Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 32 (24.4.1899)
- Date
- 1899-04-24
- Page
- Seite 608 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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668 schrittlichen i8raeUtif<$en CultuSgemeinde der Stadt Budapest 100,000 Francs. Den israelitischen fortschrittlichen Cultusgemeinden in Paris 200,000 Francs, in Brüssel 100,000 Francs, in Frankfurt a. M. 50,000 Francs, in Mainz 50,000 Francs, in München 100,000 Francs, der Fondation Bischoffsheim in Paris 100,000 Frcs. Jedem der zwanzig Büreaus der Bienfaisance der Stadt Paris legire ich 25,000 Francs (zusammen 500,000 Francs). Der Jewish Colonization Association, deren Sitz in London ist, legire ich ein Kapital von io Millionen Francs, dessen Erträgniß alljährlich der Alliance Universelle Jsraölite in Paris ausgezahlt werden soll zur Erhaltung und Gründung ihrer Schulen und anderer wohlthätiger Institute. Sollte in der Zukunft die Alliance Jsraelite Universelle in Paris aufhören zu bestehen, so soll^die Jewish Colonization Association diese Revenuen zu ähnlichen Zwecken verwenden, besonders solchen, denen sie in Folge Vorschrift meines verstorbenen Gemahls aus dem durch ihn ihr zugewiesenen Vermögen nicht beistehen könnte. Solllten die der Ecole Normale Israel. Orient, in Paris durch mein Codicill vom 30. September 1896 legirten Summen aus irgend einem Grunde dieser nicht zugeführt werden können, so sollen diese beiden Legate, ebenfallsd'der/Jewish Colonization Association zufallen und von ihr so verwaltet und denselben Zwecken zugeführt werden, wie ich es für die Ecole Normale Israel. Orient vorgeschrieben hatte. Dasselbe gilt für das Legat für die Oeuvres de nourritures, dessen Erträgniß alljährlich der Alliance Universelle Jsraelite Paris zur Ausführung meiner Intentionen zu übergeben sein wird oder in Ermangelung der Alliance Jsraelite Universelle Paris durch die Jewish Colonization Association vollstreckt werden soll, wenn meine Erben keinen anderen sicheren Weg zur Sicherstellung des Kapitals für die Oeuvres de nourritures gefunden hätten. Ich legire der von mir dotirten „Baronin Clara von Hirsch - Kaiser - Jubiläums - Stiftung zur Unterstützung von Knaben und Mädchen in Oesterreich" in Wien ein dem eisernen Fonds derselben zuschlagendes Kapital von zwei Millionen Francs und der Baron Hirsch-Stiftung für den Volksschulunterricht in Galizien rc. (welche 30 Millionen Francs beträgt) für seine Zwecke ein Kapital von drei Millionen Francs. Der „Baronin Hirsch-Kaiser-Jubiläums-Wohlthätigkeits - Stiftung" legire ich die Summe von 1,500,000 Francs mit der Bestimmung, daß dieses Kapital dem eisernen Fonds derselben einverleibt werde, und daß das Erträgniß desselben zu einfachen, außerhalb des Rahmens der in § 2 b des Stiftbriefevorgesehenen Unterstützungen, namentlich aber auch für Galizien, verbraucht werde, als Ersatz für die zu meinen Lebzeiten von Herrn Dr. Jacob Friedländer verwaltete Handkaffe und die durch das Curatorium der Baronin Hirsch-Stiftung vertheilten Spenden. Türkei.? Salonichi Am 2. Februar ist hier ein Mann verstorben, der in seinen Leistungen, wie in seinem Leben an die berühmtesten Persönlichkeiten der jüdischen Gelehrtengeschichte erinnert. Juda Nahama, der im 72. Jahre seines Lebens stand, hatte sich in seiner Jugend eine außerordentliche Gelehrsamkeit auf talmudischem Gebiete erworben, jedoch damit nicht zufrieden, studirte er die Sprachen des gebildeten Europa und war so in der Lage die neue Entwickelung zu verfolgen, die die jüdische Wissenschaft in diesem Jahrhundert nahm, er stand in lebhaftem Briefwechsel mit Rappoport und Luzzatto und sein Briefwechsel mit diesen Heroen der jüdischen Literatur, von dem vor vier Jahren der erste Theil erschien, bot viel Interessantes. Auch als Schriftsteller produzirte Nahama Bedeutendes, z. B. eine Geschichte der Völker Asiens und Afrikas und vor mehr als 30 Jahren gab er eine Zeitschrift in spagnolischer Sprache heraus, die freilich nicht von langem Leben war. Leider gingen vor vier Jahren bei einem Brande seine werthvolle Bibliothek und die Manuskripte einer von ihm verfaßten Geschichte der Juden Salonichis zu Grunde. Nahama war trotz seiner großen Gelehrsamkeit von Beruf Kaufmann und sehr erfolgreich in seinen Geschäften, so daß er sich ein hübsches Vermögen erwarb. Er war auch in vielen Ehrenämtern thätig, speziell als Vizepräsident der Alliance Jsraelite Universelle in Salonichi für die Verbreitung von Bildung unter den Juden thätig. > vermischtes. < Leutschau (Oberungarn). Die Generalversammlung der hiesigen conservativen Gemeinde wählte Herrn H. Dr. Gustav L ö v v, Sohn des rühmlichst bekannten SürbogLrder Oberrabbiner's H. Ignatz Lövv, einstimmig zu ihrem Oberrabbiner. Die Installirung des neuen Oberrabbiners wird Anfang NQN stattsiuden. llm diese Zeit wird auch die neugebaute prachtvolle orthodore Synagoge fertig und bei der Jnstalation wird der Oberrabbiner die neue Synagoge einweihen. Kaschau Die jüdische Knltnsgemeinde im benachbarten Orte Hidasnemeti ist von einem großen Unglücke betroffen worden. In diesem Orte ist, wie von dort gemeldet wird, eine Feuersbrnnst entstanden, der auch die dortige Synagoge mit allen ihren Kostbarkeiten darunter auch mehrere D’13D zum Opfer fiel. Eine andere Synagoge besitzt diese Gemeinde nicht. Pilsen. In den Anlagen um den jüdischen Tempel wurden Flugschriften in tchechischer Sprache aufgefunden, welche die Aufforderung enthielten, sowie in Nachod auch hier gegen die Juden vorzugehen. Die Polizei konfiszirte die Blätter.