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Der Israelit · 1899-03-13 · Heft 21 (13.3.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 21 (13.3.1899)
Date
1899-03-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Hard, ein hervorragender Radikaler, der 1898 Stimmen erzielte, gegen 2425 Stimmen, die auf Soussun fielen. Seltsamer Weise sind beide Candidaten Juden. Es ist dies nicht der erste Fall, daß in England um denselben Sitz im Parlament mehrere Juden sich bewerben, so war Sir Montague's Gegeneandidat in Whihchapel auch ein Jude, nämlich Oberstlieutenant Eowan, und in Dover standen sich Sir Georgi Jeffel und Israel Abrahams gegenüber. Das neu gewählte Unterhausmitglied steht im Alter von 43 Jahren, hat an der Londoner Universität seine Examina gemacht, und ist Kapitän der Middlesex Heomawry Cavabry. Die Familie Soussun führt ihren Stammbaum mit Sicherheit bis auf die Jbn ShoShans von Toledo zurück, die ihrerseits wieder behaupteten vom Hause Davids abzustammen, und zu jeder Zeit haben die Soussun's eifrigen Antheil an den jüdischen Angelegenheiten genommen. Auch Sir Edward Soussun ist Vicepräfident des Jewish-College, der Anglo-Jewish-Association und der Westmünster Fi-ee School und Synagogenältester. Gegenwärtig sitzen im englischen Parlament neun Juden, die höchste bisher erreichte Zahl, und diese Thatsache ist gleich ehrenvoll für die Engländer wie für die englischen Juden. Rußland.? Petersburg Der Senat hat jetzt jede Woche mit Prozessen zu thun, die sich auf das Aufenthaltsrecht der Juden in den kleinen Städten beziehen, welche erst neuerdings das Stadtrecht erhalten haben. Wenn die Juden durch die Verleihung des Stadtrechts an diese Ortschaften nun auch die Berechtigung erworben haben in diesen Plätzen zu wohnen, so legen ihnen jedoch leider sehr viele der Behörden Schwierigkeiten in den Weg. Insbesondere wird ihnen fast regelmäßig der Aufenthalt in den Vorstädten abgeschlagen. Eine große Anzahl von Klagen sind deßwegen beim Senat eingelaufen, und bisher immer zu Gunsten der jüdischen Kläger entschieden worden. — Bei den letzten Preisverleihungen der Universität von Petersburg haben auch eine ganze Anzahl Juden Auszeichnungen erhalten, obwohl sicher es unter russischen Verhältnissen seitens der jüdischen Studenten ganz außergewöhnlichen Leistungen bedarf, um einen Preis zu erwerben. — Aufsehen macht die Bestätigung eines freisprechenden Urtheils des Witebsker Gerichts durch den Senat. Jüdische Angeklagte wurden durch den Advokaten Oskar Grusenberg aus St. Petersburg wirksam vertheidigt und alle Zeugen, sämmtlich Juden, sagten zu ihren Gunsten aus. Der Staatsanwalt griff darauf in seinem Plaidoyer diese jüdischen Zeugen, unter denen sich auch der Rabbiner befand, auf das Gehässigste an, weil sie angeblich zu Gunsten ihrer Glaubensgenossen die Unwahrheit gesagt hätten, und forderte die Geschworenen auf, dieser jüdischen Solidarität zum Trotz, die Angeklagten schuldig zu sprechen. Grusenberg erwiederte in außerordentlich energischer Weise und schonte diesen seltsamen Staatsanwalt sehr wenig. Er erzielte in der That Freisprechung, aber der Staatsanwalt appellirte an den Senat mit der Begründung, daß Grusenberg die Geschworenen durch persönliche Angriffe auf den Staatsanwalt ungebührlich beeinflußt habe. Der Senat hat die Entscheidung des Witebsker Gerichts mit der Motivirung bestätigt, daß Grusenberg nur von seinem guten Rechte Gebrauch gemacht habe, auf den gehässigen Angriff des Staatsanwalts kräftig zu erwiedern. — Es ist interessant, daß die Russen auch in ihren neuen Besitzungen in China ihre judenfeindliche Politik einführen. So ist allen Juden verboten worden, in Port Arthur und Talienwan sich niederzulassen. Dabei befinden sich unter den russischen Besatzungstruppen mehr als 100 jüdische Soldaten, denen es sogar gestattet worden ist, jüdischen Gottesdienst abzuhalten. Amerika. New-Uork, 2<>. Febr. Die Juden New-Porks unterhalten vier große Spitäler. Das Beth Israel Hospital befindet sich in Klein-Jerusalem, das ist jener Stadttheil, in dem das Gros der russischen Juden wohnt. Das Lebanon Hospital befindet sich weit davon entfernt in Morrisianna, eine Schöpfung des Philantropen Herr Jonas Weil, der ein ehemaliges Ursulinerkloster ankaufte, in dessen weiten Räumen jetzt an etwa 100 Patienten der Genesung entgegensehen. Das Montefiore-Heim sollte eigentlich kein Hospital, nur ein Asyl für unheilbare Kranke sein, aber die Heilerfolge, die dieses Institut zu verzeichnen hat, rücken es in die Reihe der Heilanstalten. Dieses Institut nimmt ein Quadratgevierte ein, 130.—131. Str. North-River, und gewährt etwa 300 Unglücklichen Erleichterung quälender Leiden. Der Präsident ist seit Gründung der edle Herr Jakob Schiff, der unseren jungen Männern für ihre Vereinigung ein eigenes Haus letzthin erst schenkte. Das größte ist das Mount Sinai Hospital. Der Präsident der Gesellschaft ist Herr Jsaac Wellach. Er und sein Stab, Männer klaren Kopfes und warmen Herzens, beriefen eine Generalversammlung der beitragenden Mitglieder ein. Die Elite der New- Porker Juden war anwesend. Aus dem Expose des Vorsitzenden seien die wichtigsten Facta entnommen: „Gesammtausgaben des verflossenen Jahres waren 124 388.63 Dollars. 1.33 Dollar per Kops Verpflegungsauslage. Gesammteinnahme 122 902.24

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