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Der Israelit · 1899-04-17 · Heft 30 (17.4.1899) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 30 (17.4.1899)
Date
1899-04-17
Page
– (sequence 22)
Language
German
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86 Die israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover. Dritter Bericht. Umfassend den Zeitraum vom 15. September 1897 bis zum 1. September 1898. (I. Fortsetzung.*) Leider sahen wir auch den Tod ein Opfer aus den Reihen unserer Schüler holen: Adolf Berliner aus Zürich, der schon im Herbste 1897 wegen Erkrankung an Gelenkrheumatismus mehrere Monate in der Krankenstation des „Israel. Vereins für Altersversorgung und Krankenpflege“ in Hannover zugebracht hatte, musste im Januar 1898 aufs Neue dahin zur Pflege gebracht werden, und verliess das gastliche Haus erst, nachdem er, fast 18 Jahre alt, am 4. Mai d. J. seinem Leiden erlegen war. Der Verwaltung des Vereins und seinen treuen Pflegerinnen sind wir für ihre Hilfeleistung in diesem und einigen anderen Krankheitsfällen zu herzlichem Danke verpflichtet. Wie im vorigen Jahre hat Herr A. Jacobsberg—Hannover auch wieder die Zahnpflege unserer Zöglinge kostenfrei besorgt. Die ärztliche Behandlung unserer Zöglinge in sonstigen Spezialfällen übernahmen ebenfalls ohne Entgelt die Herren Dr. W. Block, Dr. Bergmann, Dr. Sklarek und Dr. Mündheim Die Vermehrung der Zahl der Zöglinge machte eine Verstärkung des Lehrerpersonals nöthig; wir stellten zu Ostern 1898 Herrn Ludwig Kamm aus Fulda als dritten Lehrer an. Unsere Wirthschafterin, Frl. Herz, wird ihre Stelle auf ihren Wunsch am 15. Oktober d. J. verlassen. Als Ersatz haben wir Frl Hulda Stein aus Berlin angestellt. Die beiden leitenden Beamten unserer Gärtnerei haben das Vertrauen, das wir in sie gesetzt, nicht erfüllt; wir können die Misserfolge unseres Gärtnereibetriebes in dem letzten Jahre nicht mehr, wie früher, auf andere Gründe zurückführen, als auf das Thun und Lassen der fraglichen Beamten. Herr Steffen, das Unhaltbare seiner Stellung einsehend, hat selbst zum 1. Oktober d. J. gekündigt, während Herrn Wasem gegenüber unserseits zum selben Termine gekündigt worden ist. Der neu engagirte Gärtnerei-Inspektor, Herr Heinr. Zeininger aus Homburg v. d. Höhe, hat uns die unbedingte Zusicherung gegeben, binnen längstens 3 Jahren mindestens das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben der Gärtnerei herbeizuführen. Als Obergärtner, besonders für Obstbau, engagirten wir Herrrn Max Ellinger aus Stuttgart. *jTsTNr. 694. Die Erweiterung des landwirtschaftlichen Betriebes, für welche uns im Voranschlag die Mittel zur Verfügung gestellt waren, haben wir noch nicht vorgenommen, da wir eine solche unserem gegenwärtigen Personal nicht au vertrauen mochten, überdies noch weitergehende Pläne vorliegen, deren Entwickelung wir abzuwarten empfehlen. Nur ein kleiner Bienenstand von jetzt vier Stöcken ist beschafft worden, der allmählich vergrössert werden soll. III. Finanzielles. Die uns im Jahre 1897 zugegangenen einmaligen Spenden erreichten die Summe von etwa 12,800 Mark (1896; 5900 M.). Darunter befindet sich ein Legat des am 24. September 1897 verstorbenen Fräulein Minna Meyer in Hannover im Betrage von 3000 M., und ein uns durch Frau Baurath 0 p p 1 e r hier, aus einem Nachlass zur Verfügung gestellter Betrag von 1200 M. In den ersten 8 Monaten des Jahres 1898 sind an einmaligen Spenden etwa 5 700 M. eingegangen. An j ä h r 1 i c h e n Beiträgen gingen im Jahre 1897 etwa 5900 M. ein (1896: 3500 M), und in den ersten 8 Monaten des Jahres 18 98 etwa 5100 M., in welcher Summe die Frankfurter und Leipziger Jahresbeiträge mit rund 20 00 M. noch nicht enthalten sind. Diesen günstigen Einnahmen stehen leider die oben schon erwähnten recht ungünstigen Betriebsergebnisse unserer Gärtnerei gegenüber. Laut Rechnung für 1897 schliesst die Gärtnerei mit einem reinen Verluste von rund 7100 M. ab, nachdem wir 4000 M. für Melioration aus den Ausgaben abgezweigt haben. Eine Verringerung der Rentabilität entsteht, wie wir schon im letzten Berichte erwähnten, dadurch, dass die Gärtnerei bei uns nicht so wie in einer Privat - Erwerbswirthschaft betrieben werden kann, sondern in den Dienst der Erziehung treten muss, derart, dass die Thätigkeit der leitenden Gärtner zura Th eil zur Anlernling der Lehrlinge verbraucht wird. Daneben wird naturgemäss durch die ungeübten Hände der Zöglinge Vieles verdorben.

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