Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 20 (9.3.1899)
- Date
- 1899-03-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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3'88 treffen, damit sie bleibe, was sie sein solle: Mittel zum Zweck. Wir beginnen im allgemeinen bei unseren Uebersetzungen mit den wichtigen Gebeten: Schema, Segenssprüche, Tischgebet und Schemona-Esreh. Es werde die Uebersetzung eines kleinen Sätzchens in deutscher Sprache vorgesagt, erläutert und von den Kindern nachgesprochen. Die Wortfolge, welche nach dem hebr. Texte oft einer Umstellung bedürfe, präge sich dem Gedächtniß ein, hierbei erfahre das Kind aber nichts von den Gebilden dir Grammatik, wie Stamm Flexion u. s. w. Dies geschehe erst durch die hebr. Grammatik, deren Unterricht erst frühestens im 3. Schuljahre beginnen könne, nachdem in der deutschen Sprache die verschiedenen Begriffe geistiges Eigenthum der Schüler geworden seien. Vorher könne jedoch auch schon manches Nothwendige dem Schüler geboten werden. Dahin gehören die Leserregeln, die Kenntniß von und rn, des Artikels, die Namen der Buchstaben des '2 '«, auch des mann vn, die Präfixe 0 'b '2 '2 und einige Personalfuffixe, die sich leicht bei den Hauptwörtern ergeben, wie 1 n?‘ dies alles aber ohne gram. Terminologie. Bei der Leselehre sei auf lautreines und lautrichtiges Lesen zu dringen, der Gebrauch des w rre> und n: E sorgfältig zu beachten. Fleißige, lebendige Uebung sei die Hauptsache, nicht Auszählen und Hersagen gelehrt klingender Regeln. Die Mittel- und Oberklaffe werde dann eingeführt in die Kenntniß des Artikels 7'?'* ohne mit der Regel gequält zu werden, wenn der eine oder andere angewendet werde, ferner das "pvnn w. Dieses werde oft mit dem i'2nn r verwechselt; der praktische Lehrer benütze aber gerade diesen Umstand, um Interesse und Leben in die spröde Materie dieses Unterrichtszweiges zu bringen. Beim Zeitworte fasse das Kind iw und 122 von den Zeiten am leichtesten aus wegen der angehängten und Vorgesetzten Bildungs-Buchstaben. Auch unregelmäßige Zeitwörter erkennt es leicht in diesen Zeitformen. Wir müßten uns jedoch begnügen, von ihnen den Wortschatz des Schülers zu bereichern, was als eines der ersten und schönsten Ziele vom Uebersetzungsunterrichte zu bezeichnen sei. Dazu diene ja besonders die Analyse und das freie Abfragen gefundener Vokabeln, nicht aber um ein^Syftem aufzubauen. Der bpiv wra falle dem Kinde als Zeitform schon schwerer, wie ja überhaupt jedes Partizip. Dazu komme noch, daß in der hebr. Sprache die Gegenwart, wie auch das Hauptwort direkt aus dem \ju'2 gebildet werden. Es sei darum gut, diese dreifache Uebersetzungsweise oft zu wiederholen; wie z. B. xen, er heilt, er ist heilend, er ist ein Heilender, ein Arzt. In gleicher Weise werde auch der behandelt. Für den '^'2 der Leideform, ja für den überhaupt, merke man sich, daß das Mittelwort am besten sich dadurch einprägt, daß man die Gegenwart daraus bildet. Erft diese gebe oft für das Kind einen Sinn. iesw kh „er wird gehütet," verstehe das Kind sicher eher als das logisch-komplizirte: „gehütet werden" oder „ein gehütet werdender." Für die Zukunft des byc: empfehlen sich die Worte yoB” 127' ipc im «21 n^p'-Gebet als Musterbeispiele zur Einprägung. Solche Beispiele haften um deswillen besser im Gedächtnis, weil sie einem Texte entnommen sind, der inhaltlich vollkommen bekannt und dem Kinde klar sei. Das Wort als Bestandtheil eines Gedankens, ein Satzes, merke sich leicht, wenn bp und bys2 in dieser Weise durchgenommen, jo sei unter den gegebenen Verhältniffen erreicht, was erreicht werden könne. Weniger Schwierigkeiten dürsten die Fürwörter bieten. Nur verhüte man das mechanische Nacksprechen der verschiedenen Formen, besonders des weiblichen Geschlechts, die nur dem Hebräischen eigen seien. Die Einübung könne dadurch gut erzielt werden, daß der Lehrer die deutschen Sätzchen sage, wonach der Schüler das darin vorkommende Fürwort durch das entsprechende hebräische zu ersetzen habe. Als bestes Hilfsmittel beim Grammatikunterricht bezeichnet Ref. die Wandtafel, weil an ibr der Lehrer alles vorführen, vor den Augen der Schüler entw.ckeln, und genetisch vorführen könne. Grammatik-Bücher seien den Kindern nicht in die Hand zu geben. Das Hebräisch-Schreiben spiele auch in den Grammatik-Unterricht herein. Derselbe habe nach Schreiblese-Methode sofort mit dem Lesenlernen zu beginnen. W'gen ihrer Einfachheit vermögen die Kleinen mit Leichtigkeit Buchstaben zu bilden, der Langeweile der Anfänger werde dadurch vorgebeugt und endlich gewinnt, auch die Lesefertigkeit ganz bedeutend. Beim hebräischen Sprachunterrichte sei aber das Schreiben zur Befestigung der Regeln unerläßlich. Im Anschluß hieran erstattete L. Anfänger— Willmars das Korreferat. Von den ebenfalls au» der Praxis hervorgegangenen und mit vielem Beifall aufgenommenen Ausführungen kann hier auch nur ein Auszug erfolgen. Ref. stellt sich die Aufgabe, über Bedeutung, Stellung, Stoff und Lehrweise des hebräischen Grammatikunterrichts seine Ansichten darzulegen. Wenn auch die Volksschule bei ihrer beschränkten Zeit, ihrer Fülle an Lehrstoff und der verhältnismäßig geringen Geistes, und Fassungskraft des Schülermaterial«j es sich vorsagen müsse, der idealen Bedeutung voll und ganz gerecht zu werden, so biete anderseits die hebräische Grammatik eine solche Fülle von Anregungen, eine solche werthvolle Erleichterung für den Hauptbestandtheil de» Religionunterrichtes — Lesen und