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Der Israelit · 1899-03-09 · Heft 20 (9.3.1899) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 20 (9.3.1899)
Date
1899-03-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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378 Euere geistvolle Darstellung des Gegenstandes dar, die mir so geläufig war, als ob ich sie erst jetzt aus Euerem Munde gehört Hütte. Dieser Umstand entschied über meine Zukunft. Die Gemeinde kam mir mit großer Liebe und Hochachtung entgegen und der reichste Mann in Jaffa, Rabbi Moses Saffun, erwählte mich zu seinem Schwiegersöhne. Ich trat in das Geschäft meines Schwiegervaters ein, das nach seinem Tode ganz in meine Hand überging. Der Himmel hat meine Ehe mit vier Söhnen und zwei Töchtern gesegnet. Es fehlte nichts §u meinem Glück als die innere Seelenruhe, die mir der fortwährende Gedanke an Euch verscheuchte. — Es war vor drei Jahren am Sabbat Parschat Bamibar. Ich studierte am Sabbat-Nachmittag das heilige Soharbuch zu dieser Sidra und traf dabei aus einen merkwürdigen Ausspruch, den ich in früheren Jahren von Euch erwähnen hörte. Derselbe lautet: „Es ist ein Geheimniß Gottes, daß es Sünden giebt, die nicht gesühnt werden, bis der Mensch von der Welt scheidet, denn so ist es gesagt: Diese Sünde wird Euch nicht gesühnt, bis daß ihr sterben werdet. Weiht sich aber Jemand selber dem sicheren Tode und übergiebt sein Leben dem Jenseits, so ist es, als sei er von dieser Welt geschieden; über einen solchen erbarmt sich der Heilige, gesegnet sei Er, mit Recht, um ihm seine Schuld zu sühnen." „Ich erinnere mich ganz sicher, aus Euerem Munde diesen Soharspruch gehört zu haben, und wie Ihr das Glück desjenigen prieset, der einmal in die Lage käme, sein Leben Gott hinzugeben, ihm werde dafür jede Schuld ganz verziehen, vorausgesetzt, daß derselbe sonst als Gerechter lebt.*) Seitdem habe j *) In dem nach dem Tode R. Jesajas veröffentlichten Hauptwerke unseres Helven, „im Schelab", findet sich S. | ich darüber nachgedacht, wie es, falls mir Gott die Gnade gewährt Euch je wiederzusehen, möglich wäre, eine Situation zu schaffen, die Euch sicher glauben läßt, es handele sich darum, das Leben zu verlieren und so Euere Seele Gott hinzugeben. Deßhalb bedrohte ich Euch mit dem Tode, um Euch so der Verzeihung und der Sühne Gottes selbst Euerer Ueberzeugung nach sicher zu wissen. Werdet Ihr mir diese meine Handlungsweise gegen Euch verzeihen?" Rabbi Jesaja traten die Thränen in die Augen. Er erhob sich, warf sich Proßnitzer an die Brust und küßte ihn aus die Stirne. „Du hast weise und edel gehandelt, mein Sohn, und mir endlich die Ruhe und Sühne verschafft, die ich so lange vergeblich gesucht habe. Mögest Du in dieser Zeitlichkeit und für die Ewigkeit die Befriedigung finden, die Deine Weisheit und Güte mir bereitet hat." — — — — — — — — Wir brauchen nicht noch hinzuzufügen, daß Rabbi Jesaja bis nach Verlauf der Sukkot-Tage bei seinem Schüler verblieb und dann die heilige Stadt aufsuchte. Dort vollendete er sein großes Werk „Die beiden Bundestafeln" und erreichte ein Alter von nur sechszig Jahren. Seine Nachkommen führen ihren Stammbaum bis zu diesem ihrem berühmtesten Ahnen zurück. Ihnen hat er sein großes monumentales Werk gewidmet. Aber dasselbe ist heiliges Gemeingut der ganzen Diaspora geworden. Sie nennt ihn nach der Abreoiatur dieses seines Werkes mit dessen Namen „Scheloh" und hat ihm in sinniger Würdigung seines gottgetragenen Lebenswandels den Beinamen „Der Heilige" „Scheloh Hakodausch" stillschweigend zuerkannt. __ Ende. Lt (Amsterdamer Ausgabe) diese Soharstelle und obige Erklärung. Der erscheint wielieitlleh iwetnftl, Montag« und Donnerstag«, jedesmal ix mtxbtjmtft Mßt giow Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirl ganzjahrlich, |att» jährlich »der «ierteyshrvch. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Wer -nchhandel «crJubn tan| Sk. /. Atelxacker, JUfeUt tt. — Inserate 25 Pfennig dir 4 wattige Petitzeile oder deren Raum. Preis der .-Zelle ien Reelmneche» 75 Winmtg. — Dtrecte Franttznsendung unter Streifband pro Jahrgang fftr Deutschland «ck Oesterreich 14 RetchS-Mark »der 8 st. Ssterr., fur'S Ausland IS Reichs-Mark, an die Spedition franee einjnfend«. Gin» «SOfeadmes der o» dde INtoftto» fit»«»fön»*** Mannsertpten stndtt nicht statt, man Hilft df»hoSd stch »»W aSfa «insendnn«fn fit»» Capie znrüdzndehaltfn. Anhalt (ihanplhlatt) Leitender Artikel: Die Chukim (Schluß.) — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. BreSlau. Osirowo. Cassel. Palästina: Jerusalem. — Vermischtes. — Feuilleton: Späte Sühne. (Schluß.) Anhalt der ersten Beilage j Leitender Artikel: Ein Interview über die Juden in West-Indien. — Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Paks. England: London. — Feuilleton: Verkauft, (vorttetzüng.) Pädagogische Beilage: Israelitischer Lehrerverein für das Königreich Bayern. (Schluß.) Inhalt der dritten Beilage: Ereb Peßach am Sabbat. verantwortliche Redsction: OScar Lehmann in Mainz. — Expeditton des „Israelit*, Schottstraße Nr. 2, Mainz Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actten-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen

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