Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 29 (13.4.1899)
- Date
- 1899-04-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XL. Jahrg«-. l,|M^''' -T7^ JH *»• Der Israelit. Ein Aenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von Dr. in ALstrrz Do «« erst« g, de« 13. April 56S9 (1899). Leitender Artikel Die üble Nachrede. Eine Betrachtung zum Wochenabschnitte von H. L—r nv»ya ,v>'n pvnn v>'xn 'L 1"NN y,irian min N'NTI rw r-iDO n\-n *1*626 na’BD w nn*m mno n'NL» x *01*0 u^pni» vL»vi aw hh '»«' "n ,n6y ppmx v"n dd vz fxa ,ianb id xn Vx D*n dd piö^> V2 |xd mx xpn ’vdv ICD nab x*2rn *36 “jd m»x fwin xbi -pi* mdx x^ b-a •nrn dm3 na D"n fum trxn tj piaa 6 nxm ,o6n;i x^ nt xipe x*i:p M".n w ba w» n nox ,jno *jjib6 usu rp'xn 'v nrn m ^an xdb» ny v'L»v xn p’H y-rp M"n yiiyan m;n n'nn nxi ‘wik» nx ttto ntra D*n penn .(nai L»ina) y-> DL» x'reia.-i min „Dieses ist die Lehre für den Aussätzigen." So heißt es auch, sagt anknüpfend der Midrasch: „Wer ist der Mann, der das Leben wünscht." Es geschah einmal, daß ein Krämer in den Städten, die nächst der Stadt Zipora, umherzog und die Leute mit dem Rufe: „Wer will ein Heilmittel kaufen, das das Leben verlängert," anzulocken versuchte. Alles drängte sich um ihn, um dieses Lebenselexir zu kaufen. Auch Rabbi Jannai, der in seinem Gemache mit dem Thorastudium sich beschäftigte, hörte seinen Ruf und lud den Krämer mit den Worten ein: „Komme doch zu mir herein." Doch dieser erwiederte: „Du benöthigst dieses Mittel nicht und auch nicht Deinesgleichen". Hierauf bemühte sich Rabbi Jannai zu dem Krämer auf die Straße; da nahm dieser das Buch Thilim und zeigte ihm den Vers: „Wer ist der Mann, der dar Leben wünscht?" und was folgt hierauf? „Bewahre vor Bösem deine Zunge und deine Lippen vor trügerischen I Reden". Hierauf sagte Rabbi Jannai: „Zeit meines Lebens habe ich diesen Vers gelesen und ihn nicht verstanden, bis dieser Krämer gekommen und mir die Worte: „Wer ist der Mann, der das Leben wünscht", kundgegeben." Es warnt daher Moscheh die Israeliten: „Dieses ist die Lehre vom Aussätzigen, die Lehre von dem, der üble Nachrede hält". Das Schwierige dieser Midraschstelle muß Jedöm auffallen und braucht eigentlich nicht erst hervorgehoben zu werden. Der Ausspruch des Rabbi Jannai: „Iw meinem ganzen Leben habe ich diesen VerS gelesen und dessen Erklärung nicht gefunden, bi« endlich dieser herumziehende Krämer durch den Hinweis auf diesen Vers mir dessen Verftändniß brachte", ist unbegreiflich. Warum hat Rabbi Jannai den Sinn dieses ThilimverseS nicht früher erfaßt, und wodurch hat er erst durch den Hinweis des San dessen Erklärung gefunden? In höchst sinnreicher Weife beantwortet diese Frage mein berühmter, unvergeßlicher Lehrer Rabbi Samuel Wolf Schreiber b'm, indem er zuvor auf das Auffallende in dem oben erwähnten Thilimverse D"n penn L"xn >a aufmerksam macht und folgende Frage stellt: „Wo giebt es einen Menschen, dem das kostbare Gut des Lebens zu erlangen, nicht erstrebenswerth wäre? Warum ist die Enthaltung von nn pvbf von der üblen Nachrede, ein Arcanum, ein Wundermittel für die Verlängerung des Lebens, die Erlangung des Wohlstandes und Wohlergehens"? Doch bevor wir an die Beantwortung dieser Fragen und die Erklärung der Eingangs citirten schwierigen Midraschstelle unseres großen Lehrers schreiten, wollen wir vorerst einiges über die Schädlichkeit und das Sündhafte des rn pvb dem geehrten Leser darlegen. Gefährlicher und verabscheuung-würdiger, als die Leidenschaft des Stolze- und des Hochmuthes, ist die dejnn pv6, der üblen Nachrede zum Nachtheile der Mitbrüder und Nebenmenschen, obwohl oft nur der Stolz und der Hochmuth es sind, welche bei vielen Men-