Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 31 (20.4.1899)
- Date
- 1899-04-20
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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696 weaa die Früchte verdorrt sind gelten sie als pri^n in Bezug auf NXL1V. Nun weise ich nach, dass dieselbe Talmudstelle, auf die Rabad sich stüzt, in unserer Tosefta den Wortlaut 131 tP3’ jir’5 hat, und ich nehme an, dass Maim. diese L A auch im Talmud vor sich hatte, wodurch der Einwand des Rabad widerlegt wäre. Dem gegenüber macht Feuchtwang geltend, dass Maim. rar 71 VIII die Stelle nach dem Wortlaut unserer Talmudausgaben zitirt, nämlich: ntc cs* p"i3ino3 rrn mTBn und nicht [S\xn Er lässt aber ausser Acht, dass dort bei mtr no^x nothwendig hervorgehoben werden müsste, dass sogar der weitergehende Grad, nämlich mrcrr *^3' noch als -nnö gilt. Maim. führt an beiden Stellen — talmudisch gesprochen — die XJT3*i an. Ich begreife überhaupt nicht was der Einwand besagen soll. Im Prinzip stimmt Feuchtwang mit mir überein „es ist kein Unterschied, ob der Baum oder die Früchte getrocknet sind.“ Fest steht ferner, dass Maim. an einer von den beiden Stellen nicht mit unserer LA im Talmud übereinstimmt. Nach meiner Meinung folgt er in p^six nxsns seiner L A, während er in nstr *n den Ausdruck konsequenter Weise mildern muste, um die Halacha richtig zu bestimmen, dass sogar rrvcn itP3> noch als -eine gilt. Feuchtwang meint dagegen in nsr folgt er dem Wortlaut des Talmud und hier in k*b hat er den Ausdruck erweitert. Ich führe für meine Ansicht den Wortlaut der Tosefta an, der sich genau mit den Worten des Maim. deckt, während Feuchtwang als Quelle die Mischna Ukzin III, 8 zitirt m*r£> Sir’ bk. Diese Mischna bringt aber Maim. vorher ihrem Wortlaute nach; auch ist es nicht seine Art selbstgemachte Folgerungen zu ziehen ohne ein nxn> hinzuzufügen. Ich bemerke ferner, dass die Worte der Mischna in Ukzin im Mischnakommentar von Maim. nicht so wie F. sie auflasst erklärt werden, denn nach seiner Erklärung müsste man sie übersetzen; wenn der Baum sich wieder erholen oder der Zweig wieder zusammen wachsen könnte. Der Wortlaut im nrr n:&D würde eher für F. sprechen, vgl. jedoch auch da c'3 zu x°n. Rabad 1 c. meint nun, Maim. habe seine Folgerung, dass fb’xn ttc* für triEi gilt von Bikkurim abgeleitet, wo b>3* und pitpJ als gleichwertig stehen, rutsn: r,c3 bemerkt dazu, er kenne keine solche Stelle in Bikkurim, worauf ich in meiner Arbeit, die Stelle im Jerusch. Bikkurim I, 6 nachgewiesen habe. Dort steht sie auch in der Krotoschiner Ausgabe, die bekanntlich nach der Krakauer und der cd. pr. gedruckt ist. F. scheint eine andere Eintheilung vor sich zu haben, weil er etwas daran korrigirf. Vgl. auch .UtPS zu Bikkurim IV, 12 zu dieser Bemerkung des Rabad; daselbst muss es statt f^xn p’j?on L>3*, — heissen. Bei Gelegenheit will ich auch die Bemerkung liier beifügen, dass a n zu St. sich durch die falsche Abtheilung der Worte des Rabad irreführen lies. Statt rwo *3 ibc soll es heissen. rm'B *31 L>3', wodurch sich die weitere Frage des a"3 auf Rabad erledigt; vgl. njtPö z. St. (Fortsetzung folgt.) Literarisches. Eugerrie Wertheimer: Freitagabend und andere Erzählungen für die Jugend. Stuttgart. Süddeutsches Verlags-Institut. Preis: M. 2.50. An belehrenden und unterhaltenden Schriften, welche wir der reiferen Jugend mit gutem Gewissen in die Hand geben dürfen, haben wir keinen Mangel. Auch an solchen fehlt es nicht mehr, welche insbesondere jüdisch-religiöse Stoffe behandeln, welche unsere Jugend in Die Kenntniß unserer ruhmreichen Vergangenheit einzuführen und das Verständniß unseres religiösen Lebens anzubahnen bezwecken und demnach als sinnige Gaben zur Barmizwa-Feier, zum Jahreswechsel und zu Geburtstagen wohl geeignet sind. Aber wenn wir uns nach einer passenden Lektüre für unsere lieben Kleinen Umsehen, so kommen wir in Verlegenheit. Der alten Märchen sind sie schon überdrüssig, und die mannigfachen Schilderungen des Kindeslebens, so trefflich sie an sich auch sein mögen, so unzweifelhaft auch ihr erziehlicher Charakter ist, weisen wir zurück oder wir kaufen sie mit Widerstreben, da sie in der Regel neben Mahnungen zur Artigkeit und Folgsamkeit, zum Fleiß, zur Wahrhaftigkeit und Menschenfreundlichkeit auch Gegenstände berühren, die unseren Kindern fern liegen. Ist doch unter solchen Jugendschriften selten eine, in der nicht vom Weihnachtsbaum oder Osterhasen die Rede ist! Jüdischen Eltern wird daher das oben angezeigte Buch, das eine vielfach empfundene Lücke in der Jugendliteratur ausfüllt, sehr willkommen sein. Hier werden nicht nur die allgemein menschlichen Tugenden, sondern auch die schönsten Seiten des jüdisch-religiösen Lebens ohne weitläufige moralistrende Erörterungen an passenden Vorbildern dem kindlichen Verständnisse näher gebracht. Die Verfasserin verfügt über ein vorzügliches Erzählertalent und hat in allen Skizzen den angemessenen ktndlichen Ton getroffen. Innige Liebe zur Kinderwelt und tief religiöser Sinn haben ihre Feder geführt. Die Per-