Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 24-25 (23.3.1899)
- Date
- 1899-03-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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465 zu stellen und gestern Abend im Bahnhofshotel ein Wohlthäügkeitskonzerl veranstaltet, welches in allen Theilen als wohlgelungen bezeichnet werden kann und einen Reinertrag von über 600 Mark zu verzeichnen hatte, die auf dem Gemeindetag als Spende des Synagogenchors überreicht werden sollen. Mülhausen i. E., 17. März. Mit Vergnügen sehe ich in Nr. 22 Ihres geschätzten Blattes eine Notiz über die bei Herrn Jacques May.r am 20. Adar stattgefundene Einweihung einer *!sc min. Doch hat sich der Herr Einsender eines Jrrthums schuldig gemacht, den ich, um der Wahrheit die Ehre zu geben berichtigen muß. Nicht Herr Dr. Schüler, der übrigens auch anwesend war, sondern besten Ehrwürdiger Vater, Herr Rabbiner Schüler au» Bollweiler, hat in 3/4 stündiger, vom Geiste unserer heiligen min durchwehten meisterhaften Rede die Verdienste des Herrn Mayer um unsere heilige Religion, um die Armen im heiligen Lande sowohl wie auch der Einheimischen in schöner und würdiger Weise gefeiert. Selbstverständlich war Herr Rabbiner Schüler in erster Reihe berechtigt, der Feier ihre Weihe zu geben, kommt doch derselbe schon seit ca. 8 Jahren jeden Sonntag zu Herrn Jacques Mayer, woselbst er von 4—6*/2 Uhr Nachmittags Vorträge hält, die zu lauschen, Schreiber dieses und noch einige gute Freunde als einen wahren, seelischen Genuß betrachten. Gebe der Allmächtige, daß uns diese Freude, zu Füßen des Herrn Rabbiner Schüler mm zu hören, noch eine lange lange Reihe von Jahren beschieden sei. H. Bloch Dreyfuß. Meretnsnachrtchlen. München. (Israelitischer Frauen ve re in). Der Jahresbericht für das verflossene Jahr 1898 hebt als schmerzliches Ereigniß das leider zu früh erfolgte Ableben des langjährigen Eassiers Herrn Elias Rosenthal, hervor. Sein Heimgang bedeutet für den Verein einen großen Verlust. Mit seltenem Pflichtgefühl, mit ungewöhnlichem Eifer widmete er sich jederzeit den ihm zum Herzensbedürfniß gewordenen Obliegenheiten des Vereines. Die organisatorischen Einrichtungen, die er traf, und die Pünktlichkeit, mit welcher er alles ausführte, sind und bleiben mustergiltig. so daß ihm für alle Zeiten ein ehrendes Andenken gesichert ist. Um allen Eventualitäten gegenüber den Herrenausschuß vollzählig zu erhalten, beschloß die letzte Generalversammlung eine Mehrung der außerordentlichen Mitglieder. Die Herren: Rabbiner Dr. Werner, Dr. mell. Theilhaber, Tr. meä. Dornberger, Louis Tannhauser, Rentier, Adolf Fränkel, Rentier, Albert Landauer, Rentier, Isidor Reustätter, Rentier, Leo Oppenheim, Rechtsanwalt, Louis Weil, Großhändler haben die auf sie gefallene Wahl in entgegenkommendster Weise angenommen und damit dem Vereine einen Beweis ihrer Sympathie gegeben, wofür sich die Vereinsleitung zu Dank verpflichtet fühlt. Ebenso wird den Herren Aerzten innigster Dank erstattet für ihre unermüdliche und ersprießliche Thätigkeit, womit sie auch in diesem Jahre die Zwecke de- Vereins fördern halfen. Schließlich dankt die Verein-leitung «och den edlen Gebern von Spenden und Legaten, welche dazu beitrugen, den Verein in die angenehme Lage zu versetzen, den stets wachsenden Anforderungen nach Möglichkeit zu genügen. _ Die verstorbenen Eheleute L>am. und Henr. Blum bedachten den Verein mit einem Legate von Mk. 500—, von sonstigen Spendern flössen in 1898 dem Vereine in Legaten Mk. 8246,50 zu, die Mitgliederbeiträge erbrachten Mk. 6793,17. Für Unterstützungen wurden verausgabt.