Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-03-16 · Heft 22 (16.3.1899) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 22 (16.3.1899)
Date
1899-03-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2448975--47911-2498284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

424 Abende vereinigte ein glänzendes Festsouper die Freunde und Verwandten der Spender, die von Nah und Fern herbeigeeilt waren, im Hause de- Herrn Jacob Wreschner. Bis zum hereinbrechenden Morgen verweilten die Theilnehmer an der gastlichen Tafel, die auch der geistigen Genüsse in Hülle und Fülle bot, denn launige Toaste und musikalische Vorträge wechselten mit scharfsinnigen Talmuddisputationen, in denen Herr Stadtrath Wreschner, der nicht nur ein p'-ix, sondern auch ein pa^ ist, die Aufmerksamkeit der Gäste besonders zu fesseln verstand. Diese herzerfreuende Feier war im wahren Sinne des Wortes eine b» mwc und verdient um so mehr hervorgehoben zu werden, als Frau Rosa Wreschner sich nicht nur darauf beschränkt, in ihrer Gemeinde segensreich zu wirken, ihre Glaubensbrüder in bniv pnx verdanken ihr manche frohe Stunde, denn es erscheint wohl kaum eine Spendenliste Ihres geschätzten Blattes, in der sie nicht ihrer bedrängten Mitbrüder hilfreich gedacht hat. Allerdings darf uns das nicht in Erstaunen setzen bei einer Frau, die wie Frau Rosa Wreschner einer alten Rabbinerfamilie mtotr 2L nm 'd iar«n bvz px:n ~z entstammend, als Gattin eines weit und breit bekannt gewesenen Wohlthäters der Armen, nur in den Pfaden ihrer Vorfahren zu wandeln braucht, um das Muster eines jüdischen Weibes zu sein. Jnowrazlaw. Am 19. v. Mts. feierten der Kaufmann Herr Robert Adrezinki und Frau hier in ihrem Hause die silberne Hochzeit. Beiden wurden mannigfache Ehrungen zu Theil. Es erschien in der Wohnung des Jubelpaares der Vorstand der Synagogen-Gemeinde in Corpore mit den Mitgliedern des Repräsentanten - Kollegiums der jüdischen Gemeinde, Herr Ortsrabbiner Dr. Kohn, sowie eine große Zahl von Freunden und Bekannten, die ihre Glückwünsche darbrachten. Im Namen des Vorstandes der Synagogengemeinde hielt der erste Corporationsvorsteher Herr Stadtrath Kurtzig und der Rabbiner Herr Dr. Kohn Ansprachen. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend waren die Räumlichkeiten des Jubelpaares mit Gratulanten gefüllt. Mühlhausen t. E. Am 20. Adar war es dem in den weitesten Kreisen durch seine Frömmigkeit und große Wohlthätigkeit bekannten Herrn Jacques Meyer vergönnt, einen seiner heißesten Wünsche in Erfüllung gehen zu sehen. Eine min icd, die er auf seine Kosten schreiben ließ, wurde an diesem Tage ihrer Bestimmung übergeben. Zu dieser Festlichkeit hatten sich Hunderte von Herren und Damen eingefunden, auch die Herren Rabbiner Dr. Bamb e rger aus Sennheim, Dr. Wolff aus Colmar, Dr. Cohn au» Basel, Dr. A. Bloch aus Oberehnheim und Dr. Schüler au» Hegenheim, sowie Herr Aron Dur lach, Kaufmann aus Straßj bürg, welcher das Amt eines Vorbeters in würdigster Weise bekleidete. Die Herren Dr. Bamberger, Dr. Schüler und Dr. Cohn hielten längere mit großem Beifalle aufgenommene Reden. Die ganze Feier, die weit über den Rahmen des Gewöhnlichen sich ausgestaltete, war von einer echten n® b» nnoe> durchweht. X. Buttenhaufen, im März. Mißliche Zustände, die hier in der israelitischen Gemeinde herrschen, veranlassen den Artikelschreiber zu folgenden Auslässen : Anfangs Januar dieses Jahres wurde Herr Lehrer Forchheimer von einem heimtückischen Augenübel befallen, was denselben nöthigte, seinen dienstlichen Beruf als Lehrer auf ein viertel Jahr aufzugeben. Die Besetzung der Stelle durch einen israelitischen Hilfslehrer erfolgte nicht; vielmehr versah seither ein protestantischer Lehrer mit Zufriedenheit den elementaren Unterricht. Aber wie steht es mit dem religiösen Unterrichts Von demselben war bisher keine Rede, und kann man sich daher einen Begriff machen, wie unsere Jugend aufwächst. In hiesiger Gemeinde ist man allgemein der berechtigten Ansicht, daß es am Platz gewesen wäre, wenn Herr Rabbiner Laupheimer aus Buchau, dem Buttenhausen zugetheilt ist, seiner Erstling- und Lieblingsgemeinde in dieser langen Zeit beigesprungen wäre. Man war daher freudig berührt, als es hieß, daß die Stelle mit einem israelitischen Lehrer besetzt wird. Der Tag der Indienststellung kam, aber nicht der verheißene Lehrer. Was den Herrn veranlaßte, die Gemeinde weiter im Stiche zu lassen, suchen wir in dem Grund, daß die religiösen Eigenschaften des Herrn Lehrer mit denen der hiesigen Gemeinde nicht im Einklänge stehen dürften. Das hätte nach Ansicht des Schreibers denselben nicht abhalten sollen, der Gemeinde aus ihrer Kalamität zu helfen. Der Herr Lehrer hätte doch mal hierherkommen und sich persönlich von den hiesigen Verhältnissen überzeugen dürfen. Buttenhausen ist nicht so schlimm, als sein Ruf, sonst wäre wohl die Besetzung der Stelle durch einen religiösen Herrn, durch Herrn Oberrabbiner Dr. Kroner aus Stuttgart, welcher vor noch nicht langer Zeit Buttenhausen dienstlich besuchte, nicht gutgeheißen worden. Es ist aber auch zu erwarten, daß die genannte Stelle diesen Uebelständen in Bälde abhilft; wa» von Anfang hätte geschehen können. In verschiedenen israelitischen Nachbargemeinden sind zwei jüdische Lehrer vorhanden, da wäre e» angezeigt gewesen, wenn ein nichtisraelitischer Lehrer für einen solchen die Stelle begleitet hätte, und auf solche Weise wäre der hiesigen Gemeinde geholfen gewesen. Möge aber auch der Allgütige unserem Herrn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.