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Der Israelit · 1899-03-09 · Heft 20 (9.3.1899) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 20 (9.3.1899)
Date
1899-03-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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JBei* Israelit. Ceutral-Orgau für das orthodoxe Judenthum. Mlailer für die israel. Schule. 9. Mür, .89«.! WLtzLAyg. WmlLZr m Kr. Ltz. t»* s. IsriMschkl Krhrrrverk!« für das Dalgrelly Kayna. XIX. General-Versammlung. ---- (Schluß.) Mannheimer—Harburg erhielt nun das Wort zur Erstattung seines Vortrages: „Die hebräische Grammatik im Religionsunterrichte/' Die umfassende und in alle Details eingehende Arbeit sei in kurzen Umrissen wiedergegeben. Einleitend bemerkte Res., daß das Thema ein heikles sei, weil bei keinem Unterrichtsgegenstande wie gerade bei der Sprachlehre im allgemeinen die Ansichten über Zweck, Maaß und Ziel auseinander gehen, das Thema sei interessant, und deßhalb dürfe die hebräische Grammatik nicht unterschätzt werden. Es folgte zunächst ein längerer geschichtlicher Rückblick auf die Entwicklung der hebräischen Grammatik im allgemeinen und ihre Würdigung im Judenthum im besonderen, hiernach präzisierte Res. seine Stellung zur hebräischen Grammatik. „Wenn Grammatik überhaupt Mittel zum Zwecke sei, so sei sie dieses nirgends mehr, als bei uns. Sachforschung, nicht Sprachforschung, wäre die Parole im Judenthum, wiewohl Sache und Sprache so nahe Zusammenhängen. Das Thorastudium führe bei uns von jeher unmittelbar in die Sache und so in die Sprache ein. Wir lernen in der heiligen Sprache denken und sprechen, nicht über sie, wir erlangen — wie durch den Anschauungsunterricht in der Muttersprache — erst ein gewisses Sprachgefühl, einen Wort- und Formenschatz, sodann auf analytischem Wege eigentliche Sprachkenntnisse, durch Deduktion, nicht durch Induktion." In dem deutschen Sprachunterricht kämpfe man gegen den Formalismus, gegen das zeit- und geistraubende Regelwerk. Im späteren Leben verlasse man sich in zweifelhaften Fällen auf das Sprachgefühl. Nach „Reines Schuljahren" sei der praktische Zweck des grammatikalischen Unterrichts hinsichtlich ferner Intensität mit den Worten „Schaffung eines Sprachgefühls" bezeichnet. Ebenso babe der hebräische Grammatikunterricht einzig und allein seinen Zweck darin zu erblicken, das bessere Verständnis und die Gründlichkeit beim Uebersetzungsunterrichte anzubahnen. Der hebräische grammatikalische Unterricht in unserer Religionsschule erfahre in dreifacher Hinsicht naturgemäß ganz bedeutende Einschränkungen. 1. Im Bezug auf die Zeit, die dem Religionsunterrichte zugemessen ist; 2. mit Rücksicht darauf, daß die hebräische Sprache für uns sozusagen eine todte ist; 3. hinsichtlich des Alters, in welchem der Schüler sich die Kenntnis dieser ihm nun einmal fremden Sprache erwerben soll. Es dürfe schon als ein günstiges Verhältnis bezeichnet werden, wenn dem Religionsunterrichte wöchentlich acht Stunden zur Verfügung gestellt seien, meist seien es aber kaum sechs, ja oft noch weniger, und während dieser Zeit sollten Hebräisch-, Lesen und Schreiben, Gebet- und Pentateuchübersetzen, systematische Religionrlehre, biblische Geschichte, hebräische Grammatik, Memorieren von Segenssprüchen, u. s. w., endlich wohl auch Geographie von Palästina behandelt werden. Hier heißt es weises Maaß halten und für die hebräische Grammatik eine Stoffauswahl

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