Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 29 (13.4.1899)
- Date
- 1899-04-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2448980--48051-2498429- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
538 in allen Kreisen längst als Gemeinde anerkannt, auch die staatliche Anerkennung zu Theil geworden." Mit einem Danke an alle, die zum Gelingen diese- Werkes beigeiragen, und der Erneuerung des Gelöbnisses, weiter in den Bahnen zu wandeln, die unser großer Rabbiner b-D vorgezeichnet, schloß diese herrliche Rede. Es läge sicherlich im Interesse einer größeren Allgemeinheit, wenn sich der hochverdiente Redner entschlösse, dem von verschiedenen Seiten laut gewordenen Wunsche Folge leistend, seine Rede dem Druck zu übergeben. A. V. München im April. (Verein für jüd. GeschichteundLiteratur). Am 23. März hielt der Verein für jüd. Geschichte und Literatur von hier seine dritte ordentliche Generalversammlung ab. Die Zahl der Mitglieder hat sich im abgelaufenen Jahre erfreulicherweise gehoben, so daß der Verein mit 450 Mitgliedern nunmehr die zweite Stelle unter den Literaturvereinen Deutschlands einnimmt. Der von dem Kassirer des Vereins, Herrn Bankier Albert Schulmann, erstattete Kassenbericht, ließ auch die finanzielle Entwickelung im günstigen Lichte erscheinen. Anläßlich seiner Vermählung wendete Herr Rechtsanwalt Dr. Emil Fränkel dem Vereine 50 Mk. zu. Der am 12. Dezember 1698 in München verstorbene Gelehrte Dr. Max Grünbaum hat durch letztwillige Verfügung seine kostbare Bibliothek, die besonders reich an sprachwissenschaftlichen, jüdisch-deutschen und jüdisch-spanischen Werken ist, dem hiesigen Literaturvereine zugewendet. Herr Siegmund Fränkel regt an, es möchten künftig neben den allgemeinen, für das große Publikum bestimmten Vorträgen auch solche gehalten werden, die mehr für die Jugend berechnet und deren Auffassungsvermögen mehr angepaßt seien. Besonders meint Redner, wäre dies im Interesse der weiblichen Jugend sehr zu wünschen und hegt die Anschauung, daß beispielsweise ein Cyclus von Vorträgen über jüdische Poesie, jüd. Sagenkunde u. dgl. sehr zweckentsprechend sein dürften. Herr Rabbiner Dr. Werner nimmt diese Anregung dankbar auf und sagt zu, daß selbe innerhalb der Vorstandschaft eine sorgfältige Würdigung erfahren werde; was seine Person anlange, so erkläre er sich schon jetzt bereit, im Falle es gewünscht wird, seine Kraft auch nach dieser Richtung hin zur Verfügung zu stellen; eine Zusage, die von der Versammlung lebhaft acclamirt wird. Im abgelaufenen Jahre wurde von den nachstehenden Rednern Vorträge gehalten: 22. October 1896, Herr Rabbiner Dr. Werner—München, „Philo und Josephus"; 20. November 1898, Herr Dr. Gustav KarpeleS—Berlin, „Das Theater bei den Juden"; 20. Dezember 1898, Herr Landrabbiner Dr. Prager—Kassel, „Vererbung von Schuld und Sühne im alten Testament, sowie bei antiken und modernen Dramatikern"; 16. Februar 1899, Herr Prof. Dr. Philipson—Berlin, „Das Judenthum und die anderen Culturreligionen"; 16. März 1899, Herr Director Frauberger—Düsseldorf, „Der jüdische Cultus und die Kunst". Außerdem behandelten in Discussionsabenden nachstehende Redner die bezeichneten Themata: 2. November 1898, Herr Dr. Ehrentreu—München, „Jüdische Hochschulen in Bayern"; 30. November 1896, Herr I. Cantor Emanuel Kirschner—München, „Tempel- und Synagogenmusik"; 1. Febr. 1899, Herr stuä jur. Dr. Hollender— München, „Ist das Judenthum ein soziologisches Problem"? 1. März 1999, Herr Rabb. Substit. Dr. Finkelscherer, „DaS Sprichwort in der alten jüd. Literatur". Den Vorstand bildeten für das Jahr 1899: I. Vorsitzender: Herr Rabbiner Dr. Werner; II. Vorsitzender : Justizrath Dr. Gotthelf; Kassierer: Bankier Albert Schulmann; Schriftführer: Dr. Eugen Merzbacher; Bibliothekar: Rechtsanwalt Dr. Emil Fränkel; Beisitzer: Herr Justizrath Dr. Boscowitz, Dr. Heinr. Ehrentreu, Director M. Kahn, Landgerichts-Rath Eduard Silbermann. Kassel, 9. April. Ueber den Militärdienst der jüdischen Lehrer hat das Bezirkskommando I Kassel auf die Anfrage eines Zöglings des hiesigen jüdischen Lehrerseminars folgende Auskunft ertheilt: „Dem Einsender die Mittheilung, daß das jüdische Lehrerseminar mit den anderen Seminarien die gleiche Berechtigung besitzt. Es käme also für Sie die Dienstzeit der Volksschullehrer (zehn Wochen und von 1900 ab ein Jahr) in Betracht. Jedoch ist es den Seminar-Abiturienten (nicht den im Amt befindlichen Volksschullehrern) freigestellt, schon jetzt ein Jahr mit der Waffe bei den Fahnen zu dienen." Mülhausen (Elsaß). Sie brachten bereits wiederholt Berichte über die Einweihung des neuen min ivv des rühmlich in weiten Kreisen bekannten Herrn Jacques Meyer. Eine Hauptsache blieb dabei unerwähnt, daß nämlich das nvv in Jerusalem hergestellt ist, und dadurch einen ganz besonderen Werth hat. Die selten schöne Schrift, die vorzügliche Ausstattung, die vollendete Vereinigung aller Eigenthümlichkeiten, haben den alten Ruf der heiligen Stadt gerade nach dieser Seite hin, wieder voll und ganz gerechtfertigt. Das ^vv, das zwei Jahre für seine Herstellung erforderte, erregt das Entzücken aller Beschauer und der billige Preis, sowie die Vereinigung aller oben erwähnten Vorzüge haben bereits die Nachbestellung von zwei min nao zur Folge gehabt. Hoffentlich bewährt sich auch hier das Wort: nixo nmu ms», daß eine gute That die andere nach sich zieht und daß hierdurch noch recht viele veran-