Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 26-27 (6.4.1899)
- Date
- 1899-04-06
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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11 |j n ii. ,^^MEW«WMWWWM 506 zu finden geneigt sind und dadurch die Ausführung einer guten That mehr schädigen, als sie selber glauben. ES ist die» — wie wir sicher wiffen — auch den hier in Rede stehenden Bestrebungen gegenüber geschehen; und das wird sich wohl auch noch manchmal wiederholen. Dazu gehört weder viel Geist noch großer Muth. Es ist zu hoffen und zu erwarten, daß sich die wackeren Männer, welche die hochwichtige Sache einmal in die Hand genommen haben, sich dadurch nicht in ihrem Streben beirren lasien. Ein zweites, nicht minder erfreuliches Symptom für da» Gelingen des schwierigen Werkes ist der Umstand, daß es ausschließlich Männer aus dem Volke — dto '^2 — sind, welche die Sache in die Hand genomm-n haben. . DK *212 dp 2"ljm2 ^K*nr2 DjnB JTE2 „Wenn in Israel Zügellosigkeit herrscht und das Volk sich selber freiwillig für das Gute weiht, dann „segnet Gott." — Wenn die Unternehmer streng rituell eingerichtete Speisehäuser schaffen wollen, so sind sie ja in hervorragender Weise auf die Mitwirkung der Herren Rabbiner angewiesen, wie das ja auch m dem Aufruf betont ist. Aber die Herren Rabbinen werden sicherer und leichter einer solchen Aufforderung von B'TrT> entsprechen, als umgekehrt. Die energischen, gesinnungstüchtigen gefetzestreuen Rabbiner, die immer und überall mit leuchtendem Beispiel in allem Guten vorangeh« n, sind gewiß selber am meisten beglückt, diesmal dem Rufe zu einer wackeren That zu folgen. Bei der großen Gesammtheit sind thätrge Sympathien für das Unternehmen viel sicherer zu erwarten wenn das ganze lediglich ihren eigenen Intentionen entftammt. Das liegt so auf der Hand, daß es wohl von Niemanden bestritten wird, eine eingehende Begründung kann daher füglich unterbleiben. Am meisten aber erfreut sich der Blick, wenn er die stattlich? Zahl der -tarnen von Männern jedes Standes uni Alters Revue passiren läßt, die sich hier zu eimr rettenden That vereinigt haben. Es sind darunter Namen von überaus gutem Klang, edle Menschen, w ,ck?re Jehudim, nüchterne Geschäftsleute, deren Qualität fidem sagt, daß cs kein Phantom rsi, dessin Erreichung solche Männer anftrcben. Das Bedürfnrß dazu muß in hohem Grade vorhanden sein und ebrnso die Möglichkeit ihnen gerecht zu werden, wenn sich Männer, wie die Unterzeichner de» Aufrufs, dafür zufammenthun. Wie jedes aeincirmutzige Unternehmen ist die Wirksamkeit diese» zu konftuuirenden Vereins durch eine möglichste große Mitglrederzahl und ihre rege materielle und ideelle Bctherligung bedingt. Auch dafür bilden die Namen der Unternehmer die denkbar beste Garantie. Sind es doch meistens Männer, welche den großen Theil des Jahres selbst aus Reisen sind und somit die beste Gelegenheit haben, Gestnnungsgenoffen und Mitarbeiter zu werben. Dieser Reiseberuf sorgt auch bei den Unternehmern dafür, daß das Bedürfniß nach zuverlässigen Speisehäusern fortwährend von ihnen selbst lebhaft empfunden und in Folge dessen nichts versäumt wird, ihm möglichst bald Rechnung zu tragen. Die zielbewußte, rührige Propaganda, wie sie bisher betrieben wurde, wird es hoffentlich recht bald ermöglichen, daß der Verein schon mit der nun beginnenden Saison in Wirksamkeit tritt. In dieser E Wartung rufen wir jenem einzelnen der wackeren Männer einen innigen 2211 zu, möge ihnen das 7112: dieser großen niio helfend und fördernd in allen ihren Unternehmungen zur Seite stehen! England. London. Das Komitee für religiöse Erziehung veranstaltete am Mittwoch, den 1. März eine Versammlung, in der feftgestellt wurde, daß das Komitee eine Jahreseinnahme von rund 40 000 Mk. gehabt hat, aber ca. 50O0O Mk. ausgegeben hat, also mit Defizit abschließt. Der Unterricht ist ertheilt worden, abgesehen von dem bei andern Schulen organisirten Religionsunterricht, in einer Sabbatschule, die einen durchschnittlichen Besuch von 1162 Schülern hatte. Vermischtes Berlin, 28. März. Heute traf im Bureau des Deutsch- Israelitischen Geweindebundes ein allerhöchster Erlaß, unterzeichnet vom 13. Februar d. IS., ein, wonach dem Deutsch- JSraelitischen Gemeindebunde die Rechte einer „Juristischen Person" erthcilt werden. Köln. 'Wie man uns mittheilt, hat Herr Adolph Oster aus .Unten das Hotel Landskron in Neuenahr übernommen. Herr Oster hat dasselbe vollständig renovirt, und ist sein Bestreben den Gästen durch streng-religiöse kllrgemäße Küche, und gute Bedienung einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Herr Oster ist in weiteren Kreisen als streng-frommer Mann bekannt. Marktbrcit <*. M In der hiesigen israel. Umerstützungscassa, welche im verflossenen Jahre von 1405 bedürftigen Durchreisenden in Anspruch genommen worden war. betrugen die Einnahmen p. 0. 1162 Mk. 20 Pfg, die Ausgaben dagegen 1132 Mk. 15 Pfg., somit ein Plus, der auf das Jahr 1800 vorgetragen wurde, von Mk. 30,05.— Beiträge hierzu leisten neben einem auswärtigen, 70 Orts- Mitglieder. Droyobitsä». Ter Kolel Galizien für die Armen des heiligen Landes, hatte im rerflossenen Jahre eine Einnahme von 67 642 sl. und eine Allsgabe von 60 353 fl. Tisza Fiired (Eom. Heues). Die hiesige D*t£' rron feierte jüngst zum sechsten Male in glänzender Weise ein DVD D"tpn, an dem sich sowie auch an der rnao rnij/D, eine beträchtliche Anzahl von rmn ’TDidi betheiligten. Herr Oberrabbiner Moses Sofer '"1 und andere O'iQ-p hielten mit großem Beifalle aufgenommene Reden, sowohl Nnnyottf als auch Nrrus. Das Fest dauerte bis zur frühen Morgenstunde. nDtf i2)i.