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Der Israelit · 1899-03-06 · Heft 19 (6.3.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 19 (6.3.1899)
Date
1899-03-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 1» Der Israelit. Ein Genlrat-Hrgan für das orthodore IudenIHum. Begründet von Dr. in ttttttnf. montan, de« 6. März 5659 (1899). Leitender Artikel Das Walle« der Mltltzeu Klorsehiins. Eine Betrachtung zu Paraschath Hachaudesch. Der Glaube an eine göttliche Vorsehung, die die Geschicke jede- Menschen lenkt und leitet, der Glaube an eine niian nnnn, daß der Schöpfer des Weltalls keinen Augenblick die Welt dein Zufall überläßt, sondern mwna nirya twi bv bzi :aiBa bhtid, sein Schöpfungswerk täglich, ja stündlich erneuert; der Glaube endlich, daß ohne den Willen des Allmächtigen nichtin der Welt sich zu vollziehen vermag, bildet ein Hauptfundament der jüdischen Religion, auf welches jeder Jehudi sich zu stützen verpflichtet ist. Nur dieser Glaube ist im Stande, den Menschen in der Zeit der Noth vor Verzweiflung zu retten, ja, nur diese Ueberzeugung, daß die Allmacht gepaart mit Allweisheit, noch heute und immerfort die Geschicke des Weltalls nach seiner weisen Einsicht lenkt, in dessen Macht es liegt, dem Menschen jeden Augenblick sein trauriger Loos zu verbessern, vermag ihm wahre Seelenruhe, Seelenfrieden und Trost zu verleihen, daß er sich nicht dem Zufalle oder einem unabwendbaren Geschicke überantwortet sieht, sondern das erhebende Bewußtsein hat unter dem bewährten Schutze Gottes zu stehen. Dieser Gedanke kommt nach der lichtvollen Erklärung meines berühmten Lehrers Rabbi Samuel Wolf Schreiber i"srr in folgender Midraschstelle auf rrn d zum Ausdrucke: trrrm B>n:nn "paen bz w aaS xh ptpxi two czb nn ,!?x m bto: n;n ty-rnn rre-t nratrn ‘;e nxn 'bsz uon „Dieser Monat soll euch der Anfang sein von allen Monaten." An diesen Bibelvers knüpft der Midrasch folgende Bemerkung: Jeder, der den Monat zur Zeit (bei dessen Beginn) segnet, hat gleichsam das Antlitz der göttlichen Herrlichkeit erschaut, denn es heißt: Dieser Monat sei euch der Anfang aller Monate, und es heißt: Dieser ist mein Gott, Ihn will ich rühmen. Wie wir oben bemerkten, ist es die Pflicht jedes Jehudi an eine rri^n nnjtpn, an eine immerfort waltende Vorsehung des Weltenherrschers zu glauben, ohne dessen Willen und Wissen nichts auf der Welt geschieht und geschehen kann, und ohne dessen Fürsorge und Willen die Welt keinen Bestand hätte und auch keine Veränderung und Neuerung ins Leben treten könnte. Dieser Glaube steht im krassen Gegensätze zu dem Glauben oder richtiger gesagt, Unglauben Vieler, die das st e t i g e, die Ereignisse der Welt, das Schicksal des Menschen bestimmende Walten des Weltenschöpfers leugnen, und der irrigen Meinung sind, daß seitdem Gott die Welt geschaffen. Er diese ihrem Schicksale überlassen und alles von sich selbst seinen Gang gehe, wie es am Anfang vom Schöpfer geschaffen. Wir gläubige Juden glauben aber nicht nur an nana to n, daß durch das Machtwort Gottes der Himmel und alle Heerschaaren geschaffen, sondern auch nvnia na>yo -rar ar bzz ennen, daß Er täglich sein Schöpfungswerk erneuert. Daher sagen wir täglich in unserem Gebete mnxon un*: Gelobt seiest du Ewiger, der Du erschaffest die Lichter, weil Gott selber sozusagen täglich neu erschafft, indem er durch seine immerwährende, unaufhörliche Fürsorge deren Bestand sichert und ermöglicht. Diese Idee liegt auch der tmrn nana zu Grunde. Wir loben und segnen Gott, daß er uns noch immer jeden Mon erneuert, und daß dieser nicht allein dem Urbeginn der Zeit sein Dasein verdankt. Wer also den Monat in diesem Sinne einsegnrt, der bezeugt mit dieser Benediktion, daß er an der fortwährenden «iian rmg>n glaubt, daß alles in der Hand Gottes liegt, welcher nicht nur der Schöpfer, sondern

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