Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-03-23 · Heft 24-25 (23.3.1899) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 24-25 (23.3.1899)
Date
1899-03-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2448977--47970-2498345
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

WWWUW wmm 473 frommen Männer bestehen." Würden wir das beherzigen, dann würden wir nicht so sehr unserer Außenseite halber angeseindet werden, man würde nur an der blühenden Rose sich freuen, und statt Anfeindung und Verleumdung, statt der Versuche, uns immer wieder zurückzudrängen, würden wir frei werden, unsere ursprüngliche Stellung einnehmm, die Stellung als dasjenige Volk, das die höchste Menschenaufgabe in seiner Gesammtheit erfüllt, Gottes Wege zu erforschen und zu wandeln. bxiS" 12 Tim 22 0^ nb'V2 HJ'K T72LNV» TIM ll'2iv N12K2 22 xbx s'^>v2 s2'x „Und wie der Rose Dust nur mit dem Verwelken der Rose schwindet, so wird auch Israel nicht vergehen, so lange es v'2iv anwua naw übt," d. h., wie der Rose eigentlicher, innerer Werth in dem ausströmenden herrlichen Duft besteht, so Israels Werth in der Beobachtung der göttlichen Gebote und in der Ausübung edler Werke. Werke der Liebe und Barmherzigkeit werden allenthalben reichlich durch uns geübt, aber anders verhält es sich mit der Beobachtung der Pflichten unserem Gotte gegenüber. Da zeigen wir mehr die Dornen und wollen andern Dornen gleichen. Warum, so frägt man, sollen wir anders fein, als jene? Ja, wir sollen eben Rosen Hervorbringen, wie eine Rose durch Form, Farbe und Duft Aug und Herz erfreuen, wie eine Rose in einem schönen Garten blühen, als Königin unter den Blumen, zum Stolz und zur Freude des Gärtners, der sie gepflanzt, gehegt und gepflegt hat. Rur dann wird Gott uns schützen vor den Dornen, daß sie uns nicht wehe thun, uns nicht bedrohen in unserer Existenz. Nur dann, wenn wir Ihn erfreuen durch unfern Dust, wird Er, wie einst aus egyptischer Knecht, wenn Gefahr uns droht, uns mit Seines Armes Gewalt derselben entreißen. Möchte durch uns bald die Zeit herbeigeführt werden, von der es heißt: njiewa rr»» bvnitrb bvi rrnx „Ich werde fein, wie Thau dem Volke Israel wie Thau, der die fast welke Blume wieder erfrischt und aufrichtet, „auf daß es wieder aufblühe, wie eine Rose" herrlich an Gestalt, farbenprächtig, herzerfreuend!_ Nmi« jot Urrstchkms -kW StklleiloWkit, fttakfirt o. M. (GeMtsverM pro 1898). Als nach langen und mühseligen Vorbereitungen in einer hier am 1. Mai 1898 abgehaltenen und von circa 60 Personen besuchten Versammlung der V. z. V. g. St. seine Constituirung vollzogen hatte, begegnete unser junger Verein vielfachen Zweifeln an seiner Lebensfähigkeit. Heute, wo wir uns anschicken, über unser erstes Geschäftsjahr, das kaum sechs Monate praktischer Arbeit umfaßt, Rechenschaft abzulegen, dürfen wir freudig konstatiren, daß unser Verein seine Existenzfähigkeit genügend dargethan hat. Die Zweifel, die uns entgegentraten, richteten sich vor allem gegen die Hauptinstitulion unsere- Vereins, gegen unsere Versicherung gegen Stellenlosigkeit. Sowohl von Seiten der Chefs, als auch von Seiten der Gehilfen, wurde die Möglichkeit, die Stellenlosigkeit versicherungstechnisch zu erfassen und das mit ihr verbundene Risiko in Zahlen richtig zum Ausdruck zu bringen, enschieden in Abrede gestellt. Eine ganze Anzahl anderer gegen unseren Verein geltend gemachten Einwände, mögen hier unerwähnt bleiben. Da unsere Vereinskasse Anmeldungen erst per Juli 1898 entgegennahm und § 13 a unserer Satzungen festsetzt, daß Entschädigungen erst nach sechsmonatlicher Mitgliedschaft geleistet werden können, so hatten wir im Berichtsjahr Zahlungen an Stellenlose noch nicht zu leisten. Vorgreifend wollen wir hier anschließen, daß auch in den beiden ersten Monaten des neuen Jahres Zahlungen aus unserer Versicherungskasse noch nicht zu leisten waren. Dies erfreuliche Resultat ist im Wesentlichen zwei verschiedenen Factoren geschuldet. Zunächst ist es der außerordentliche Aufschwung, den Handel und Industrie in Deutschland in den letzten Jahren genommen haben, der veranlaßt, daß die Angestellten, soweit sie einigermaßen brauchbar sind, in ihren Stellungen festgehalten werden, und daß Bewerber verhältnißmäßig leicht neue Stellung finden. Als außerordentlich günstig erwies sich ferner für uns, daß wir der Stellenvermittlung von vornherein die größte Aufmerksamkeit zugewiesen haben. So war es uns möglich, Mitglieder, denen die Stellung gekündigt war, zu placiren, ohne daß sie Ansprüche an unsere Kaffe zu erheben brauchten. Allerdings müssen wir hier hinzufügen, daß die Organisation unserer Stellenvermittlung durchaus noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden kann. Die Schwierigkeiten auf diesem Gebiete sind ebenso groß, als mannigfaltig und Fortschritte nur langsam zu erzielen. Zu unserer großen Freude gelang es uns, mit den die Stellenvermittlung im gleichen Sinne betreibenden Vereinen in Hamburg und Breslau von vornherein ein festes Abkommen zu treffen, wodurch ein fortlaufender Austausch von Vacanzen und Bewerbern ermöglicht wird. Wir dürfen uns der Hoffnung hingeben, daß diese freundschaftlichen Beziehungen sich für die Folge noch vertiefen lassen und so der gemeinsamen guten Sache reiche Früchte tragen werden. Die Hauptsorge und Arbeit des Vorstandes

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.