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Der Israelit · 1899-03-09 · Heft 20 (9.3.1899) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 20 (9.3.1899)
Date
1899-03-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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372 daran Herzensfreude, Rechtsame und menschenbeglückende Verordnungen knüpfen, verstehen sie, daß aber mit diesem Feste auch c'pr verbunden sind, wie •"sr nxc naa, das verstehen sie nicht. Aber auch Diejenigen, die an der Verbindlichkeit und Heiligkeit auch dieser Gottesgebote keinen Augenblick zweifeln, haben das Recht und die Pflicht zu fragen: rrwn na aarx -rp^x ’n n:ir -a*x cTrersn: B'pnn*. „Was bedeutet die Verknüpfung von Zeugnissen, von Chukim und von Rechtsamen, die der Ewige, unser Gott, euch geboten hat?" Und weil die Frage zunächst an das Peßachopfer mit seinen zahlreichen Chukim anknüpft: nrx naan ra^na -b -ex, so f ühre denn den Frager in das innerste Wesen des Pesachopfers ein und sage ihm: prp*ex -ran nrx p-aea px. Nach dem gottgeweihten Peßachmahl, darf kein Nachtisch von ungeweihten Speisen genossen werden. Peßach und Afikomen! Wodurch unterscheidet sich der eine Genuß von dem andern? Durch die Gottesweihe, durch das religiöse Gebot, das den Genuß weihet und verklärt, veredelt und vergeistigt. — aa ,!?trr awa* ca *aS' a'p'n^n cn *a“.n cntr a ('n * ypn) „Grade sind," so spricht der Prophet Hosea, „die Wege Gottes, die Gerechten schreiten aus ihnen ungehemmt zur Vollkommenheit fort, die Gottlosen aber straucheln auf demselben und fallen." Wie ist das gemeint? fragen unsere Weisen und antworten: n*j:e ataS ^ax nrx an*raa rx 'bxw ans ":a bw ctrn ^a-n a^L" a n*xe aa'b 'baxL' nr na: n^ax cvb nrx* aa 'bvy a ranana: nrax a^ baxa« nr „Denkt euch zwei Männer, die ihre Peßachlämmer am Feuer gebraten haben, aber während der Eine sein Peßachlamm ißt mit dem Bewußtsein, ein GotteSgebot zu erfüllen, ißt es der Andere, um einem Sinnengenuß zu fröhnen. Das sind, äußerlich betrachtet, zwei ganz gleiche Thaten. Und dennoch, wie sehr unterscheiden sie sich von einander durch die Verschiedenheit ihrer Gesinnungen. Während die eine Handlung ihrem Urheber zur Himmelsleiter wird, die ihn weihend zu Gott emporträgt, wird die andere Handlung ihrem Schöpfer zum Steine des Anstoßes, an dem er strauchelt und fällt. Der ungeweihte, wie der geweihte körperliche Genuß, sie sind beide Sinnengenüsse. Und dennoch zieht der eine zur Sünde nieder und der andere erhebt zur lichten Höhe der Tugend. Was zeichnet den einen Genuß vor dem anderen, die eine Freude vor der anderen aus? Nichts anderes als die Weihe, die die c*pn verleihen, die uns selbst im Sinnengenusse zu Gott erheben, die die Menschen zu Gott aufblicken lassen, "pbxn ,nx nnn man Haxselbst wenn sie essen und trinken, und dieser weihevolle Aufblick adelt den Genuß und schützt vor Ausschreitung und thierischer Gesunkenheit. Die Freuden unb Genüsse des Lebens, o, sie sind menschlich schön und beglückend, wenn über sie die Weihe der Religion in der himmlischen Gestalt der Chukim ausgegossen ist: sie sind gefährlich und führen in die Tiefe, wenn sie dieser Weihe beraubt sind. Die Religion Israels ist nicht lediglich eine Religion des Beihauses; sie beschränkt sich nicht auf die engbegrenzten Stunden der Andacht, sondern sie ist der Engel, der in den Familienhäusern schützend und schirmend weilet, ihre Freuden weihet und läutert, das sittliche Bewußtsein siärkt und die Moral kräftigt, vor Versuchung schützt und vor Verderbniß schirmt. naa und prp/ax! welche Gegensätze! Dort reine, geläuterte und beglückende Freuden, hier weihelose und daher thierische Genüsse, deren Bodensatz bittere Reue, deren Folgen Erniedrigung und Herabwürdigung sind. Und deßhalb beantwortet sich die Frage: Was bedeuten die Chukim in der Religion und im Leben Israels? am Besten mit den Worten -ns pvcaa px prp-ax naan. Man dürfe nach geweihten Genüssen keine ungeweihten 511 sich nehmen, sie weihen und läutern und verklären die Genüsse und Freuden des Lebens, sie beben sie aus der Reihe gemeiner, thierischer Genüsie heraus und verklären sie zu tugendhaften Handlungen. Was ist ein Feiertag? Ein durch die Weihe der Chukim ausgezeichneter Tag. Wäre er auch sonst der größte, der hervorragendste Tag des Jahres und spräche er nicht zu uns mit dem Munde der Chukim: nn nw cvn nr „das ist der Tag, den Gott zum Feste eingesetzt hat'" fürwahr wir würden mit Rufus fragen a*eva ena „Was hat der eine Tag voraus vor anderen Tagen?" Was versetzt uns in die verklärende, erhebende Feststimmung? Was berührt die Saiten unseres Herzens so hochstimmend'? Was erhebt und was bewegt uns so feierlich, daß unsere Seele aufjubelt: Diesen Tag hat Gott gemacht, lasset uns jubeln mit ihm und uns freuen an ihm? Es ist die Sprache der Chukinr, die zu unserem Herzen dringt, die uns erzählen von der Liebe und Treue Gottes, von der Größe Seiner Minder, die Er in unserer Geschichte gethan, von der Gnade, die Er auch uns erweiset.

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