Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 29 (13.4.1899)
- Date
- 1899-04-13
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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’7>LiW^,MUMAWMWWYHWß WWDWWWWWW 554 Städten bei Festsetzung der Märkte mit der Berücksichtigung der jüdischen Feiertage gehalten werde. Im Interesse der Beschleunigung beschränkte sich der D.-J. G.-B. auf ein Rundschreiben an die jüdischen Gemeinden der Provinz Brandenburg, denen folgende Fragen vorgelegt wurden: 1. Ist dort jemals ein Jahr-, Vieh-, Saat- oder ähnlicher Markt auf Rosch-Haschono oder Jom-Hakippurim festgelegt worden? 2. Ist im Bejahungsfälle gegen solche Veranlagung Einspruch erhoben worden und mit welchem Erfolge? Die einlaufenden Bescheide verneinten fast ausnahmslos die erste Frage und damit entfiel die zweite. Die Gemeinde Prenzlau war in der Lage eine durch Vermittelung der Landwirthschaftskammer für die Provinz Pommern in Stettin erlassene Verfügung der Kgl. Regierung zu Stralsund einzusenden, die sich zu Gunsten der Berücksichtigung des Sabbats bei Festsetzung des Wollmarktes verwandte. Das so gesammelte Material wurde von Herrn Dr. Hirsch seinem Kollegen Herrn Rickert, dem bewährten Vertreter jüdischer Gleichberechtigung, mitgetheilt, und auf de- Letzteren, als Vorsitzenden des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, Veranlassung bei Abfassung einer von einer größeren Zahl jüdischer Interessenten in Cottbus aufgesetzten Petition verwendet. Herr Landtagsabgeordneter Dr. Marx Hirsch hat diese Petition am 28. März cr. Sr. Excellenz dem Herrn Minister des Innern mit einer mündlichen Erläuterung überreicht. Der Herr Minister nahm die Petition wohlwollend mit der Zusage sorgfältiger Prüfung entgegen: sollte es nach Lage der Sache zu spät sein, so werde der Herr Minister gewiß für die Zukunft die stete Berücksichtigung der hohen jüdischen Festtage anempfehlen. Es wird fortan nach Ansicht des Herrn Dr. Max Hirsch nur nöthig sein, daß die Vertreter der jüd. Gemeinden dieser Frage die nöthige Aufmerksamkeit schenken und erforderlichenfalls und an der richtigen Stelle und rechtzetig Einspruch erheben. Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes schließt sich der Ansicht des verehrten Herrn Abgeordneten, der durch sein warmes Eintreten in dieser Angelegenheit sich ein Verdieust um die Religionsfreiheit der deutschen Juden erworben hat, an. Berlin, 31. März. (Grober Unfug.) „Juden, Sozialdemokraten und Anarchisten" und „Judenfrechheit" — unter diesen Spitzmarken pries im Januar an verschiedenen Tagen ein Mann mit besonders lauter Stimme eine Broschüre an, die er namentlich den auf den Trittbrettern der Pferdebahnwagen stehenden Fahrgästen in aufdringlichster Weise anbot. Mehrere Fahrgäste jüdischen Glaubens fühlten sich durch diese Art des Broschürenhandels belästigt und sorgten an zwei verschiedenen Tagen für die polizeiliche Feststellung des Mannes, indem sie behaupteten, daß dieser die Broschüren, die er in überlauter Weise ausgerufen, ihnen direkt unter die Nase gehalten habe. Der Händler stand gestern als „Redacteur" Neumann unter der Anklage des groben Unfuges. Er erklärte, daß er den Kampf gegen die Juden zu seiner Lebensaufgabe gemacht habe und seine Broschüren so laut anpreisen dürfe, daß seine Worte auf dreißig Schritte Entfernung gehört werden können. Der Gerichtshof hielt den Angeklagten des groben Unfugs in vier Fällen schuldig und verurtheilte ihn zu 12 Mark Geldstrafe eventuell vier Tagen Haft. > Vermischtes. -4- Hamburg. (Beim Gebet gestorben.) Der 80jährige Inhaber der Schreiber'schen Pension in der Grindelallee, Herr Schreiber, befand sich in einer Synagoge und versah hier da- Amt eines Vorlesers. Mitren im Gebet schwankte er plötzlich und brach, ehe ihm andere Andächtige Hülfe leisten konnten, todt vor seinem Betstuhl zusammen. London. Die Universität Cambridge befindet sich in finanziellen Nöthen, und man veranstaltet eine Sanimlung, um derselben aufzuhelfen. Der größte Beitrag 200,000 M., ist von Baron Rothschild gekommen, aber auch sonst haben die Juden sich an dieser Sammlung eifrig betheiligt. E n i e i fl e _ Für den folgenden Thcil ist die Red actio« mcht verimtworkkich. Für eine junge gebildete Dame» auachtbarer Famil., wirtschaftlich, religiös erzog, im 30. Lebensjahre, wird pnss Parth, auch Witlw., gesucht. Mitgift 7000 Mk. Off. unt. 2810 an die GeschaftSst. dfs. Blatt. (Luche zum sofort. Eintritt, für meine nuttf geschlossene Metzgerei, ein. Gesellen, sowie Lehrling. I. Maier, Stuttgart, Olgastr. 39/8. [2804 ür mein Tuchu. Schnittwaarengeschäst, SamstagS u. Feiertage geschlossen, suche einen angehenden Cornmi- Off. u. A. B. 2822 a.b. <$. b. 931. gür mein Manufactur- und Kurzwaarengeschäft suche per sofort ein [2838 Lehrmädchen, aus guter Familie. Kost und Logis im Hause. Samst. u. Feiertage geschloss. L. Simon, Eberstadt b. Darmstadt. mmmw—mmmmmm /Lin Metzgergesette oder Lehrling, aus anständ. Familie, sofort gesucht. Jsak Levh, B e r g h e i m, a. d. Erst. (2806) Wuf die Dauer von drei Monaten wird eine perf. Köchin gesucht. Off. unt. 2887 an die Gesch. dsS. Bl.