- Für Kranke, Wöchnerinnen. Hcbammenhonorare, Apotheken, ärztlich verordnete Kuren Mk. 4438,29, regelmäßige Monats- resp. Vierteljahrs-Unterstützungen an Kranke. Hochhetagte. mit chronischen Leiden, Gebrechlichkeit u. s. w. Behaftete Mark 4080, Unterstützungen bei besonderen Anlässen Mk. 993, Feiertags-Unterstützungen, resp. Zulagen Mk. 1315, Victualien, Eßbilette. Weine Mark 692.78, Fremden-Unterstützungen Mk. 199,21. Summa Mk. 11718,28. An den Verband für israel. WohlthätigkeitS-Vereine wurden Mk. 200 abgeführt, die Regie erforderte Mk. 616,95. Da- Vereinvermögen weist aus: In Werthpapieren Mk. 77 400, Cassa und Bankguthaben Mk. 215,82. Der Ausschuß für dalaufende Jahr besteht auS: Ten Damen: Frau Rosalie Perle-, Rabbinerswittwe, 1. Vorsteherin, Frau Johanna Kohn. Rentiere, II. Vorsteherin, Frau Rahel Fränkel, Kaufmannsgattin» Frau Henriette Müller, Frau Bernhardine Landauer, BankierSgattin, Frau Rosalie Rau, Justizrathsgattin, Frau Emma Vogel, Kaufmannsgattin. Den Herren: Dr. Adolf Dreh und Dr. Fakob Herzfelder, VereinSärzte, A. Ofner, Rechtsanwalt, Vorsitzender, M. P. Kirchdörffer, Eomm.-R., Eassier, Dr. Eugen Merzbacher, I. Secretär, LouiS Reichenberger, Coinm.-R. und Magistratsrath, Eontrolleur, A. Stern, An tianitätenhändler, II. Secretär. München. (Israelitischer Frommen-Verein) (Etiewrah Kadischal. Im Jahre 1698 flössen dem Verein zu an Schenkungen Mk. 886.10, die Spendensarumlungen innerhalb der Gemeinde ergaben Mk. 682,10, die Beiträge der Mitglieder brachten Mk. 2727,20, die Zinsen audem Vereinsvermögen betrugen Mk. 1584,50. Für Unterstützungen wurden verausgabt: An hiesige Arme in Geld Mk. 1671. in Mazzos Mk. 471,60. An auswärtige Arme Mk. 591,20, Beerdigungskosten und Ge dächtnißlichter Mk. 1248,17, Regie Mk. 225,62. Diverse JahreSgeüalte und Talmud Tora Mk. 2202, Matnas Jad Mk. 85,38, an den Verband für israelit. WohlthätigkeitS Anstalt Mk. 150, Lokalmiethe für Vorträge Mk. 225. Die Beerdigungskosten van 26 unbemittelten Personen erforderten Mk. 1878. Der Ertrag von Sammelbüchsen bei Begräbnissen mit Mk. 534 wurde ausschließlich an Hilfsbeoürftige vertheilt. Der Verein verlor im Jahre 1898 durch Tod, 4 Mitglieder, ausgetreten sind 3 und neu eingetreten li Mitglieder; Ende 1898 zählte der Verein 289 Mitglieder gegen 285 Ende 1897. Das Vereinsvermögen beträgt in Werthpapieren Mk. 45 990, in Baarem Mk. 274,28. Damil der Verein wirksamer als bisher in Zukunft die Ausübung edler Liebes dienste wie Krankenbesuche, Bestattung verstorbener Glaubens - brüder, Tbrilnahme an Gottesdiensten in Trauerhäusern u. s. w. betätigen und ausdehnen kann, sollen die Statuten einer zweckentsprechenden Neuorganisation und umfassenden Ausgestaltung unterzogen werden. Die diesbezüglichen Vorarbeiten wurden von einer Anzahl dem Gesammtwohle sich widmenden Herren in edlem Eifer und hingebungsvoller Schaffensfreude fertig gestellt und wird eine am 3. April ftattfindende außerordentliche Generalversammlung hierüber zu beschließen haben.