Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 22 (16.3.1899)
- Date
- 1899-03-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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425 Lehrer Forchheiiner baldige Genesung senden, damit derselbe noch lange in der hiesig n Gemeinde zum Segen seinen Dienst ausüben kann. WokMs, 11. März. Einem hiesigen jüdischen Mädchen widmen die Tageszeitungen folgenden ehrenden Nachruf: „Anspruch-los wie im Leben, so einfach und bescheiden, bewegte sich gestern Nachmittag ein kleiner Leichenzug nach dem israelitischen Friedhofe, um die sterblichen tleberreste des Fräulein Helme David-Gimbel zu bestatten. Ununterbrochen 48 Jahre hat sie ihren Dienst der Familie Michael Aron hier gewivmet und sich durch Treue, Fleiß und vorzügliche (sharaktereigenschaften die Achtung all derer zu erwerben gewußt, die mit ihr verkehrten. Während ihrer Dienstzeit wurde die Verstorbene für treue Dienstleistungen von weil. Sr. Königlichen Hoheit Ludwig .IV. mit der silbernen Verdienstmedaille, von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Victoria Melitta mit dem goldenen Kreuz und von der hiesigen Bürgermeisterei durch einen Geldbetrag ausgezeichnet. Ein solch seltenes Ereigniß in unserer heutigen Zeit, in welcher die Kämpfe toben zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ehrt sowohl die Herrschaft als auch den Dienstboten, und verdient unsere volle Anerkennung : Oe ft e rr.- U ngar. Monarchie. Wien, 10. März. Die „Gesellschaft für Sammlung und Eonservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums," rvelche trotz ihres noch kurzen Bestandes infolge der den besten Kreisen angehörenden Mitglieder, sowie ihres aus den hervorragendsten Persönlichkeiten bestehenden CuratoriumS mit vollstem Rechte eine besondere Stellung unter den jüdischen Vereinen der Residenz einnimmt, versendet soeben ihren zweiten Jahresbericht, der ein anschauliches Bild über die überaus rege Thätigkeit entfaltet. Ein Großoktav-Bändchen, 69 Seiten stark, enthält den Bericht über die Thätigkeit im Jahre 189/, ferner den Caffa Ausweis für die gleiche Periode, das Verzeichniß der Mitglieder, welches schon ziemlich umfangreich ist, die Namen der Spender und schließlich die wissenschaftliche Beilage: „das Judenthum und die bildenden Künste", Vortrag gebalten in der Gesellschaft am 9. Januar 1898 von Oberrabbiner Dr. Moritz Güd emann. Durch die wortgetreue Wiedergabe dieses hochinteressante», lesenswerrhen Vortrages gestaltet sich dieser Bericht zu einer überaus werthvollen literarischen Bereicherung und kann man der rührigen Gesellschaft für diese Publikation nur Dank in des Wortes vollster Bedeutung sagen. Die Sammlungen des Museums erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit und werden wir in Kurzem des Näheren auf dieselben zurückkommen. Emil Jelinek. Schweiz. Zürich. Dieser Tage wurde ich in dcm Minjan abv rcn» während des Morgengebets auf die Kops-Tefillin eines Herrn aufmerksam gemacht, an welchen auf beiden Seiten die fehlte. Die einen glaubten, wegen der Kleinheit der Tefillin seien die Buchstaben nicht zu erkennen, während andere glaubten sie seien durch langen Gebrauch abgerieben. Eine genaue Untersuchung ergab nun zur allgemeinen Ueberraschung, daß es gar kein rra von twn bv pton, sondern von "p bv pton war. Der Händler gibt an, daß die pbo.i von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. bezogen seien und glaubt sich damit von jeder Verantwortung frei. Wenn das richtig ist, so wird auch Herr Kauffmann die Verantwortung, der ja die p^cn nicht selber angefertigt hat, dem nvw zuerkennen, von dem er ste bezogen hat. Auf diesem bleibt sie in der Thal. Wer garantirt bei einem nwv, der nicht mehr die npin hat, rv nr.ro jtjws uw fpT.e uw dafür, daß die ganze Schrift und sonstige Herstellung mit der Gewissenhaftigkeit geschieht, an der es doch offenbar fehlt, wenn eine solche Verwechslung Vorkommen kann? Der Herr hatte also statt bv pSen »kt bw “p zwei "p de» pbcn. Es wird also wahrscheinlich noch einen zweiten '-nrp geben, der täglich zwei mr br? p^cn legt! Der Fall beweist aufs neue, wie gewiffenlos die Herstellung von Tefillin in gewiffen Fällen betrieben wird und wie nothwendig die Vorsicht beim Ankauf von Tefillin ist, wenn man diese heiligema» richtig erfüllen will. M. Muskat. Zürich. Vor einigen Wochen wurden zwei hiesige Geflügelschächter wegen Uebertretung des Schächtverbots zur Anzeige gebracht und mit einer Polizeistrafe belegt. Dagegen rekurrirteir die Bestraften beim Bezirks-Gericht, welches jedoch die verhängte Strafe bestätigte. Ein Rekurs an das Obergericht kam gestern zur Verhandlung und endete mit Freisprechung ver angeklagten Schächter, da dar Schächt- Verbot resp. die Vorschrift der Betäubung vor dem Halsschnitte nur Schlachtthiere zum Gegenstand hat, worunter Geflügel nicht inbegriffen ist. In demselben Sinne hat schon vor einigen Jahren das Gericht im Kanton Basel entschieden auf Grund eines glänzenden Ptaidoyers des dortigen Fürsprech Feigenwinter, welcher Präcedenzfall auch für die Freisprechung des hiesigen Oöergerichis von Einfluß war. vermischtes. Hannover. Das rühml. bekannte Hotel Falk hier, wurde um den Preis von 190.000 M. an eine hief. Eisen waarenhandlung verkauft nnd hört solches pr. Ende Juni auf zu existiren. Per 1. Juli a. c. eröffnet dessen Ver wandte, Frl. Jette de Bries (langjähre Küchenchefin des Hotels) in nächster Nähe des Bahnhofes ein fcineS, com fortables, streng rituelles Restaurant. Paris. Die Baronin Hirsch hat dem Wiener „Ferien-