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Der Israelit · 1899-03-09 · Heft 20 (9.3.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 20 (9.3.1899)
Date
1899-03-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XL. Jahrgang. i »o Der Israelit. Gin AenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum Begründet von Dr. Xe&ttmnn in Mains Donnerstag, den 9. März SÜSS (1SSS). Leitender Artikel. Die (Lhukim. Eine Peßnchfest-Betrachtung. Von Rabbiner Dr. B. Artedrnann, Berlin. (Schluß.) Die Religion Israels nennt sich bezeichnender Weise nicht Glaube, sondern nmn, Lehre. Wir nennen sie: mm, die Lehre Gottes, nax mm, die Lehre der Wahrheit, ^vn rr.m, die Lehre der Liebe und ne» rnrn, die Lehre Moscheh's. nr»v mm rai naj» „Gedenket der Lehre meines Dieners Moscheh", schärft uns der Prophet Maleachi im Namen Gottes ein. Das bedeutet, daß die Religion Israels auf Lehre und Erkenntniß, auf Wissen und Erkennen sich gründet, daß sie den Geist erleuchtet, wie sie das Herz erwärmt, ma n ms» zb 'nntya cto’ "i npc n? im» „Sind die Befehle des Ewigen grade und herzerfreuend, so ist doch das Gottesgebot auch lauter und erleuchtet die Augen." Nicht nur das Herz wird von der Religion Israels erwärmt, auch der Geist wird von ihr erleuchtet; sie ist nicht nur Glaube, sondern auch Wissenschaft. Die Wärme des Glaubens und das Licht der Wissenschaft, sie entströmen beide dem Borne der Thora. Und wenn der jüdische Geist im Allgemeinen als ein scharfer und in die Tiefe gehender sich bewährt hat, so dankt er diesen Vorzug der ausgezeichneten Schulung seiner Thora. Deshalb nennt auch die Mischnah das Forschen in der Thora, die erste und stärkste Säule der sittlichen Welt, und deshalb lassen die Weisen der Talmud Gott also sprechen: nts» to um »m* my wtor „Nicht das ist das Schlimmste, daß Israel zeitweilig von mir läßt, sondern das ist es, daß es meine Thora mißachtet; wüßten sie meine Thora nach Gebühr zu würdigen, gewiß, diese würde sie immer und immer wieder mächtig anziehen und zu mir zurückführen." Und in der That wäre die Thora der Stolz und die Freude, die Wonne und das Glück Israels, so es sie nach Gebühr zu würdigen wüßte, so es in seine herrliche Thora sich vertiefte und sich sagte: „Ja, wo giebt es ein großes Volk, das solche Satzungen und Rechte besitzt, Satzungen und Rechte, die so gerecht, so billig, so beglückend und erfreuend sind, wie diese ganze Thora es ist, die ich euch heute vorlege?" „Wenn bei dir ein Fremdling weilet in eurem Lande, so drücket ihn nicht; wie der Eingeborene unter euch sei euch der Fremdling, der bei euch weilet, daß du ihn liebst, wie dich selbst, denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Mizrajim; thut nicht Unrecht im Gericht, im Längenmaß, im Gewicht und im Hohlmaß; richtige Waage, richtige Gewichtsteine, richtiges Efa und richtiges Hin sei bei euch. Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch herausgesührt aus dem Lande Mizrajim." Diese und ähnliche herzerfreuenden Religionsgesetze knüpfen sich zunächst an das Peßachfest, dann aber auch an andere Feste Israels. Wie schön gehen die ms» und die D’t2E&», die geschichtlichen Zeugnisse und die menschenbeglückenden Rechtsamen Hand in Hand in der Thora Israels! Allein zwischen beiden stehen auch andere Gottesgebote: die trpn, das sind solche Gottesgebote, von denen r,an sagt: nx pra zb'.vn mm» fwnw 'tb na tr oya nai nxr. m»n na -zxb, daß nicht nur die Gegner von außerhalb, sondern auch die Zweifelsucht innerhalb Israels mit ihnen rechnen und fragen: „Was sind das für Gottesgebote und was mag deren Grund sein?" Daß das Peßachfest als ein Denkmal, als ein unvergänglicher Zeugniß der unendlichen Gnade Gottes von Israel gefeiert wird, daß sich

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