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Der Israelit · 1899-04-13 · Heft 29 (13.4.1899) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 29 (13.4.1899)
Date
1899-04-13
Page
– (sequence 19)
Language
German
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553 nur sehr gut, sondern sind geradezu auf einander angewiesen, wie ja anch der berühmte Geistesfürst Rabbi Elasar ben Asarjah schon vor vielen Jahrhunderten gesagt hat (Sprüche der Väter III, 21): ™ P« P» Tn p» Ln ,px *]if\s* mn p»c« „Ohne Irrdenthum keine Bildung, ohne Bildung kein Judenthum!" Rabbi Elasar ben ChiSmah sagt a. a. O. (III, 28): rsüzrb nunBiB jr»**iaor. roBpn, „Astronomische und geometrische Kenntnisse stehen an der Peripherie der Weisheit," während wie schon öfters hier hervorgehoben, die Religion im Centrum der Weisheit steht. Wir Erhalten also für unsere jüdische Schule folgendes Bild: Naturwissenschaft. Sprach. ZGesch. Gesang. Mathem. \ A l V w Unter- —<«: nffn rwv richt Turnen. * ' % js « S3 tech.Fäch. Geographie. Die großen jüdischen Gemeinden werden auch in dieser wichtigsten aller jüdischen Angelegenheiten die Führerschaft übernehmen. Die in Frankfurt, Fürth, Hamburg u. a. O. erzielten Resultate lassen hoffen, daß diese Sache vom schönsten Erfolge gekrönt sein wird. Der Minister versprach ja, wo ein Bedürfniß vorhanden ist, die Concession zur Gründung einer jüdischen Schule nicht zu verweigern. Daß die Bedürfnißfrage bei uns eigentlich gar keine Frage mehr ist, werden wohl weder Juden, noch Judengegner leugnen. Möchten nur häufiger die nöthigen Consequenzcn gezogen und mit Esser und Ausdauer an die Sache herangetreten werden. Es ist wahrlich die höchste Zeit, daß die jüdische Jugend ihren fbv und ra bi» wieder erhält, gründlich bekannt werde mit ihren Pflichten, thecknehme an den gemeinsamen Aufgaben, an unseren cnn: ein trete in die Versammlung jüdischer Männer und jüdischer Frauen, Leid und Freud der StammeSgenoffen theilen lerne. Wit Neid muffen wir auf die christlichen Konfessionen blicken, die alles daran setzen, den Schäl« rn und Schülerinnen die Segnungen der Religion in vollstem Maße zukommen zu lassen. Sollen mir denn, das Volk der Schulen, ewig zu rück stehen? Wo die Gelegenheit sich bietet, erblühe bald auch eine jüdische Volks-- und höhere Schule als Pflanz- und Pflegftätte wahrer Gottesfurcht und glänzender Vaterlandsliebe nach dem Worte unseres alten Predigers: ■jtei «i' D’pton n«. „Gott verehre, mein Kind, und den König!" — Vortheile jüdischer Volks-, Mittel- und höherer Schulen: 1) Jur Mittelpunkte des gesummten Unterrichts steht der jüdische Religionsunterricht, hierdurch wird Bildung mit Religion vereinigt. 2) Jüdische Lebensanschauung wird ermöglicht, die Charakterbildung bedeutend erleichtert. 3) Schabbos und Jaum-tauf werden jüdische Feiertage für die Kinder. 4) Zurücksetzung und Verspottung jüdischer Kinder und Mischer Gebräuche, sowie Erschwerung jüdischer Religionsübung (wie Nichtschreiben oder Nichtzeichnen an a"i mp) wird verhindert. 5) Ueberb ürdüng der Kinder wird verhütet, da sie zwecks Religion außer der Schulstunden Unterricht nicht in Privatstunden oder Religionsschulen gehen müffen. 6) Trotz aller dieser Vortheile und gleicher Leistung der Schule wie bisher entstehen für die jüdischen Eltern keine wesentlichen Mehrausgaben. 7) Die jüdischen Lehrpersonen erhalten erfolgreichere und edlere Beschäftigung. Zeitimgsirachrichten and Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 7. April. In der Stadt Cottbus, deren Magistrat in früheren Jahren bei Festsetzung der Frühjahrs- und Herbstjahrmärkte die jüdischen Feiertage berücksichtigt und deßhalb mannigfache Angriffe judenfeindlicher Blätter erfahren hatte, wurde im November v. I. der Herbstjahrmarkt 1899 auf einen Termin festgesetzt, der mit Rosch Haschono zusammenfällt. Trotz der von den Interessenten, der jüdischen Synagogengemeinde und deren Prediger beim Magistrat und bei der Kgl. Regierung in Frankfurt a. O. unternommenen Schritte gelang es nicht, eine Verlegung zu erwirken. Infolge dessen wandte sich Herr Prediger Kamerase unter dem 27. Februar er. an den Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Der geschäftsführende Vorsitzende des D.-J. G.-B., Herr Professor Dr. Philippson, maß dieser Angelegenheit eine erhebliche Bedeutung bei und bat den Landtagsabgeordneten Herrn Dr. Mar Hirsch um dessen persönliche Verwendung bei dem zuständigen Minister des Innern. Der genannte Herr erklärte sich hierzu gern bereit, wünschte jedoch zuvor eine Enquete darüber veranstaltet zu sehen, wie es in den preußischen

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