenden der Theologie und einer anderen Berufsart zu vertheilen. Frau Rosa Bergmann, seine ihm im Tode nachgefolgte Wittwe, hat nun letzwillg diese Zuwendung um den Betrag von Mk. 10 000 erhöht mit der Auflage, aus den gesammten Erträgnissen dieser Mk. 15 200 alljährlich vier Stipendien zu vertheilen. Diese großherzige Zuwendung hat der Verein dankbar angenommen und durch dieselbe wird das Andenken der Stifter wohl bis in die fernste Zukunft in ehrenvollster Weise erhalten bleiben. Die von den Mitgliedern der israelitischen Cultus-Gemeinde München zu Ehren des verewigten früheren ersten Vorstandes, des Herrn Rabbiner Dr. Josef Perles, im Jahre 1895 begründete und landesherrlich genehmigte Perles-Stiftung dient mit der Hälfte ihrer Erträgnisse dazu, bayerische Staatsangehörige, welche durch hervorragende wissenschaftliche Leistungen sich bereits ausgezeichnet haben, und deren Studien abgeschlossen oder an den Abschluß angelangt sind, ausgiebig zu unterstützen. Diese Stiftung hilft einem dringenden Bedürfnisse ab, da gerade für solche Männer, welche sich nach Beendigung ihrer Studien noch nicht in erwerbender Stellung befunden haben, bisher vielfach Mittel zum.Unterhalte nicht.zu^ Verfügung geständen sind. Die Begründer der Stiftung haben dem Verwaltungs-Ausschüsse des StUdün- und Arbeitsbeförderungs-Vereines das Vertrauen erwiesen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.