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Der Israelit · 1899-03-06 · Heft 19 (6.3.1899) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 19 (6.3.1899)
Date
1899-03-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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360 hängig und verpflichtet ihn zur Eingehung des Cvlibats! Das sind sehr betrübende Symptome für Zustände und Verhältnisse, die durch und durch faul und unhaltbar sind- O e ft e r r.- U n g a^r. Monarchie. Pesth. (Die Organisation der orthodoxen Judenschaft.) Am 7. und 8. v. M. tagte hier eine Conferenz der orthodoxen Judenheit. an welcher die orthodoxen Rabbiner, beziehungsweise Ober-Rabbiner von Budapest, Großwardein, Hußt, SzatmLr, Kiräly - Helmecz, Käschau, Nagy-Karoly, Deutsch-Kreuz, Nagy-Szöllös, Sürospatak, Papa, Raab, Nyir-Mäda und Waitzen, sowie drei weltliche Mitglieder theilnahmen. Wie die „Allg. Jüd. Ztg." meldet, befaßte sich die Versammluug mit der schon lange acuten Frage der Ergänzung der orthodoxjüdischen Organisation, welche nunmehr ernstlich in Angriff genommen werden soll. Ferner beschloß die Conferenz, die Stelle eines Vicepräsidenlen der orthodox-jüdischen „Centralkanzlei" zu creiren, welch' letztere bekanntlich das vermittelnde und repräsentirende Forum zwischen der orthodoxen Judenschaft und der Regierung bildet. Zugleich wurde ein aus sechs Ober-Rabbinern und fünf Laien bestehendes Candidationskomitee gewählt, auf dessen Vorschlag hin die Wahl des Vicepräsidenten ehebaldigft zu erfolgen hat. P a l ä st i n a. Dafev. Unseren bisherigen Kaimakam (Kreisvorfteher), Selim Malki Effendi, einen syrischen Christen, hat. vor etlichen Wochen ein Schlaganfall getroffen, der seinem Leben ein Ende machte, und kam an dessen Stelle, Ali Rassih Bay, als Kaimakam hierher. Derselbe ein Türke von Geburt, ist ein seelenguter Mensch und besonders uns Juden gegenüber legt er ein großes Wohlwollen an den Tag. — Die Trace der zu bauenden Eisenbahnlinie Akko-Damascus ist schon abgesteckt und wird dieselbe über Liberias (rrse) führen. Man hofft jedoch hier, es werde noch möglich sein, die Regierung zu bewegen, daß sie diese Bahnlinie über unsere Stadt, die heute 17000 Einwohner und einen blühenden Handel hat, führen lassen werde. — Vor Kurzem hat der bekannte italienische Schriftsteller und Sanseritforscher, Graf Angelo de Gubcrnatis, unser Städtchen und auch die benachbarte Colonie „Rosch Pinah" besucht und erkundigte er sich in beiden Orten nach der Lage der Juden daselbst. Hier wurde ihm auch das von einem jüdischen Gelehrten herausgegebene Werk „Geschichte der Juden des osmanischen Reiches" als Andenken überreicht. UPetfonafiert. Miesenbach «Württemberg). 'i 12p niMö rm Es gestel dem Gebieter über Leben und Tod, feinen treuen Diener Herrn Moses Strauß, das Oberhaupt der hies. Gemeinde, von dieser Welt in ein besseres Jenseits abju rufen, na nptt'12 Mit einem Kuffe des Himmels, wie unser Lehrer Moses, starb er: ohne TodeSkamvf, sanft und still, hauchte er, ns 1 'n DV2 int Alter von nahezu 7t> Jahren, seine reine Seele ans. Ter Verstorbene war im wahren Sinne des Wortes ein Tom vjy. In der Alls Übung der M myo fanv er seinen höchsten Lebensgenuß nnd war nanieutlich sein streben, sein -ziel, '1 nN 1222 utudi UUD. Die Klagen und Bitten der Armen tmd Be dürftigen fanden bei Unn kein verschlossenes Oßr; er gab oft und gern. Viele Thräneu des Kummers hat er im Stillen getrocknet, Wohlthätigkeit ">122 geübt- >2 O'i'pO 3"212 ni“Ttp Die Rämne der hiesigen Synagoge bezeugen ihm, wie pünktlich und gewissenhaft er die Aemter eines Niipi nisn 2p2 bekleidet hat. Rührend war eS anznsehen, sogar in seinen AlterStagen, wie er den 2"' 2ip 1p 2iyö steheitd verbrachte und aus der ganzen Tiefe seines GemütheS, milder ganzen Innigkeit seiner Gefühle, s ä m m t liche niisn vortrug. Zu den!2'2i,1 'p'ILO mußten wir ihn zählen, wegen seiner belehrenden lip'l^-Vorträge. Wohl nöthigte ihn sein Beruf, seine meiste Lebenszeit unter Nichtjehudim zuzubringen, trotzdem legte er sich alle Entbehrungen auf, um die vorgcschriebenen Speifegesetze streng zu beobachten. Sogar als er zur Erhaltung seiner schwindenden Kräfte guten Weines bedurfte, war er ein □.3" Dnoa m?j. Möge ’"t£M den Hinterbliebenen seinen reichen Irost spenden. irmsiE mj’ 2nih«’ rosno iiu rr2L»n. M. E ohn, Lehrer. Oerinisctffes. Ahlem Regiertlilgspräsidelit v. Braudenstein besuchte dieser Tage in Begleitung des OberregierungSraths v. Funck und deS NegieruugSraths Meyer die israelitische Erziehungs anstalt in Ahlem, welche die Herren einer zweiuündigen Besichtigung unterzogen. Sie svracheu sich anerkennend über die Einrichtttng der Anstalt, über die dort herrschende Zucht und Ordnung, sowie über die einfache Erziehungsweise und die Leistungen der Zöglinge aus: nicht minder erklärten sie ihre Zustimmung und das Wohlwollen der Regierung für die Bestrebungen, jüdische Knaben vom Kleinhandel abzu lenken und sie der Landwirthschaft und dem Gartenbau zuzuführen. Budapest. Se. Mai. Kaiser König Franz Joseph wird, wie die Tagesblätter melden den gelehrten Ober rabbiner der Bester israelit. Religionsgemeinde, Dr. Sam. Kohn, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste, zum Magnatenhausmitglied ernennen. — Sr. Maj. hat dem Budavester öffentlichen ordentlichen Universitätsprofessor Dr. Gustav Schwarz, dein einzigen jüdischen ordentlichen Universitätsprofessor in Budapest für Jurisprudenz und Sraatswissenschaft, sowie dem Reichs tagsabgeorduetcn und ordentlichen UniversitätSprofessor Dr. Arnim Reumann in Anerkennung ihrer auf dem Gebiete der Eesetzesvorbereitung geleisteten hervorragenden Dienste den königlich ungarischen Hofrathstitel, dem pensionirten Steuereinnehmer Emil Appel in Anerkennung feiner vieljährigen treuen und eifrigen Dienste, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen.

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