Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 34 (1.5.1899)
- Date
- 1899-05-01
- Page
- Seite 654 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2448985--48180-2498563- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
yw3ryr*vy-r^T' *■» 654 150,000 fl. zu Errichtung eines israelitischen Armenhauses gewidmet und überdies angeordnet, daß der nach Bestreitung aller Auslagen und namhafter Legate für ihre Verwandten erübrigende Betrag des Nachlaßvermögens „für wohlthätige Zwecke" verwendet werde. Die bezüglich der Auslegung der letzterwähnten, strittigen Anordnung und bezüglich drr Festsetzung de» für diese Zwecke verfügbaren Capitals zwischen den gesetzlichen Erben einerseits und der k. k. mährischschlesischen Finanz-Procuratur durch eine volle Woche geführten Verhandlungen sind nunmehr zum Abschlüsse gelangt. Auf Grund derselben wurde seiten» d§r k. k. mährisch-schlesischen Finanz-Procuratur im Einverständnisse mit den gesetzlichen Erben und nach eingeholter ministerieller Genehmigung — abgesehen von dem zur Errichtung de» Armenhauses gewidmeten Betrage von 150.000 fl. — der Betrag von 5000 fl. zur Erfüllung der oben erwähnten erblasserischen Anordnung mehreren Wohlthätigkeitsvereinen, beziehungsweise wohlthätigen Institutionen zugewendet. Rußland.? Petersburg. Der „Regierungsbote" publicirte die Ergebnisse des RekrutirungSgeschäfts im Jahre 1898. Es stellten sich im Ganzen 953,195 Rekruten im Alterlvon 21 Jahren, darunter 51,410 Juden d. h. 5,4 pCt. Davon wurden genommen 267,988*^id^tiuben gleich 29,72 pCt., dagegen 16,595 Juden gleich 32,28 pCt. der zur Stellung gelangten Personen dieses Glaubens. Dazu kamen noch 312 Juden au» Transkaukasien und den Militärdistrikten von Ter und Kuban. Die Juden stellen also prozentuell eine viel größere Ziffer Soldaten, als die Nichtjuden und trotzdem sind die Behörden unzufrieden und behaupten, daß^8244 in den Listen stehen, die sich nicht gemeldet haben. Es ist immer wieder die alte Klage, die aus der mangelhaften Liftenführung herkdmmen. Ein jüdischer Arzt Grünkrug erhielt nach vieljähriger Thätigkeit den Wladismirorden, mit dem der Adel verbunden ist, allein die Adelskammer von Smolenks, verweigerte die Eintragung Dr. GrünkrugSlin die Liste. Der Senat aber ordnete als höchste Instanz dennoch die Eintragung ein. — Ein seltener Beispiel von Toleranz gaben die Stadtbehörden von Moriupol, welche in dem dortigen GymnasiumIdreiMtipendien einrichtcten, die ohne Rücksicht auf Glauben oder Nationalität verliehen werden sollen. Der Distriktskommissar des Unterrichtewesen» verlangte eine Abänderung in dem Sinne, daß nur Griechisch-Orthodoxe den Genuß dieser Stipendien haben sollten, allein die Stadtverwaltung blieb bei ihrer Bestimmung, da ja Angehörige aller Eonsessionen durch ihre Steuern die Gelder für diese Stipendien liefern müßten. Griechenland. § Korfu. Wie griechischen Blättern aus Nicosin auf der Insel Cypern geschrieben wird, sind dort vor einigen Tagen auf einem englischen Dampfer fünfundsiebzig russische Juden von London kommend, eingetroffen, um sich daselbst dauernd anzusiedeln und sich dem Ackerbau und der Weinkullur zu widmen. Sie wurden von den englischen Behörden — die Insel Cypern gehört wohl zum türkischen Reiche, sie wird aber von England verwaltet — aufs Gastfreundlichste empfangen und nach der fruchtbaren Ebene von Margot gebracht, wo man ihnen Ländereien gegen einen bestimmten Pachtschilling anwies. Diese Ländereien gehörten einst dem Königshause von Lusignan, das früher auf der Insel Cypern geherrscht, dessen Nachkommrn aber jetzt von einer russischen Pension leben. Nun sind diese königlichen Felder und Weingärten in den Besitz russischer Juden übergegangen, die hoffentlich aus denselben großen Gewinn ziehen werden. Unter diesen sünfundsiebzig eingewanderten Juden gibt es einige, welche geläufig englisch sprechen. > Vermischtes. Petersburg Der russische Senat hat die Entscheidung getroffen, dag die Frauen von Juden, welche nach Sibirien deportirt sind, ihre Männer begleiten dürfen. Auch selbst dieses Recht war ihnen bestritten worden, und es bedurfte erst der Entscheidung des Senates, um diese Angelegenhesi günstig zu erledigen. Httvzbuvg PslVkhsriV Streng rituelles Etablissement I. Ranges. Mit Genehmigung Sr. Ehrwürden Herrn Landrabbiner Dr. Rüls, unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Auerbach— Halberstadt. In schönster Lage, ruhiges vornehmes Haus am Walde und der Promenade, 46 eleg. Lralons mit 36 Balcons, große Veranda, extra gute Berpfteguug Volle Pension incl. Zimmer von 6.50 M. an. Samstags Gottesdienst. ErSffuuug 1 Mai 2751] Hax Hecht. 6 Meter Metsor-Zephir zum Kleid fürll. 1,50 Pfj. -U- HagtOr auf Verlangen franco ins Harns. Modebilder gratis. 6 Met. solid. Araba-Sommerstoffz. Kid. f. M. 1,80 0 „ „ Orepe-Careaux ,, „ „ „ 2.40 6 „ Abadier-Sommerst. „ „ „ 2.70 6 „ „ extr. pr. Loden „ „ „ „ 3.S0 Neueste Eingang, f. d. Frühj.- u. Sommer-Saison. Modernst. Kleider- und Blousenstoffe in allergrösst. Ausw. vers. i. eins, Metern, bei Aufträge von 20 Mk. an franco. Oettlnger u. Co., Frankfurt a. M. Versandthaus. Mod. Herrenstoffe z. ganz. Anz. f. M. 3.60 Pfg. „ Cheviotstoffe „ „ „ „ „ 4.36 „