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Der Israelit · 1899-04-13 · Heft 29 (13.4.1899) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 29 (13.4.1899)
Date
1899-04-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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536 schen die Ursache und der Beweggrund zum ni \mb zur üblen Nachrede find, und die denjenigen, der sich ihrem eingebildeten Stolze nicht beugt, durch Verleumdung herabzusetzen und bei seinen Genossen verächtlich zu machen suchen. Auch der Grund, daß Mirjam über Mosche Nachtheiliges gesprochen, war nur die Ueberhebung die nn, indem sie sich zu den Worten Hinreißen ließ i« pii 121 U2 dj Hin 1 121 uw». „£at der Ewige etwa mit Mosche allein geredet, hat er nicht vielmehr auch mit uns geredet?" Deßhalb folgen hier nach der Erklärung meines seligen Großvaters, des Verfassers de- 1212 mu, gleich die Worte n«8 i'Jp id»d tr«n idi«i 'je by im oi«i 128, womit der Vorzug Mosche's und die höhere Stufe bezeichnet wird, die dieser dadurch erreicht, daß bei ihm kein Fünkchen Stolz und nur die größte Bescheidenheit vorherrschend war, während Mirjam diese iw abging und sie durch ihre Ueberhebung zur m fwb verleitet wurde. Nun kommen wir zur Erklärung der schwierigen Midraschftelle und zur Lösung der oben gestellten Fragen. Die üble Leidenschaft des ni ist gewöhnlich nicht bei denjenigen zu finden, die fern vom Getriebe der Welt, die abgesondert von ihren Mitmenschen, ihr Leben gänzlich dem Studium der Thora widmen und die ihre Zeit im Beth Hamidrasch mit dem Forschen und Lehren der Gotteslehre verbringen, sie kommen nicht in die Versuchung, einen geschäftlichen Vortheil dadurch etwa für sich zu erringen, daß sie einen Concurrenten schlecht zu machen suchen u. dgl. mehr, nur bei denen, die Liebe für das Leben und seine Annehmlichkeiten haben, die im regsten gesellschaftlichen und geschäftlichen Verkehre mit ihren Nebenmenschen stehen, die nichts weniger als in größter Zurückgezogenheit leben, sondern vielmehr ihr Dasein sich durch allerlei Unterhaltungen zu versüßen suchen, ist die genannte Leidenschaft meistens anzutreffen. Bei den Menschen dieser Categorie hat die Leidenschaft des rn ppb ein leichtes Felo, und ist es ihr leicht, diese zu beherrschen und zu bethören; denn, wie oben erwähnt, sind der Stolz und der Neid oft die Triebfeder zur m p»S, und ist derjenige, der im regsten, weltlichen Verkehre mit seinen Nebenmcnschen steht, durch beleidigten Stolz oder durch das psychologische Motiv bei seinem Milbruder reicher und angesehener zu erscheinen, leicht geneigt, diesen durch üble Nachrede und Hervorhebung seiner Schattenseiten herabzusetzen, zu erniedrigen, ja oft zu verleumden, und Unwahres über ihn zu verbreite«. Doch das Hervorheben der schlechten Eigenschaften eines Menschen, wenn das Gefugte auch auf Wahrheit beruht, ist nicht minder sündhaft, als das Ausstreucn unwahrer Verleumdungen. Dies sehen wir bei Mirjam und den d^jid, welche nur die Wahrheit erzählten und doch gestraft wurden, weil Elftere dies in der Absicht gethan, um Mofcheh mit den I Worten np^ rw im« '2 herabzusetzen, und Letzere um die Israeliten vom Einzug in das gelobte Land abzuhalten. Dieses war auch nach der Erklärung unserer Weisen der Grund, daß die d^jid 'e der die 'e angereiht wurde. Nach dem Vorausgesendeten begreifen wir erst den Sinn des Psalmverses r*i '8 21V m«iS 8'8' 2ii« 8"1 pEni. Wer das Leben des in vbw vollauf genießen und nicht in Zurückgezogenheit sein Leben verbringen will, der alle Annehmlichkeiten dieser Welt auszukosten wünscht, der möge sich besonders vor dem sna “piit^ nstJ in Acht nehmen und seine Zunge vor übler Nachrede bewahren, während diese Warnung bei denen, die fern vom weltlichen Getriebe in ihren Bothe Midraschim sich dem Studium der Thora widmen, überflüssig ist. Durch diese Erklärung wird uns erst die oben erwähnte Midraschstelle recht verständlich. Als der ^>211 in den Straßen der Stadt seinen Ruf in s«8 D"i dd ertönen ließ und während sich Alles um ihn drängte, ihn auch Rabbi Jannai einlud, zu ihm zu kommen, antwortete der Krämer, als er Rabbi Jannai in seinem Gemach mit dem Studium der Thora beschäftigt sah, ganz richtig 1111121 i«bi -pisr u« i«b „Du und Deinesgleichen brauchen dieses Wundermittel nicht." Doch als aber Rabbi Jannai in ihn drang, da zeigte er ihm den Psalmvers m»«i n 21V m«i^> d'8' 211« 8"1 j‘Eii. Nur wer das Leben mit allen seinen Annehmlichkeiten genießen will, der muß das r>i8 -pit^ iwh sehr beachten, bei dem ist diese Warnung angezeigt. Doch bei Personen, wie Rabbi Jannai, war diese gewiß nicht am Platze. Nun mußte auch Rabbi Jannai eingestehen, daß er bisher den eigentlichen Sinn des ThilimverseS nicht verstanden, bis der simple Krämer ihm die Erklärung gegeben, daß die Lehre n cd» «’jddi jjiurji min n«t nur bei dein dh pcm rn»«i der Lust an den Annehmlichkeiten des Lebens hat, am Platze sei, was der Midrasch dnrch die Erzählung der Geschichte Rabbi Jannai's trefflich andeutet. So möge denn der Gedanke, der dieser Betrachtung zu Grunde liegt, von denjenigen beherzigt werden, die bis jetzt von der Leidenschaft des 7-1 \'vb beherrscht waren und die Worte des Pfannsten bewahrheiten 1^12 Dibm w ,-j2 81^2> «j 1121« mi '1« ,'rnb , 1'11J81«2 ii^m Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen Deutschland. Frankfurt a. M., Anfang April. Am vergangenen i8E bv pin« hielt unser hochverehrter Herr Rabbiner Dr. Breuer '"J eine Predigt, die lebhaftesten Beifall und stürmische Begeisterung hervorrief. Wir sind nicht im Stande, die tiefen Gedanken der ganzen Rede auch nur auszugsweise mitzutheilen,

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