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Der Israelit · 1899-04-10 · Heft 28 (10.4.1899) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 28 (10.4.1899)
Date
1899-04-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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WWWWWWWWWWWWWWM-M' 523 nron, wo er zumeist das Ehrenamt des Vorstandes bekleidete. So war er Vorstand der mw no^n man, wie der n-an N122N, wie auch der nV'ip ni2n. Wie sehr er bei seinen christlichen Mitbürgern in Ansehen stand, dies bezeigt, daß er als Stadtrepräsentant gründendes Mitglied der städtischen Sparkasse und des Casinos war. Die große Trauer, die das Hinscheiden dieses seltenen Mannes allenthalben in unserer Stadt hervorgerufen, zeigte sich am eclatantesten bei seinem Begräbnisse, an welchem außer sämmtlichen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde nahezu die ganze Bevölkerung ohne Unterschied der Consession, der Bürgermeister, die gesammte Stadtrepräsentanz, der Stadthauptmann, der Magistrat und zahlreiche Trauergäste aus Budapest und Umgebung sich betheiligten. Dem tiefen Schmerz über das Hinscheiden dieses edlen Mannes und guten Jehudi gab im Trauerhause der Gemeinderabbiner Dr. Spitzer in einem die Trauerversammlung tief ergreifenden Nachrufe Ausdruck, in welchem er das Lebensbild des Entschlafenen und eine Schilderung von dessen segensreichen Werken entwarf, wodurch alles zu Thränen gerührt wurde. Möge derAllgütige dertrauernden Wittwe und der Familie des Dahingeschievenen seinen göttlichen Trost spenden; das Andenken des Verblichenen wird in seiner Gemeinde, und bei Allen die die Ehre gehabt, ihm im Leben näher zu treten, stets ein gesegnetes sein, n'asun. H. Lö-r. England.? London. Das Krebsspital in der Brompton Road hat für seine jüdischen Insassen die nöthigen Vorkehrungen getroffen, um denselben koschere Nahrung zugängig zu machen. Die Verwaltung dieses Hospitals hat überhaupt den jüdischen Patienten die größte Rücksicht bewiesen. Das Komitee für die Errichtung einer jüdischen Gewerbeschule für verwahrloste Knaben hat von dem zuständigen Ministerium des Innern ein sehr liebenswürdiges Schreiben erhalten, in dem nicht nur der Plan an sich, sondern auch die Details der Errichtung gebilligt werden und die Unterstützung des Staates zngesagt wird. Rumänien. Bukarest, 14. März. Die polizeilichen Nachforschungen und gerichtlichen Untersuchungen gegen die Mitglieder de» hiesigen sozialistischen Arbeiterklubs werden mit großem Eifer fortgesetzt. Doch sind die in Arbeiterkreisen verbreiteten Gerüchte, daß olle fremden Mitglieder dieses Klubs ausgewiesen werden, wohl auf dem im Prinzip bereits gefaßten Beschluß in Betreff der Ausweisung der durch die jüngsten Bauernunruhen kompromittirten fremden Sozialisten zurückzuführen. Den heutigen Zeitungsmeldungen zufolge wird dabei mit einigen nicht naturalisirten Israeliten derAnfang gemacht werden. Wahrscheinlich soll dadurch der Schein erweckt werden, als ob wieder nur die Juden ebenso die Anstifter der Bauernrevolten gewesen seien, wie sie ja auch bekanntlich die Provokateurs der antisemitischen Pöbelexcesse vom Dezember lb97 gewesen sein sollten. Doch sei zur Steuer der Wahrheit bemerkt, daß unter den 1000 Mitgliedern des Bukarefter Sozialisienklubs nur 100 Juden neben 200 Rumänen und 700 fremden Parteigenossen gezählt werden. Die Ausweisungen selbst, deren Umfang sich derzeit noch nicht übersehen läßt, werden allem Anscheine nach zur Verhütung eines bei einer Massenausweisung schwer zu vermeidenden Aufsehen» in der Weise geschehen, daß die betreffenden Personen von der Polizeipräfektur einzeln und mündlich unter Androhung einer sonstigen polizeilichen Abschiebung zum sofortigen Verlassen des rumänischen Gebiete» aufgefordert werden. Amerika.? Cairnda. Die Handelskammer von Quebeck hat Mr. Joseph Montesiore zum Präsidenten erwählt. Der neue Präsident stammt au» einer Familie, die in der Geschichte Quebecks eine große Rolle spielt Sein Großvater war der erste Jude, der sich dort niederließ, sein Vater war ebenfalls Handelskammerpräsident und belgischer Consul. Dieser Abraham Montesiore war besonders für die einwandernden armen Juden thätig, denen er auf seine Kosten einen Schochet engagirte, solange bis die Gemeinde die Ausgaben selber tragen konnte. Der älteste Sohn ist Mr. Joseph Montesiore, der jetzige Handelskammerpräsident, der zweite Sohn, Andrea Montesiore, ist belgischer Consul. Palästina.? Jerusalem. Die energische Haltung de» Konsulat in der Frage des Emwanderungsverbote», scheint bereits ihre Früchte zu tragen. Ein Jude aus Aden, der englischer Unterlhan ist, war von der Polizei verhaftet morden und sollte ausgewiesen werden, weil er nur die Erlaubniß zu dreißigtägigem Aufenthalt erhalten hatte. Der Konsul Dickson erhob nun einen scharfen Protest, verlangte sofortige Freilassung des Verhafteten und einen Tadel gegen die Polizei. In der Thal erhielt er einen Entschuldigungsbcief de» Gouverneurs mit der Anzeige, daß sein Schützling unbelästigt in Palästina weilen dürfe. E« bleibt abzuwarten, wie sich die türkischen Behörden in der Zukunft benehmen werden. mt tfiöifdjE Colins und Me Kunst. München, 3. April. Dain der Ueberschrift genannte, sehr anziehende Thema behandelte jüngst im Literaturverein zu München Herr Fraub erg er, Direktor des Kunstgewerbemuseums in Düsseldorf in höchst fesselnder Weise. Der Redner klärte zunächst die Zuhörer darüber auf, wieso er dazu gekommen sei, sich die Erforschung ja-

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