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Der Israelit · 1899-04-27 · Heft 33 (27.4.1899) · p. Seite 623

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 33 (27.4.1899)
Date
1899-04-27
Page
Seite 623 (sequence 5)
Language
German
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628 die Presse befriedigt finden, so „drücken" wir uns, ja stumpf durch die Gewohnheit, rücksichtslos und ungerührt vorbei! Hier nicht! Mit diesem Jubelpaare feiern wir alle voll und tiefgerührten Herzens, wir alle, die es, — nein — die die Thaten Herrn und Frau Leopold Oster's noch viel mehr kennen; wir alle müssen uns ohne Rückhalt, sage ich, hier innig freuen, die wir von der Einzigkeit ihres Wirkens Kunde und mit Recht dann Ueberzeugung haben. Daedelste Reis jüdischer Menschenliebe, wahrhaftester Wohlthätigkeit könnte schwerlich irgendwo sonst willigere Wartung und zielbewußtere Pflege aufzuweisen haben als bei den Verwalterseheleuten am hiesigen jüdischen Krankenhospitale in der Garbrunner Straße. Hier finden wir demgemäß auch die Spezialität jüdischer Lebeart und jüdischer Lebensanschauung ihre herrlichsten Biäiier entfalten, hier so recht die unvergleichlichsten Früchte wahrer Humanität reifen, hier so ächt und doch so schlicht dabei alle Anforderungen des ältesten Humanitätsbegriffes unserer altjüdischen np-a, bis ins kleinste und noch weit darüber realisiert. Herzen entspringen sie eben, und dabei zwei großen Herzen, mit tiefjüdischer Gemüths- und Sinnesart. Doch: "!V0B2 D-!K ins» pBIK Z eitgenossen loben— weniger, nur unseren Herzen wollten wir gerne in knappen Worten Luft machen, um immer wieder nur weiter zu staunen und endlos uns weiter zu wundern über die unübersehbaren Liebessaaten des Leopold Oster'schen Ehepaares, wir selbst mit innigem Danke erfüllt zum Himmel für so viele Gut thaten — zu Herrn Leopold und Frau Nannette Oster." Lübeck, im April. (Zur Schachts rage.) Der hiesige Thierschutzverein hielt kürzlich seine Generalversammlung ab. Den Hauptinhalt der Tagesordnung bildete das Referat de- Herrn Hermberg über die Verhandlungen des Verbandstages der Thierschutzvereine, den zu beschicken der Verein leider infolge von Erkrankung der Delegirten verhindert war. Als besonders interessant gab Herr Hermberg einen Auszug der Debatten, die sich auf die gegen das jüdisch rituelle Schächten gerichteten Bestrebungen bezogen. Herr Rabbiner Dr. Carleb ach stellte den Antrag, daß seitens des Vereins gegen die diesbezügliche Resolution Stellung genommen werde, dieser Antrag soll demnächst im Verein zur Debatte und Abstimmung kommen. Die Hauptpunkte der Frage wurden schon in der Generalversammlung durch die beredten Ausführungen des Herrn Dr. Carlebach in ebenso sachverständiger wie höchst interessanter und instruktiver Weise beleuchtet. Herr Dr. Carlebach hob hervor, daß das jüd. Schächten durchaus auf humanen Prinzipien bafire, und daß eine große Anzahl wissenschaftlicher Autoritäten sich dafür ausgesprochen hätten. Der Halsschnitt werde hierbei von eigens dafür ausgebildeten und geprüften Cultusbeamten mit solcher Aecuratesse ausgeführt, daß das Thier sofort ausblute und fast gar keine Schmerzen erleite. Demgegenüber machten die Herren Dr. Wichmann und Stein geltend, daß die Bedenken der Thierschutzvereine sich vorzüglich gegen die dem eigentlichen Schächten vorhergehenden Manipulationen des Riederwerfens der Thiere richteten und daß ferner nach dem Kehlschnitt und der ersten Blutung häufig ein Verstopfen der Adern und ein Zurückströmen des Blutes in das Gehirn eintrete, das eine temporäre Neubelebung des Thieres zur Folge habe (?) und auch den Genußwerth des Fleisches beeinträchtigen könne Beide Herren sprachen sich für dar vorherige Betäuben des Thieres aus, das der jüdische Ritus verbietet, weil es das Thier verletzt; sie betonen übrigens beide, daß bei der ganzen Behandlung dieses Themas durch die Thierschutzvereine nach ihrer Ueberzeugung von antisemitischen Tendenzen, die Herr Dr. Carlebach vorausgesetzt hatte, nicht die Rede sein könne. Der Gegenstand wird in einerVorftandssitzung demnächst noch eingehender besprochen werden. O e ste rr.-U n g a r. Monarchie. Brünn. (Mährisch-jüdischer Landesmassen fand.) Vor einigen Wochen fand hier die diesjährige Generalversammlung der Delegirten zur Verwaltung dieses Fondes statt, wobei 4b mährische Gemeinden vertreten waren. Zum Vorsitzenden wurde der Obmann- Stellvertreter des Curatoriums Herr kais. Rath Mandl gewählt, der zunächst über die anläßlich des Kaiser-Jubiläums bei dem Herrn Statthalter gemachte Aufwartung der Delegirten berichtete, was mit Befriedigung zur Kenntniß genommen wurde. Der Gebahrungsbericht des Curatoriums für das Jahr 1898 erwähnt zunächst des Rückganges der Einnahmen infolge des sinkenden Zinsfußes, denen die wachsenden Bedürfnisse und Ansprüche der Gemeinden gegenüberstehen. Der Aufwand belief sich in-gesammt auf 46.907.83 fl., und zwar betrugen die Schulsubventionen an 49 Gemeinden 13.800 fl., die Gemeindeunterstützungen an 44 Gemeinden 11.855 fl., Personalunterstützungen 9440 fl., Stipendien 550 fl., Bildung»- und Humanitätsanstalten 4200 fl. u. f. w. Der Bericht der Revisoren constatirt die Richtigkeit der Bücher und de» Abschlusses, worauf dem Curatorium die Entlastung ertheilt und der Vortrag des Saldos von 2164.62 fl. auf neue Rechnung genehmigt wird. Ebenso werden die Ansätze des Voranschlages in den Einnahmen mit 48.796.12 fl., in den Ausgaben mit 48.387.20 fl. einstimmig angenommen und zu Revisoren für das Jahr 1899 die Herren G. Fischer, G. Tandler und Max K ohn wiedergewählt. Da der vorjährige Beschluß, dem Reservefond 20.000 fl. zur Dotirung

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