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Der Israelit · 1899-03-09 · Heft 20 (9.3.1899) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 20 (9.3.1899)
Date
1899-03-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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376 des Erwerbs durch Ackerbau und Handwerk zu eröffnen. Wenn das erreicht werden soll und wenn namentlich Kinder armer Eltern vor dem traurigen Lose des Hausierers und Trödlers bewahrt werden sollen, dann bedarf es des Zusammenschluffes der gesammtrn Judenheit Deutschlands, der Mitarbeit oller, dann muß in der israelitischen Landwirthschastsschule in Ablem ein Musterinstitut geschaffen werden, das in absehbarer Seit vorbildlich werden kann, wenn es erforderlich fein sollte, in anderen Theilen unseres Vaterlandes ähnliche Schulen zu errichten. Für uns Juden kann die Unterstützung der Erziehungsanstalt in Ablem eine beherziqungSwerthe Aufgabe der inneren Mission sein. Wie sich im vorigen Jahre aus die Intervention des Herrn Dr. Finkel in Süddeutschland viele Localkomitees gebildet haben, so haben sich auch bei uns eine Anzahl Herren zusammengeschloffen, um freudig mitzuarbeiten an der Ausgestaltung dieser Schule. Es steht zu erwarten, daß die Gemeinden der Provinz diesem Beispiel folgen werden. Man bekommt einen Begriff von ihrer Wirksamkeit, aber auch von ihrer Nothwendigkeit, wenn man erwägt, daß sie mit neun Zöglingen eröffnet wurde und jetzt deren über 80 zählt. 20 Zöglinge sind nach Vollendung ihrer Ausbildung entlassen, davon befinden sich 17 in Deutschland in auskömmlichen Stellungen. Wie verlautet, hat die Synagogen Gemeinde einen Jahresbeitraa von 300 Mark gezeichnet. Ostrowo (Pr. Posen). In unserer Zeit ist jedes Borkommmß, das eine Ehrung eines Juden be eut t, dopp.'lt anzuer kennen. Heute kann ich Ihnen eine Mittheilung machen, die wohl kaum ein Analogon finden dürste. Im Jahre 1884 ist der Rabbiner unserer Gemeinde Dr. Israel Meir Freimann Vn in ein besseres Jenseits eingegangen. Er war der würdige Schwiegersohn des Ältonaer Oberrabbiners -p>* i pwn r*i vT in seinem Wissen, wie in seinem Handeln. In seinem -'.irr -ec hat er sich ein dauerndes Denkinal seines Wiffens gesetzt und in seiner Gemeinde lebt noch heute das Andenken an diesen Großen in Israel fort, als ob er eben erst von uns genommen worden wäre. Von diesem Wirken spricht am beredtesten, daß der hiesige Magistrat beschlossen hat, die Straße zwischen Synagoge und Bet-Hamidrasch „Freimann-Straße" zu nennen. Es n»uß hervorgehoben werden, daß im Magistrat und unter den Stadtverordneten nur wenige Juden sind und die Benennung einer Straße nach einem Rabbiner zugleich eine Ehrung der ganzen Gemeinde bedeutet.? Caffel. Der am 25. Februar in Ridra verstorbene Baron Reuter stammt aus einer alten, deutsch-jüdischen Familie. Sein Großvater Löb Witzenhausen hatte in Hessen-Cassel sich großes Ansehen durch jüdische Gelehrsamkeit erworben, und sein Sohn Samuel, der Vater des letzt verstorbenen Baron j Reuter wurde 1814 Oberrabbiner von Hessen. Sein Sohn. Paul Julius war zuerst im Bankgeschäft seines Onkels Benfiy in Caffel thätig, wurde dann in Berlin Buchhändler, wo er den Rainen Reuter annahm und schuf 1840 sein Depeschenbureau in Aachen. Seitdem er dasselbe 1851 nach London verlegt hatte, entwickelte es sich rasch zu dem ungeheuren Unternehmen, welches 1865 in eine Aktiengesellschaft verwandelt, in Verbindung mit befreundeten, aber kleineren Bureaus in den Hauptkultmstaaten die Telegraphen der ganzen Welt beherrscht. Reuter'S Mutier, Betty geb. Sanders, starb in Halberstadt im Jahre 1858 bei ihrem ältesten Sohne Rabbiner Gerson Josaphat. Reuter war mit Elementine Magnus, der Tochter des Sladtrath Magnus in Berlin verheirathet. Palästina. Jerusalem, im Febr. Vom Eentral-Komitee der vereinigten isr. Aschkenasim-Gemeinden im heil. Lande erhalten wir folgenden Aufruf: „Tie Theurung bat im Lande die Aoth und das Elend in hohem Grade gesteigert. Brot und alte unentbehrlichen Lebensmittel sind im Preise fast auf das Doppelte gestiegen, lausende von armen Aotkilcttenoen '»chen bei uns Hilfe, Ne wir, aller Mittel entblößt, nicht gewahren können. Auch die Peßachtage nahen, wo den Armen mit Mazzokh und sonstigen Bedürfnissen, wenn auch nur tbeilweise, geholfen werden muß: aber unsere Eane ist leer. Wir wenden uns deßhalb an Sie, verehrte Bruder, mit dem Nothruf. Llld u1? mn gebet unö die Möglichkeit, den Armen in einer so schweren Zeit Brot geben zu können. Helfet nach Kräiten und so schnell als möglich. Wer schnell hilfl, bat doppelt geholfen. Vergesset der Notb- und Hungerleidenden, der alten, schwachen Brüder im heil. Lande nickt, und der liebende Vater im Himmel wird Euch die Wohl' that reichlich lohnen. Gest. Gaben beliebe mau an die Vekidim und Amar kalim in Amsterdam zu richten." Wir bitten wiederholt alle Diejenigen, die ihre Liebe für Zion nicht dadurch zu bethätigen suchen, daß sie die Chaluka zu verdächtigen und zu verleumden suchen, ihr Scherstein den hungernden Brüdern zu senden, damit sie das Peßachfeft mit Freude und in Ruhe zu feiern im Stande sind. vermischtes. Berlin. Marz. (55 vaf P ückler in K lein T schirn e.) Auch wegen der zweiten Neoe des Grafen Pückler auS Kl Ts turne, welche die „StaatSb.-chg." am 2. dss. Mts. veröffentlichte, ist gestern von der Kriminal Polizei die betreffende Beilage der Nr. 1"-‘5 deS genannten Bla.leS beschlagnahmt worden. 9Jn hO t« Bll dem Artikel über die Generalverfamm lang unseres Vereins „Adaß-JiSroel" habe ich berichtigend zu bemerken, daß dahier nur eine Schechita eristirt, die unter dem verehr!. Nabbinate und deren Hauptgemeinde steht und zwar ist dieselbe in religiöser Hinsicht aus solcher Höhe, daß uns jede orthodoxe Geineinde darin nicht über ist. Unsere Vitiialkommission beaufsichtigt lediglich in Pri vater Weise einige Megger. A. G r ü n b a u m, Vorstandsmitglied des Vereins .,Adaß Lusroel".

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