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Der Israelit · 1899-04-06 · Heft 26-27 (6.4.1899) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 26-27 (6.4.1899)
Date
1899-04-06
Page
– (sequence 18)
Language
German
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m Jahre 1894 mitgetheilt. Es folgt fsdann eine knappe Darstellung der bisherigen Agitation gegen das Schächten im deutschen Reichstage, im Königreich Sachsen, Preußen, Braunschweig und in der Schweiz. Auf die Frage: Ist das Schächten Thierquälerei? folgen die bekannten fachmännischen Gutachten, von welchen die bedeutendsten im Auszuge mitgetheilt werden. Sodann behandelt ein besonderer Abschnitt, die hygienischen Vortheile des SchächtenS, die Anwendung der Schächtverfahrens bei der preußischen Militärverwaltung und das Ganze schließt mit folgenden beherzigenswerthen Sätzen: „Aus dem vorstehenden geht zur Genüge hervor, daß die Agitation gegen das Schächten, als solches unberechtigt ist. Kommen Fehler in der Ausführung vor, so strebe man nach ihrer Beseitigung, mache aber nicht das Gesetz selbst dafür verantwortlich. Man höre daher mit dem Agitiren gegen den, den Juden einmal „gesetzlich heiligen" Ritus auf. Christenthum und Judenthum sind nun einmal wesentlich verschieden von einander und auch Lessings Parabel von den drei Ringen hat nichts dazu beigetragen, sie mit einander zu verschmelzen. Uns Christen ist unsere Religion in erster Linie Glaube, dem Juden ist sie Gesetz und Thun. Bei ihm dreht sich alles um „Erlaubt?, verboten?" Wir dürfen keinen Zwang ausüben, um die Juden an dem zu hindern, was sie nach der Auslegung des Gesetzes für geboten halten. Der anders als mit Waffen des Geistes geführte Kampf gegen religiöse Gebräuche ist immer aussichtslos. Der italienische Arzt Dr. Vincenzi in Saffari hat unlängst in dem Weihwafferkessel einer belebten Kirche eine Menge von Bakterien, auch Diphteriebazillen gefunden. Will man den Gebrauch des Weihwassers verbieten?! Und von den gegen das Schächten erhobenen Beschuldigungen ist doch keine einzige wirklich treffend. Durch unerwiesene Beschuldigungen erbittert man nur, noch mehr durch unerweislich falsche. Jedem Mitmenschen gegenüber sollen wir mit Liebe gepaarte Wahrhaftigkeit belhätigen; auch denen, die nicht unseres Glaubens Genossen sind." AettmtsBrrachrlchterr «nd «Korrespondenzen. Deutschland. Berlin. Dem 30. Bericht der Religionsschule der Israelitischen Synagogen-Gemeinde (Adaß-Jisroel) zu Berlin, (Schuljahr 1d98/99), erstattet vom Dirigenten Dr. Meier Hildesheimer, dem eine Abhandlung „Zum Unterricht in der Bibel" von Dr. I. Wohlgemuth vorangeht, entnehmen wir: Wir dürfen von dem verfloffenen Schuljahr, wie von den meisten vorangegangenen, behaupten, daß das Wesen der Unterrichts, Behandlung des Lehrstoffes und Lehrziel trotz der Veränderungen im Lehrerkollegium und trotz mannigfacher Vertretungen, welche infolge Krankheit mehrerer Kollegen zeitweilig nothwendig gewesen, keine Umgestaltung oder Veränderung gegen die Vorjahre aufzuweisen hat. Eine Vergleichung der erledigten Pensen mit denen früherer Jahre wird die einzelnen kleineren Veränderungen ergeben. Von diesen sei nur die Umgestaltung in dem Lehrplane der ersten Mädchen- und der ersten Knabenklasse hervorgehoben. In beiden haben wir während dieses Wintersemesters, nicht für die Dauer, aber dem augenblicklichen Slande der Klaffen und ihren Bedürfnissen entsprechend, das Lehrziel in den hebräischen Fächern geändert. In der ersten Mädchenklaffe ist der Unterricht in Geschichte und Bibellesen auf zwei Stunden wöchentlich beschränkt und die übrigen vier Stunden auf Pentateuch und hebräische Grammatik verwendet worden; da sich die Schülerinnen dieser Klaffe eine ziemlich vollkommene Geläufigkeit im Uebersetzen aus dem Hebräischen ins Deutsche angeeignet hatten, wollten wir den Versuch machen, ihnen auch die theoretischen Kenntniffe in der Grammatik zu erweitern und zu vertiefen; ein Versuch, der als vollkommen geglückt betrachtet werden kann. — Für die erste Knabenklaffe konnten wir den Unterricht im Talmud für das Wintersemester aus dem obligatorischen Unterricht in den fakultativen verlegen und an Stelle dessen einen, gegenüber den früheren Jahren eingehenderen. Unterricht in den einrichten. Im Uebrigen ist der Lehrplan ziemlich unverändert geblieben. Die Schülerzahl hat sich erfreulicherweise auch in diesem Jahre gehoben. Die Schule wurde von 524 Kindern, (352 Knaben und 172 Mädchen), besucht, welche in 9 Knaben- und fünf Mävchenklaffen, zu denen noch je eine Selekta für Knaben und Mädchen hinzutrat, Unterricht erhielten. Mit ganz besonderer Genugthuung erfüllt uns die Einrichtung der Selekta für Mädchen, da in dieser sich ehemalige Schülerinnen, die z. T. der Schule schon längst entwachsen sind, zum Unterrichte vereinigt haben. Die fakultativen Unterrichte haben sich eines starken Zuspruches durch die Schüler unserer Anstalt erfreut. Der Bar-Mizwah-Unterricht wurde von Dr. M. Hildesheimer, der Mischna- und Talmud-Unterricht von Dr. M. Hildesheimer, theils von Herrn Dr. Ed. Biberfeld, der Raschi-Unterricht von Herrn S. Gans ertheilt. Die Kurse wurden von ca. 85 Kindern besucht. — Auch die Benutzung der Schülerbibliothek machte befriedigende Fortschritte. Paderborn, 2J. März. Die hier bestehende Waisenerziehungsanstalt für Rheinland und West-

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