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Der Israelit · 1899-05-01 · Heft 34 (1.5.1899) · p. Seite 653

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 34 (1.5.1899)
Date
1899-05-01
Page
Seite 653 (sequence 11)
Language
German
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653 steht, hat sich durch Geschenke wiederum vermehrt. Zahlreiche hebräische Werke spendeten die Herren Dr. Albert Ettlinger und S. Ballin hier, sowie durch Vermittlung des Herrn B. B. Cassel, Herr Sally Stiebe! in Eisenach. Eine weitere Bereicherung steht ihr dadurch in Aussicht, daß die Doublelten der Dr. Berliner'scheu Bibliothek, welche durch eine Anzahl hochherziger Glaubengenosien angekauft und der hiesigen Stadtbibliothek zum Geschenk gemacht worden ist, durch die Schenkgeber der Religionsschule zugewiesen werden. Wir drücken den genannten Spendern für die werthvollen Gaben unfern herzlichsten Dank aus. — Entliehen wurden 390 Bände, wovon 220 noch ausflehen. Neben der eigentlichen Büchersammlung sind wir im Begriff eine Schülerbibliothek zu errichten, aus welcher unsere Zöglinge an den öffentlichen Schulen Bücher entleihen können, die ihnen belehrende Unterhaltung aus dem Kreise der jüdischen Schriftthums bieten. Außer zahlreichen baaren Geschenken erhielten wir für die Weftendsynagoge ein rothsammtenes goldgesticktes Thoramäntelchen und einen Deuter aus Olivenholz von Frau Alfred Geiger. Herrn Isaak Sulzbach danken wir für seine fortgesetzte uneigennützige Thätigkeit als Thoravorleser in der Westendsynagoge. Da die Unterrichtsräume in der Westendschule sehr beschränkt sind und wir erfuhren, daß der Besitzer des an unsere Filiale anstoßenden Zwillingshauses, Unterlindau 21, dieses zu verkaufen wünschte, so trachteten wir danach, uns das Grundstück zu sichern. Unsere Bemühungen schlugen indeffen fehl, indem die Bewohnerin des Hauses ihr Vorkaufsrecht geltend machte. Jedoch werden die Unterrichtsräume auf die Dauer keinesfalls ausreichen. Wir sahen uns deshalb veranlaßt, zum Zwecke späterer Vergrößerung einen Baufond anzulegen. Mehrere derjenigen Gönner, die für den projektirten Ankauf Beiträge zugesagt hatten, haben dieselben nunmehr dem Baufond zuzuwenden versprochen. Wie aus dem Gabenverzeichniß ersichtlich, hat Herr Eduard Cohen bereits Mark 1000 und Herr M. A. Wolff Mark 300 für diesen Zweck gespendet. Diesen Wohlthätern, wie allen denen, welche uns durch Spenden unterstützt haben, drücken wir unsere Erkenntlichkeit aus und bitten, uns ihre Antheilnahme für unsere Bestrebungen zur religiösen Erziehung der Jugend bewahren zu wollen. In den Vorstand ist zu unserer Freude Herr Prof. Dr. Joseph Werner eingetreten. Wir haben genanntem Kollegen die Stellvertretung des Vorsitzenden übertragen und sind gewiß, in ihm einen eifrigen Mitarbeiter gefunden zu haben. Der Vorstand der israelitischen Religionsschule besteht aus den Herren: Rabbiner Dr. Horowitz, Vorsitzender, Prof. Dr. Joseph Werner, Stellvertreter, Alfred Geiger, Schriftführer und Kassier, Julius Carlehach, Vertreter der L. E. Reiß'schen Stiftung, Aaron Meyer, L. Mainz, Jakob S. Posen, Beisitzer. Oefterr.-Ungar. Monarchie. Pesth. (Rückkehr zur Religion.) Die „Pefther allg. jüd. Zeit" schreibt Folgendes: Anläßlich der Testaments-Veröffentlichung des vor Kurzem verstorbenen Alexander Wahrmann, wiesen wir darauf hin, daß dieser hervorragende Neologe an seinem Lebensabend für die Rückkehr zur Religion Propaganda machte. Dieses schöne Beispiel des weißen Raben unter den Neologen hat nun Nachahmung gefunden. Da» Ausschußmitglied der hiesigen Congreß-Gemeinde, der neunundsiebzigjährige Moriz L ö w y, machte uämlich eine Stiftung im Betrage von 400,000 Kronen, deren Zinsen alljährlich unter zehn Ober-Gymnasialschüler, die vor einer PrüfungS- Commifsion die meisten Kenntniffe in *pn und in der jüdischen Geschichte bekunden, vertheilt werden sollen. Diese Stiftung und das Testament Wahrm a n n's bedeuten indirekt eine Verurtheilung der Neologie, deren führende Männer nur für die profane Bildung schwärmen, während sie die jüdischen Kenntniffe als überflüssig, ja zum Theile sogar als schädlich betrachten. Lemberg. Eine der sympathischesten Persönlichkeiten des orthodoxen Judenthums in Galizien, eine der bedeutendsten Talmudgrößen der Jetztzeit, Rabbinats-Affeffor Ire Wolf Salat, ist uns durch einen plötzlichen Tod entriffen worden. Der Verewigte vereinigte durch einen Hellen, alles durchdringenden Verstand, mit immenser Gelehrsamkeit und einem seltenem Forscherfleiße, Eigenschaften, die ihn weit über unsere Gemeinde als Talmud Chacham erscheinen ließen. Nebst solchen Geistesoorzügen zierten ihn echter Seelenadel und tolerante Gesinnung. Die ihm gezollte Verehrung beschränkte sich jedoch keineswegs auf die orthodoxe Bevölkerung, auch unter der fortschrittlichen Judenheit erfreute sich der dahingegangene Gottesgelehrte großer Beliebtheit und wurde sein weiser Rath auch von dieser Seite in den heikelsten Fragen eingeholt. Seit Jahren hat hier kein ähnliches Lsichenbegängniß stattgefunden. Unzählige Tausende von Menschen folgten seiner Bahre. Sr. Ehrw. Rabbiner Jsak Schmelkes hielt die Trauerrede vor der vorstädtischen Synagoge. Brütttt (Wohlth ä t i gkeitsakt.) Die am 22. October v. I. in Brünn verstorbene Frau Johanna Rosenth al, Wittwe nach dem am 11. Febr. 1893 einem Mordattentate zum Opfer gefallenen Fabriksbesitzer Herrn Max Rosenthal, hat in ihren letztwilligen Verfügungen einen Betrag von

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