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Der Israelit · 1899-04-06 · Heft 26-27 (6.4.1899) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 26-27 (6.4.1899)
Date
1899-04-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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MMW 489 feierliche Segensspruch, “pst? 'v, der am Schluffe der Feiertage diesen Spendern e-i> n:ro *:n‘tp rzyz ausgesprochen wird, zeigt, wie sorgsam man darauf zu achten hat, diese Spende zu bringen. Es ist auch ein gutbegründeter Gebrauch, diese t 7^2-Spende, welche an den Besuch des Tempels zu Jerusalem an den drei Festen erinnert, in erster Linie den Armen in Jerusalem zu widmen. Es möge sich kein Gemeindevorsteher für berechtigt halten, die 7^2-Spende aus irgend welchem Grunde anders zu verwenden, als es bis jetzt Gewohnheit in seiner Gemeinde war. Mögen wir das Glück haben, bald in unseren Tagen die eigentliche ri^2-Spende im heiligen Tempel zu Jerusalem wieder darbringen zu können.*) 8. Berlin, 4. April. In dem festlich geschmückten Sitzungssaal des Jüdischen Krankenhauses fand vergangenen Sabbatmittag unter zahlreicher Betheiligung die Feier des 25jährigen Dienstjubiläums des dirigirenden Arztes der inneren Station, Herrn Sanitätsrath Dr. Lazarus statt. Der Vorstand und das ärztliche Personal des Krankenhauses war in corpore erschienen. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde war durch Herrn Geh. Sanitätsrath Boas und Herrn Selmar Solmitz vertreten, von Repräsentanten bemerkten wir die Herren Manheim er, Albert Philipp Meyer, Geheimrath Blumenthal. Außerdem hatten sich viele frühere Assistenten des Jubilars, Vertreterinnen des Vereins jüdischer Krankenpflegerinnen und zahlreiche Gönner und Freunde der Anstalt eingefunden, u. a. Geheimrath Marcufe, Sanitätsrath Wiesenthal. Nach dem Eröffnungsgesange des Chores „Gott grüße Dich" nahm zunächst der Vorsitzende des Krankenhausvorstandes, Stadtverordneter Louis Sachs das Wort und feierte den Tag als eine hervorragende Seltenheit, da es den beiden dirigirenden Aerzten vergönnt gewesen sei, im rüstigsten Mannesalter mit der zuversichtlichen Aussicht auf eine weitere ersprießliche Thätigkeit ihr 25jähriges Amtsjubiläum zu begehen. Alsdann gab er in großen Zügen einen Abriß der Lebensgeschichte des Jubilars. Er gedachte des Eintritts Lazarus' in das Krankenhaus, der zunächst die Stelle Israels, der zur Zeit nach England zum Studium der antiseptischen Methode entsandt war, zu vertreten hatte, des großen Interesses, das Lazarus von Beginn seiner Thätigkeit an dem von Traube eingerichteten „pneumatischen Kabinet" entgegenbrachte, der mühseligen Kämpfe, die Lazarus nach dem Tode Traube's auf dem Gebiete der Pneumato¬ *) Das (5entral-d'omitö in Amsterdam, die Redaction dieses Blattes, Rabbiner Bamberger ’"J in Würzburg, das Hilfscomite in Frankfurt (Rabb. Dr. Breuer ’"J, Dr. Roos) sind gerne bereit die T Mliv-Spende entgegenzunehinen und ihrem Zweck zuzuführen. therapie, auf dem er bald als'Autorität sich erwies, zu bestehen hatte, und feierte die Jahre als Jahre der Arbeit und Mühe, der Pflichttreue und Pflichterfüllung, der Entsagung und Enttäuschung, aber auch der Genugthuung und der Befriedigung. EinrSchatz von Arbeit sei geleistet worden, der sein Füllhorn ausgeschüttet über Tausende, die Hilfe gesucht, und über Tausende, die Hilfe gefunden. Der sehnliche Wunsch des Jubilars nach einem neuen, der Neuzeit entsprechenden Krankenhause sei leider noch unerfüllt, aber der Vorstand des Krankenhauses wiffe sich eins mit dem Jubilar in diesem Ziele. Als sichtbares Zeichen der Anerkennung und des Dankes habe der Vorstand eine „Julius Lazarus Bettstiftung" zu errichten beschlossen, über welche dem Jubilar zeitlebens die Verfügung zustehen soll. Außerdem sei das wohlgelungene Portrait des Jubilars im Sitzungszimmer aufgehängt worden, um auch so noch späten Geschlechtern das Gedächtniß zu bewahren für einen Mann, der sein Bestes für die Anstalt hingegeben. Nachdem die Adresse und die Stiftungsurkunde durch Herrn Hugo Heilmann zur Verlesung gelangt war, gab Herr Sachs zum Schluffe dem Wunsche Ausdruck, den Jubilar noch eine ungezählte Reihe von Jahren weiter wirken zu sehen zur Ehre der Anstalt und für das Wohl der Kranken. In tiefer Rührung dankte Sanitätsrath Lazarus. Er ging auf die Zeit vor 25 Jahren zurück und berichtete, daß es zur Zeit als höchstes Glück galt, am jüdischen Krankenhause, wo Männer wie Traube und Langenbeck wirkten, angestellt zu werden. Er sprach den Wunsch aus, mit dem von humanitärer Gesinnung erfüllten Vorstand des Krankenhauses noch viele Jahre gemeinsam für das Wohl der Anstalt wirken zu können. Im Namen der früheren und der zeitigen Assistenten der Anstalt überbrachte Herr Dr. Löwenmeyer die Glückwünsche und überreichte als Zeichen der Dankbarkeit und der Verehrung dem „gütigen, umsichtsvollen Führer und Lehrer, dem stets bereiten Förderer und Berather" eine von den Assistenten verfaßte wissenschaftliche Festschrift. Nach herzlichen Dankesworten desJubilars nahm als Vertreter der äußeren Abtheilung des Krankenhauses, Herr Profeffor James Israel das Wort. Er gedachte der Entwickelung der langjährigen gemeinsamen Thätigkeit mit Lazarus, die vor ca. 30 Jahren begonnen. Getrennt seien sie zwar marschiert, aber nur, um gemeinsam schlagen zu können; das gemeinsame Ziel sei immer die Hebung der Anstalt in praktischer und wissenschaftlicher Hinsicht gewesen. Er sprach die Hoffnung aus, daß die vielfachen Berührungen immer zahlreicher werden mögen, um die Einheitsbestrebungen der Medizin, soweit es möglich sei, auch an dieser Anstalt zu verkörpern. Auch hier erwiderte der Jubilar sofort und wies darauf hin, wie das Zu-

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