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Der Israelit · 1899-04-17 · Heft 30 (17.4.1899) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 30 (17.4.1899)
Date
1899-04-17
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Ein erheblicher Theil des Verlustes, etwa 4000 M. ist ferner dadurch entstanden, dass die im Jahre 1893 aus den Beständen zu Herrenhausen errichtete Obstbaumschule, in Folge ungünstiger Witterungsverhältnisse bei der Umpflanzung, sich nicht genügend entwickelt hatte, und der grösste Theil der Bäume als unverkäuflich ausgerodet werden musste! Auch das bisherige Ergebniss des Jahres 18 98 lässt uns einen erheblichen Verlust in’s Auge fassen. (Schluss folgt.) Alliance Israelite Universelle. Schulen und Lehrlingswerk. In den ersten Tagen des August v. J. besuchtes. E. der Gouverneur von Jerusalem die Gewerbeschule der Alliance. Der hohe Beamte verwendete zwei Stunden zu diesem Besuche. Er nahm auf das Eingehendste die Werkstätten, die Küche, den Esssaal und die Sehlafräume in Augenschein Er bewunderte die Arbeiten der Zöglinge und gab den mohamedanischen Lehrlingen Rathschläge. Ia der Schmiede angekommen, die eine grosse prachtvolle Werkstatt ist, riet er aus: „Wir brauchen Europa nicht zu beneiden“. Er Hess sich die Arbeiten der Giesserei erklären, die Zeichnungen und Bildhauer arbeiten interessirten ihn nicht minder. Als er einen Erwachsenen sah, der Steine bearbeitete, trug er, wie seine Anwesenheit zu erklären sei. Der Direktor antwortete, dass der Mann wegen eines Almosens gekommen; man hatte es besser gefunden, ihm Arbeit anstatt eines Almosens zu geben. Der Gouverneur konnte diese Art des Wohlthuns nur loben, und tliat dies in ausgiebiger Weise. Als er im Esssaal das Porträt der Baronin Hirsch erblickte, konnte er nicht umhin zu sagen: „Dies ist eine wahre Wohlthäterin“. Nachdem er sämmtliche Werkstätten besichtigt hatte, richtete er anspornende Worte an die Lehrer und Schüler, und sprach seine Befriedigung darüber aus, dass er sich persönlich davon überzeugt, dass es keine Uebertreibung sei mit den grossen Diensten, welche diese Anstalt der Bevölkerung von Jerusalem leiste. Dieser so wohlwollende Besuch des Gouverneurs und seine ermuthigenden Worte machten den günstigsten Eindruck. Schumfa. Aus Schumla wird dem Central- Comitö geschrieben: Jüngsthin fand die Einweihung des neuen Lokals für die Knabenschule und die Verkeilung der Preise unter die Zöglinge statt. Die zahlreichen Anwesenden gehörten der besten Gesellschaft an; man sah den Präfekten mit seiner Gattin, den Bürgermeister, den Natchalnik, den Schulinspektor, fast alle bedeutenden Beamten, zahlreiche Offiziere der Besatzung, bulgarische und mohamedanische Kaufleute, viele Damen, ohne die israelitischen Familien hinzu zu rechnen. Der Saal der Schule und die grossen Schulzimmer waren mit Menschen überfüllt. Die Schüler der oberen Klasse spielten ein französisches Stück von Eugene Manuel; dann trugen die Jüngeren eine bulgarische Komödie in bulgarischer Sprache vor, das sich des giössten Erfolges erfreute. Nach einer Ansprache des Schuldirektors 1mg der Ober-Rabbiner von Schumla die üblichen Gebete vor und erflehte den himmlischen Segen für Bulgarien, den Fürsten Ferdinand und seine Familie, die Baronin Hirsch und die Alliance israelite, der die Gemeinde unschätzbare Wohlthaten verdankt. Die Militärmusik des 7. Regiments, welche von der Stadt in freundlicher Weise bewilligt worden, hat während der Feier gespielt, und zahlreiche Geldgeschenke sind der Schule von Schumla zugewendet worden. Casablanca. Der Direktor der Knabenschule schreibt dem Central-Comitö: Vorige Woche reiste Herr de Montbel, der französische Geschäftsträger, durch unsere Stadt; ich beeilte mich ihn zu begrüssen, er nahm mich auf das Verbindlichste auf, fragte mich mit Jnteresse über die Organisation und die Fortschritte der Schule, und zeigte sich sehr erfreut über die gemachten Anstrengungen und die Erfolge unserer Anstalt. Da Herr de Montbel am selben Tage nach Tanger fuhr, sprach er sein Bedauern aus, die Schule von Casablanca nicht besuchen zu können. Ms. Freville, erster Secretär, und Ms. Gaillard, Verwalter des Konsulats, besuchten unsere Zöglinge in seinem Namen. Sie stellten ihnen verschiedene Fragen, gingen durch alle Klassen und zogen sich sehr befriedigt zurück, nachdem sie uns herzlich beglückwünscht und ihre besten Wünsche für das Gedeihen der Alliance ausgesprochen hatten. Dieser Besuch hat in der Stadt den besten Eindruck gemacht. *

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