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Der Israelit · 1899-04-27 · Heft 33 (27.4.1899) · p. Seite 629

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 33 (27.4.1899)
Date
1899-04-27
Page
Seite 629 (sequence 11)
Language
German
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629 in eine solche Frage einzugreifeil, die von einigen Rabbinern selbst nicht als eine religiöse betrachtet wird. Der Antrag ivird demnächst zur zweiten Berathung gestellt werden. Schluß M/2 Uhr. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem Jahresbericht des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. M. (1898) entnehmen wir: Im Beginn des Berichtsjahres waren drei Schülerinnen in der Ausbildungbegriffen, zu diesen sind im Laufe des Jahres noch weitere vier hinzugetreten. In dem Kölner Asyl war es im abgelaufenen Jahre in Folge verschiedener Umstände nicht möglich gewesen, Schülerinnen unseres Vereins wie in den früheren Jahren auszubilden. Von den im laufenden Jahre ausgebildeten Schülerinnen wurden vier vom Vorstand in den Verband der Schwestern ausgenommen. Von den anderen Schülerinnen mußte eine vor Ablauf ihrer Lehrzeit, da sie sich trotz sorgfältiger vorausgegangener Untersuchung den Anforderungen nicht gewachsen zeigte, entlasten werden, während die beiden übrigen in ihrer Ausbildung gute Fortschritte machen. Bereits sind fünf weitere Schülerinnen, welche unseren Bestimmungen entsprechen, angenommen und werden im Lauf des nächsten Vereinsjahrs der Reihe nach je nach vorhandenem Platz ihre Lehrzeit bei uns beginnen. Außerdem erhielten wir noch 24 Anfragen über Aufnahme von Schülerinnen, von denen sich sechs definitiv anmeldeten, die aber nach eingehender Untersuchung der Verhältniffe aus verschiedenen Gründen zurückgewiesen werden mußten. In Bezug auf die Wirksamkeit der Schwestern in der Privatpflege können wir wie folgt berichten: Im Ganzen wurden von 11 Schwestern, von denen jedoch nur ein Theil während des ganzen Jahres in der Privatpflege beschäftigt war, 110 Pflegen geleistet, gegenüber 87 des vergangenen Jahres. Von diesen 9 (im vergangenen Jahre 6) außerhalb unserer Stadt. Von den hiesigen Pflegen waren 86 bezahlte Pflegen und 24 Armenpflegen — abgesehen von der besonders angeführten Thätigkeit unserer Armenpflegerin. Die Pflegen geschahen unter der Leitung von 48 verschiedenen Aerzten. Sämmtliche oben genannte Pflegen erforderten 2120 Pflegetage gegen 1976 des Vorjahres und 247 Nachtwachen. Im abgelausenen Geschäftsjahr wurden von unserer Armenschwester im,Ganzen 101 Kranken mit 3000 Einzelbesuchen gepflegt gegen 87 Kranke und 2688 Besuche des Vorjahres. Davon gehörten 40 — im Vorjahre 52 — der jüdischen und 61 — im Vorjahre 35 — der christlichen Confession an. Die Hülfeleistung der Armenschwester asststirte bei 7 Operationen und übernahm bei mehreren operativen Fällen den Verbandwechsel bis zur Heilung. Neben der Pflege der Kranken sorgte die Armenschwester soviel als möglich für Reinhaltung der Wohnung, Bereitung der Kost, Unterstützung durch Lebensmittel, Wäsche und Geld, soweit Mittel dafür vorhanden waren. Außerdem wurden häufig Bäder, Einwicklungen, Massagen und Anderes nach ärztlicher Vorschrift von der Armenschwester besorgt. Die Einnahmen aus freiwilligen Gaben zur Verfügung der Armenschwester, deren Verzeichniß am Schluffe dieses Berichts sich findet, beliefen sich auf M. 943,30 Pf., die Ausgaben auf M. 801,40 Pf. Hannover. In der jüngsten Generalversammlung des hiesigen israelitischen Dienstbotenvereinist der Entschluß zur Errichtung eineisraelitischen Mädchenheims allseitig sympathisch begrüßt worden. Das Mädchenheim soll eine Heimstätte für junge, der Schule entwachsenen Mädchen sein, die zur praktischen Ausbildung für Haus und Küche unter Leitung einer erfahrenen Dame und Mithilfe erprobter Lehrkräfte in allen Hausarbeiten unterrichtet werden sollen. Es wird hierdurch die Hebung der Sittlichkeit, des Fleißes und der Erwerbsfähigkeit unserer unbemittelten weiblichen Jugend angestrebt. Göttingen, 15. April. (Rabbiner Dr. Jacob.) Am 3. d. M. fand hiersebst eine außerordentlich zahlreich besuchte jüdische Gemeindeversammlung statt, um zu dem möglichen Fortgang unseres Rabbiners Dr. Jacob Stellung zu nehmen. Die ganze Gemeinde ohne Unterschied der religiösen Richtung und der gesellschaftlichen Stellung war bereits bei der ersten Nachricht von der Berufung unseres Rabbiners nach Berlin darüber einig, daß dieses für unsere Gemeinde, die ihm im Gottesdienst und Religionsunterricht, in Seelsorge und Vereinswesen fast Alles verdanke, ein großer Verlust sein würde, und daß Alles geschehen müffe, seine ebenso unermüdliche wie selbstlose Thätigkeit in unserer Gemeinde zu erhalten. Es wurde daher der einmüthige Beschluß gefaßt, Herrn Dr. Jacob den dringenden Wunsche der ganzen Gemeinde auszusprechen, daß er unsere Gemeinde nicht verlaffen möge. Als einen positiven Beweis ihrer Opferwilligkeit beschloß die Gemeindeversammlung, zugleich eine erhebliche Gehaltserhöhung. Herr Dr. Jakob hat einer Deputation gegenüber seinen Entschluß ausgesprochen, zunächst bei uns bleiben zu wollen, angesichts der zahlreichen Beweise der Liebe und des Vertrauens, sowie in der Hoffnung, auch in einem kleinen Kreise ersprießlich wirken zu können, und endlich bei der

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