Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1899)
- Date
- 1899-03-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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MMWMWWMWWW - --- y■ ...,j jnjij' mW>M 856 auch der immerwährende Lenker und Leiter des Weltalls ist, und der durch seinen Schutz und seine steten Fürsorge die Menschenkinder, insbesondere sein Volk Israel, beglückt. Dieser Glaube an das fortwährende Walten des Weltenschöpfers und dessen stete Fürsorge für sein Schöpfungswerk, hat sich am glänzendsten bei den Israeliten nach dem Auszuge aus Mizraim Angesichts des Meeres bewährt. Denn so lange sie in Mizraim waren, haben sie trotz der vielen Wunderthaten, die ihnen Gott durch Moses gezeigt, nicht an Gatt geglaubt, weil sie gedacht, daß Moses diese Wunder aus eigenem Willen und eigener Macht vollzogen. Erst beim Anblick des Meeres, als sich dessen Wogen vor Israel theilten, heißt es: nay roeai wnirc Und sie glaubten an den Ewigen und an seinen Diener Moses, erst dann stimmten sie den Lobgesang an nwx* 'bx m „Dieser ist mein Gott, ihn will ich rühmen". Nachdem sie die für den Ungläubigsten sichtbaren Wunderthaten Gottes am Meere gesehen, da sangen sie gleichsam mit den Fingern hindeutend, dieser ist mein Gott, ihn will ich rühmen, da sie so handgreiflich seinen Schutz und seine Hilfe sahen und fühlten, und dadurch zur festesten Ueberzeugung gelangten, daß nur Gott allein der Leiter und Lenker aller menschlichen Geschicke sei und ohne seinen Willen nichts geschehe, ihnen auch keine Hilfe kommen konnte. Dieses ist also der Grund, daß der Monat den Vorzug genoß, der erste aller Monate zu sein, weil in diesem Monat die Erlösung Israels aus der Knechtschaft in Mizraim erfolgte und dieses das r;c r, die Theilung des Meeres gesehen, wodurch es zum festen Glauben an die fortwährende nnirn gelangte. Durch diese Erklärung wird erst die oben angeführte Midraschstelle verständlich: Teen nratw: wß bzpz wen trrnr» „Wer den Monat jedesmal bei seinem Eingänge segnet, hat gleichsam das Antlitz Gottes erschaut. Durch diese Benediktion zeigt jeder, daß er an eine beständig waltende Vorsehung glaubt und in allen Wechselfällen und Ereignissen des Lebens, Gott als den Urheber sieht. Darum heißt es hinweisend t?~nn czb mn. Dieser Monat sei Euch der Anfang aller Monate, weil dieser sozusagen das ungläubige Israel mit dem Finger zum Glauben hingewiesen und er an diesem Monat mit den Augen das wunderbare Walten und die Allmacht Gottes und die unaufhörliche Fürsorge des Schöpfers für sein Volk Israel gesehen. So möge denn der Gedanke, welcher der nenc tr-nnn zu Grunde liegt, uns beseelen, ermuthigen und trösten, wenn unsere zahlreichen Feinde zum Angriffe gegen uns sich erheben; mögen wir dann nur unsere Hoffnung setzen in den beständigen Beschützer und Beschirmer Israels, von dem eS heißt: xb v sw 'rbr:' *ey rx *rc\ H. L . . . r. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Berlin, lieber „Britische und Ausländische Bibelgesellschaft" schreibt die ..Kreuz-Zeitung," welche über diese Gegenstände besonders gut informirt zu sein pflegt, folgendes: „Vielen Lesern dürfte eS von Interesse sein, zu erfahren, daß eine große englische Judenmission beschlossen hat, unter den Inden der ganzen Wett Nene Testamente im Jargon Dialekt (deutsch-polnisch mit hebräischen Buchstaben) in etwa 50<> 000 Exemplaren graiiS vertheilen zu lassen. Diese Te stamente wird die Judenmission von der Britischen nnd Ausländischen Bibelgesellschaft, welche wiederum ihre Berliner Agentur mit der Herstellung derselben in Deutschland beauftragt hat, beziehen. Dadurch fällt der deutschen In dustrie ein nicht zu unterschätzender Auftrag im Werthe von über Boo noo M. zu, dessen Ausführung etwa 0 Jahre in Anspruch nehmen dürfte, llm denen, welche über Truck Angelegenheiten weniger orientirt sind, ein Bild von dieser Arbeit zil geben, erwähnen wir, daß für die Herstellung dieser Testamente 5 Millionen Bogen Papier im Gewicht von 200 000 Kilo erforderlich sind, und da jeder Bogen auf zwei Flächen (jede Fläche zu je 02 Textsetten) zu bedrucken ist, so ntüssen IO Millionen Drucke besorgt werden. Das Einbinden der 500 000 Exemplare würde 50 Leute, wenn dieselben ausschließlich hie: an arbeiten, ein volles Jahr bc schäftigen. Eo ist noch wenig bekannt, daß die Britische Bibelgc sellschaft außer den deutschen Bibeln einen großen Dheil ihrer Ausgaben in fremden Sprachen auch für andere Länder iir Deutschland Herstellen läßt: denn von den 425 000 Eren: plaren, welche im Durchschnitt auf das Jahr für die ge nannte Gesellschaft in Deutschland gedruckt werden, g ht mehr als die Hälfte nach anderen Ländern. Erst voxwenigen Wochen hat eine Leipziger Buchdruckerei für die Agentur der Bibelgesellschaft in Alexandrien einen Auftrag auf 5000 Aethiovische Testamente bekommen; ebenso sind die kaschgarnche Evangelien, leine türkische Mundart), welche vergegenwärtig in Berlin weilende Missionar Johannes Ave tavanians übersetzt 1}at, von dieser Gesellschaft in Deutschland hergestellt worden. Alle diese Arbeiten iverden natürlich durch Vermittelung der Berliner Agentur, welche die ganze Verantwortung für die richtige Ausführung zu tragen hat. besorgt, woraus zu erkennen ist, daß das hiesige Bibel-Depot der britischen Bibelgesellschaft nicht allein eine MissionsaWeit in Deutsch land verrichtet, sondern auch als ein wichtiges Produktron-- jcn turnt für andere Länder zu betrachten ist." Man schüttelt erstaunt den Kops über diese Unsummen, welche beweisen, mit welch hohem Werth die englische Jndenmijsion jede Jndenseele tai irt, sogar noch vor der Taufe! Dabei kann sich auch die größte Verblendung keiner Illusion darüber hingeben, daß nicht stimmtliche Leser dieser 500,000 Exemplare des Neuen Testamentes im Jargon-Dialekt deshalb sofort für das Christenthum gewonnen sind. Der große Theil dieser Schriften wird wie die meisten Missions-Traktätchen gar nicht gelesen. Aber selbst bei 4>en Lesern ist bei dem klaren Blick und scharfen Urtheil der russischen Juden, die den Jargon sprechen, wenig Garantie vorhanden, daß diese Lektüre viel