Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 20 (9.3.1899)
- Date
- 1899-03-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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380 Aetkms-nachrrchte» unP Sorrespondenzen. Deutschland. Frankfurt a M., (Rabbi Naphtali Sofer >*7.) AuS Pechy-Neudorf (Ungarn) erhalten wir die erschütternde Kunde von dem Hinscheiden eines Großen und Fürsten in Israel, des pnan m Tan *!CiD mo DWp bv pa pnatn 4ne: 7IV2 *idb lanan ta'Wm Mit dem Dahingeschiedenen, mit welchem Schreiber dieses durch Verwandtschaftsbanden verknüpft, ist einer der wenigen noch existirenden o’^ru, der biederen, großen Männer und Talmudiften der alten Schule, wie sie leider in unsererZeit nurnoch selten anzutreffen sind, dahingegangen. Jeder, dem das Glück zu Theil geworden, ihm im Leben näher zu treten, wird in den Klageruf "iy> vsp n Ton n einstimmen. Sein ganzes Leben war nur der rmajn nun und anan nbvj gewidmet und hatte er für nichts anderes Sinn, als für die Verbreitung von nxm tob. Selten haben wir einen Mann gesehen, der wie der mc: so viel talmudische Gelehrsamkeit mit grenzenloser Bescheidenheit vereinigte; er betrachtete seine Thoragelehrsamkeit nicht als nz bimnb ms» wie so viele seiner modernen Zeitgenoffen. Rabbi Naftali Sofer b«, der ein hohes Alter erreichte und Q'mvb anp gewesen, war geboren zu Preßburg als der Sohn des großen Talmudgelehrten bi ibid bttnt n nras und war der Bruder des rühmlichst bekannten Verfassers des tip^r wpb\ des Pasker Rabbiners sinom niD pton am n tob, wie auch des ungefähr vor 12 Jahren dahingeschiedenen berühmten Rabbiners der Budapester mn Tvw-Gemeinde bvf tob nm mo pnxn pttsn am em fron cm ’jne ied lanorr bvz. Rabbi Naftali Sofer war ungefähr drei Dezenten Rabbiner in der in der Nähe Preßburg's gelegenen Gemeinde Karlburg. Durch die Nähe seines Rabbinatssitzes zu seiner Vaterstadt, war er ein oft und gern gesehener Gast in Preßburg, wo er seine zahlreichen Verwandten besuchte, auch im regen persönlichen Verkehr stand mit dem seligen Preßburger Rabbiner, Rabbi Samuel Wolf Schreiber und den anderen zahlreichen mir, *», die ihn alle besonders wegen seiner mpix und rwpa b^bwi dvz verehrten und hochschätzten. Vor etwa zehn Jahren wurde Rabbi Naphtali nach Pechy-Neudorf als Rabbiner berufen, in welcher Gemeinde er seit dieser Zeit segensreich wirkte. Wie in seiner frühren Gemeinde Karlburg, war er auch dort hocheachtet und verehrt, und war nicht nur der Rabiner, sondern auch der treue Berather und der helfende Freund seiner Gemeindemitglieder. Die Wohlthaten, die er jederzeit an seinen armen Verwandten, wie auch an Fremden auSgeübt, sind unzählige und haben diese sein ganzes Vermögen und Einkommen beinah verschlungen, so daß er selbst fast Mangel leiden mußte. Der Dahingeschiedene war ein ausgezeichneter ftsn- und athmeten seine jwh und o’-rtcn, die er auch in seinen Werken tob veröffentlichte, nur e^r nxm im, sie wirkten aneifernd und begeisternd auf seine Zuhrörer, da sie in Wahrheit a^n hx b'bjmi zbi p D'xjT’n onan gewesen. Sein Hinscheiden ist ein unersetzlicher Verlust für toro* ba und können wir mit Recht ausrufen: pam bv bin pronwa. Wir schließen mit dem Wunsche, daß uns der Allgütige von derartigen Verlusten ferner bewahren möge. JT3X3T H. L . . . r. O e ft e rr.- U n g a r. Monarchie. Paks, 15. Schewat. Am Vorabend von nenn BBB>a -iw, fand in den Kreisen der D'Dan vvobn eine seltene Feier, ein d?d über ganz B-r, statt. Diesem wohnten auch zwei fremde Rabbiner an; so der Rabbi aus Tisza-Füred und der Rabbi aus DerecSka. Bei der m»B hielt der hiesige Rabbi mma pnan ie’d prbot eine großartige mm, ebenso auch die beiden Rabbinen. An dem Mahle nahmen alle Mitglieder der Gemeinde und zahlreiche fremde Gäste theil. ES war im strengsten Sinne der Wortes eine nirw bm mm D. A. England.? London. Die hiesige Gemeinde befindet sich in einem lebhaften Zwiespalt, der durch da» Vorgehen Lord Rothschild» gegen die Chedorim hervorgerufen ist. Bei dieser Gelegenheit zeigt sich, wie groß der Zwiespalt zwischen den englischen Juden des Westends und den russischen Juden des Ostends klafft. Eine große Versammlung, die von Alfred L. Cohen einberufen war, um eine Deputat on zu wählen, welche Lord Rothschild empfangen wollte, verlief so stürmisch, daß keine Wahlen vorgenommen werden konnten. All die Eltern der Kinder, welche die große Fceischule besuchen, erklärten, daß sie sich den Eingriff Lord Rothschilds, wie aller englischen Juden in die religiöse Erziehung ihrer Kinder verbieten müßten. Bei aller Anerkennung für den guten Willen des LordS herrsche doch ein tiefes Mißtrauen gegen die religiöse Gesinnung und das jüdische Wissen der Lehrer an der Freischule. Alle Redner stimmten darin überein, daß sie den Unterricht in jüdischer Religion, besonders aber in Hebräisch, wie er an der Fceischule gehandhabt wird, für durchaus ungenügend und nicht einmal verbefferungsfähig erklärten, weil die Lehrer selbst ein durchaus ungenügende» Wissen besäßen, deßhalb sei das Cheder unentbehrlich und die eingewanderten russischen Juden, welche ihre Kinder zu guten Jehudim erziehen wollten, könnten