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Der Israelit · 1899-04-24 · Heft 32 (24.4.1899) · p. Seite 611

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 32 (24.4.1899)
Date
1899-04-24
Page
Seite 611 (sequence 9)
Language
German
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XL. Jahrgang. VW**««' V,,.,. -,,,.... ... Beilage M J\i 32 des „Israelit". Leitender Slrtikel. ßinc neue Wenlateuch Neverschu»,;. Besprochen von Elias Gut, Köln. Im Verlage von S. Lehrberger u Cie, Rödelheim, erschien soeben: „Pentateuch mit deutscher Uebersetzung von Dr. I. Wohlgemuth, Dozent am Nabbinerseminar zu Berlin und Rabb. I. Bteichrode, Schllldirigcnt zu Berlin. Der Preis des Buches beträgt 2 Mark. — Wer sich für die jüdisch-pädagogische Literatur iuteressirt, macht die traurige Wahrnehmung, daß auf diesem Gebiete eine fast unheimliche Stille und Ebbe herrscht, während die allgemeine pädagogische Literatur unter einer wahren Sturmfluth leidet. Die Ursachen dieser merkwürdigen Thatsache sollen hier nicht erörtert werden. Jedenfalls ist es für den Fachmann hocherfreulich, daß endlich auf jüdischem Gebiete wieder eine That zu verzeichnen ist. Die Herren Wohlgemuth und Bleichrode haben-den Pentateuch in gutes, edles Deutsch für Schule und Haus übersetzt, sich nicht sklavisch an eine mechanisch-wörtliche Uebersetzung gehalten, sondern bei steter Beachtung der halachisch-traditionellen Auffaffung auch Rücksicht auf den Geist der deutschen Sprache und auf eine gute Diktion genommen, die jeden Leser die Heiligkeit und Hoheit des Pentateuch erkennen läßt. Prosa und Poesie sind durch verschiedenartigen Druck auch sichtbar unterschieden. Eine werthvolle Zugabe ist die Löwenstein'sche Uebersetzung der Prophetenabschnitte. Die Verlagshandlung hat in bekannter Weise alles aufgeboten, das Werk auch äußerlich vornehm und gediegen zu ge» stalten. Für eine zweite Austage jedoch gestatte ich mir, die Herren Uebcrsetzer und Verleger auf folgendes aufmerksam zu machen und halte ich mich um so eher hierzu berechtigt, als die genannten Herren in dem Rechenschaftsbericht ihrer Religionsschule der Verkleinerung alter bewährter Uebersetzungen wie Zunz und die Ausgaben der orthodoxeuMbelanstalt^ wegen der gleichen „Fehler", die sie nun selbst begehen, zur Anpreisung ihres Werkes nicht entrathen zu können glaubten. 1. Die fließend-deutsche Uebersetzung ist nicht konsequent durchgeführt. Manches Gesetz und Kapitel, sogar ein ganzes Buch (IV.) beginnt mit „und", während es da, wo es nöthig ist, z. B. e'SBK’sn nlw „U n d dies sind die Vorschriften", fehlt. 2) Die Interpunktion ist nicht exakt. Anführungszeichen, Gedankenstrich, Klammern und Sperr« druck sind zu sparsam angewendet. 3) Die Uebersetzung richtet sich häufig nach dem Hergebrachten, gerade von den Verfassern so scharf Gerügten, z. V.: n'n: m ist übersetzt lieblicher Duft statt Wohlgefallen (nr. nn;), -o: ans ib nr '2 denn das Dichten (?) des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf, statt wenn oder „selbst wenn das Dichten :c. (wir kennen doch keine Erbsünde) nra bnu Stistszelt statt Bestimmungs- oder Zusammenkunftszelt (nra hat doch nichts mit Stift oder Stiftung zu thun) sie glaubten statt sie vertrauten, mp npn Korach nahm — statt nahm sich heraus. Eine weitere Auslese behalten wir uns für einen späteren Artikel vor. 4) Die Bezeichnung der Zahlen durch Ziffern ist nicht konsequent durchgeführt. 5) Das Werk würde zur besseren Handlichkeit für Schüler zweckmäßiger in zwei Bände getheilt und in jedem Theil müßten auch die betreffenden Megillaus gut Deutsch übersetzt werden; die Kinder sollen doch nicht nur Thauroh und Rewiim, sondern auch Kethuwim kennen lernen. 6) Als Schulbuch muß daffelbe eine stärkere Einbanddecke erhalten. — Alles in Allem ist die Herausgabe dieses Werkes sehr zu begrüßen und es wäre zu wünschen, daß es bald in den jüdischen Lehrerseminaren und in anderen jüdischen Schulen eingeführt würde. Ich wünsche dem Buche einen großen Wirkungskreis und besten Erfolg. — (In Parauthese sei bemerkt, daß uns auch eine billige und brauchbare Thefillohübersetzung

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