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Der Israelit · 1899-04-24 · Heft 32 (24.4.1899) · p. Seite 612

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 32 (24.4.1899)
Date
1899-04-24
Page
Seite 612 (sequence 10)
Language
German
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612 und noch mehr eine kurzgefaßte, strengmethodische hebräische Grammatik fehlt. Später einmal mehr darüber, wenn die verehrte Redaction es mir erlaubt.) (Mit Vergnügen. Red.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenze« Deutschland. Hamburg. Dem Bericht und Aufruf des Vereinfür Gesundheitspflege schwacher israelitischer Kinder in Hamburg (Ferien-Colonien), entnehmen wir: Nachdem am 29. Dezember 1883 der Verein für Gesundheitspflege schwacher israelitischer Kinder in Hamburg in's Leben gerufen, nimmt der Vorstand jetzt, nach Ablauf von 15 Jahren, Gelegenheit, über die Vereinsthätigkeit während dieser Zeit Bericht zu erstatten, und allen Denen aufrichtigen Dank auüzusprechen, welche mit Wort und That für die erstrebten Ziele eingetreten sind. Dem großen Interesse unserer leider so früh Heimgegangenen Vorstandsdame Frau Emanuel Rosenbacher und ihren Bemühungen war es zu danken, daß ein ungenannter Wohlthäter im November 1888 der hiesigen Deutsch-Israelitischen Gemeinde ein Kapital von Mk. 30 000.— mit der Bestimmung überwies, daß die Zinsen dieses Kapitals unserem Verein, so lange derselbe besteht, auszuzahlen sind. Wie der Verein glücklich ist, diesem Wohlthäter bei dessen Lebzeiten für seine große Munificenz dauernden Dank zum Ausdruck zu bringen, dürfen wir mit hoher Freude berichten, daß unserem Verein mehrfach nach letztwilliger Verfügung von Gönnern namhafte Zuwendungen zu Theil wurden. Zu Ehren unseres mehrjährigen Vorstandsmitgliedes, Frau Emilie Haarburger, welche dem Vorstande von Gründung des Vereins an angehörtc, und nur zum tiefsten Bedauern aller Mitglieder ihr Amt wegen Verlegung ihres Wohnsitzes nach Berlin niederlegen mußte, wurde in der General-Versammlung vom 16. September 1694 beschlossen, eine Summe von Mk. 5000.— vom Reservefonds abzusondern und unter dem Namen Emilie Haarburger- Stiftung weiter zu verwalten, deren Zinsen für ewige Zeiten zu Gunsten unseres Vereins verwendet werden sollen. Der Vereinszweck, schwachen israelitischen Kindern eine Pflege angedeihen zu lassen, deren Beschaffung den Angehörigen nicht möglich ist, wurde nach Kräften zu erreichen versucht. Trotz eifrigster Bemühung können wir leider nicht berichten, daß der vorbezeichnete Zweck voll erreicht wurde, wenn wir auch regelmäßig alljährlich Sommerkolonien einrichteten und außerdem auch während des ganzen Jahres die vielen Hülfsgesuche möglichst zu erledigen suchten durch Gewährung von Krankenutensilien rc., freie Behandlung in Heilgymnastik-Instituten, sowie dauernde Verabreichung von Milch und Eiern in der Schule. In vielen Fällen mußten leider aus Mangel an Mitteln Gesuche abgelehnt werden, obwohl sich bei eingehender Prüfung der Verhältnisse ergab, daß die von dem Verein zu gewährende Hülfe dringend nothwendig war. Da See- und Soolbäder, sowie Aufenthalt in Waldluft von den Aerzten jeweilig den Pfleglingen empfohlen wurden, richteten wir unsere Kolonien im Laufe der Jahre in den Seebädern Travemünde und Glücksburg, den Sool- und Luftkurorten Lüneburg, Segeberg, Oldesloe, Nauheim, Wittekind bei Halle, Wandsbeck-Marienlhal ein, und konnten wir nach Auflösung der einzelnen Kolonien bei jedem Pflegling die Besserung der Gesundheitsverhältnisse durch Zunahme des Körpergewichts und ärztliche Prüfung des Gesammtbefundes feststellen. Aus dem diesjährigen Bericht im Vergleich mir den früheren Jahresabschlüssen, können die verehrlichen Mitglieder ersehen, daß die Zahl der Pfleglinge in den Sommerkolonien sich alljährlich gesteigert hat und von anfänglich 41 bis auf 111 gestiegen ist. Im letzten Jahre war durch das daukenswerthe Wohlwollen des Herrn Ernesto Weiser dem Vorstand für Unterbringung und Aufenthalt von 72 Pfleglingen nebst Aufsichtspersonal das ehemalige Hotel Marienthal bei Wandsbeck zur Verfügung gestellt, und spricht der Vorstand Herrn Weiser seinen aufrichtigen Dank aus. Der Vorstand ist dauernd darauf bedacht gewesen, dem Vereine eigene Räumlichkeiten für Unterbringung seiner Pfleglinge zu schaffen und den bisher für diesen Zweck angesammelten kleinen Grundfond anwachsen zu lassen. Die Erfolge dieser Bestrebungen waren leider nicht hinreichend, den längst gehegten Wunsch und die feste Absicht, au der See ein eigenes Kinderheim zu gründen, ausführen zu können. Die Nolhwendigkeit aber, ein eigenes Kinderasyl zu schaffen, läßt sich kaum länger hinausschieben, da die Ansprüche an den Verein sich von Jahr zu Jahr mehren und zum größten Leidwesen des Vorstandes kaum die Hälfte der pflegebedürftigen, angemeldeten Kinder Berücksichtigung finden können. Der Vorstand richtet deßhalb an alle edeldenkenden Menschenfreunde die dringende Bitte, denselben zur Ausführung seiner Pläne mit einmaligen größeren oder regelmäßigen jährlichen Beiträgen thatkräftig unterstützen zu wollen und bei festlichen Ge-

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