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Der Israelit · 1899-03-13 · Heft 21 (13.3.1899) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 21 (13.3.1899)
Date
1899-03-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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408 Asitirrr-snachrrchten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 7. Febr. Frau Baronin Clara v. Hirsch in Paris hat zur Erinnerung an ihren hier geborenen Onkel Dr. Salomon Hayum Goldschmidt eine Stiftung unter dem Namen „Goldschmidt-Bischoffsheim'sche Darlehenskasse" errichtet. Die Kasse bezweckt, der Nothlage Hilfsbedürftiger durch Gewährung unverzinslicher Darlehen abzuhelsen, besonders ihnen zu ermöglichen, durch die Ausübung eines ehrenhaften Gewerbes over Berufes den Unterhalt für sich und ihre Familie zu gewinnen. Die Stiftung ist interkonfessionell. Sie ist landesherrlich genehmigt worden und beginnt soeben ihre Wirksamkeit. Die zu gewährenden Darlehen betragen 500 Mk., in Ausnahmefällen können Darlehen bis 800 Mk. bewilligt werden. Letzteren Falles ist jedoch sichere Bürgschaft beizubringen. An der Spitze der Verwaltung steht Herr Stadtrath Gottfried C. Beck als Vorsitzender und Herr Salomon Cahn als stellvertretender Vorsitzender. Außerdem gehören dem Vorstande folgende Herren an: Sanitätsrath Dr. Jak. de Vary, Kaufmann Jul. Schwelm, Kaufmann Emil Stiebel, Kursmakler Heinrich Wisloch, Privatier Dr. Karl B. H. Golvschmidt. Zempelvurg, 10. März. Dieser Tage wurde in weihevoller Weise die Grundsteinlegung der hies. Synagoge vollzogen. Eine zahlreich geladene Festversammlung hatte sich eingefunden, so unter andern das gesammte Magiftratskollegium, an dessen Spitze Bürgermeister Saalmann, der Stadtverordnetenvorsteher, KreiSschulinspector Dr. Steinhardt, die Vorstände der hiesigen jüdischen Veranstaltungen und Vereine und viele Andere. Rabbiner Dr. Schick leitete die Feier durch eine Ansprache ein, in der er zunächst auf die, Bedeutung des heutigen Tages für die jüdische Gemeinde hinwies und sodann die Versammelten, insbesondere die Geladenen begrüßte und dabei die Eintracht hervorhob, die die verschiedenen Confessionen in unserer Stadt für einander beseelt, besonders freudig bemerkte er die so rege Theilnahme des nichtjüdischen Bekenntnisses an der gegenwärtigen Feier. Er verglich dann weiter die Vergangheit mit der Gegenwart bezüglich der Zustände in unserem Staatsleben und deren Rückwirkung auf die Verhältnisse des Judenthums, wie unter dem Szepter der Hohenzollern namentlich unsere engere Heimath immer mehr emporblühe, wie Handel und Wandel immer größer werde und so der Wohlstand des Volles von Tag zu Tag zunehme. „Das sei uns ein Ansporn, in der Treue zu unserem Herrscherhause nicht zu wanken!" Damit schloß er diese Betrachtungen und kam dann auf die wohlthätigen Bestrebungen und religiösen Hebungen in der Synagogengemeinde zu sprechen, die Zeugniß ablegten, von einem hier herrschenden regen Geiste der Nächstenliebe und Gottesfurcht in der Gemeinde. Wir stehen nun vor dem Anfangswerk — der Grundsteinlegung — der neuen Synagoge; 90 Jahre hat uns der alte Tempel zur Verrichtung unserer Andachten gedient und wie Viele sahen nicht mit Wehmuth die morschen Wände unseres bisherigen Gotteshauses in Trümmer zerfallen. — Gebe Gott, daß das neue Werk ohne Unfall vollendet und wir dereinst mit Freuden in den neuen Tempel einziehen können." Nach dieser Ansprache verlas der Vorsteher der Synagogengemeinde die Urkunde, welche die Verhältnisse der Gemeinde klarlegt und woraus besonders hervorzuheben ist, daß Zempelburg z. Zt. 536 jüdische Seelen zählt. Im Verein mit einigen Geldmünzen wurde nun die Urkunde wohlverwahrt eingemauert. Die ersten Hammerschlüge that der Rabbiner Dr. Schick, ihm folgte der Bürgermeister Saalmann, der Stadtverordneten-Vorsteher, Kreisschulinspector Dr. Steinhardt, die Vorsteher der jüdischen Gemeinde, die Baumeister Herren Arndt und Bcedler aus Könitz und zuletzt der Maurerpolier. Mit einem Dank des Vorstehers der Gemeinde, Kaufmann Moritz Brückmann, fand die schöne Feier ihr Ende. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Wien. Das jüdische Volksblatt bringt in seiner Nr. 3 eine interessante Mittheilung aus Lemberg. Das Lemberger statistische Büreau veröffentlicht die Zahl derjenigen, welche in dieser Stadt im Jahre 1898 vom Judenzum Christenthume übertraten. Die Zahl beläuft sich auf 36 Personen, von denen 28 (11 Männer und 9 Frauen) zur römisch-katholischen, 1 zur griechisch-katholischen, 7 (5 Männer und zwei Frauen) zur evangelischen Kirche übergingen. — Wenn man den statistischen Ausführungen des Professor Pilat in Lemberg Glauben beimessen dürfte, läge der Grund der Verarmung Galiziens in der geringeren Sterblichkeit der galizischen Judenschaft, resultirend aus dem sittlicheren Lebenswandel und größeren Enthaltsamkeit derselben. Dieser These zufolge rechnet man den Juden diejenigen Eigenschaften als Verbrechen an, welche man bei anderett Nationen als höchste Errungenschaften bewundert. England. London. Eine interessante Wahl hat kürzlich in Hythe statt gefunden. Es wurde in das englische Unterhaus gewählt Sir Edward Sousson, der Schwiegersohn des Baron Gustav Rothschild, als liberaler Unionist. Sein Gegen-Candidat war Sir Israel

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