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Der Israelit · 1899-03-02 · Heft 18 (2.3.1899) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 18 (2.3.1899)
Date
1899-03-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Schattenhofer, eintrat. Der „Hopfenbauverein Jmmeldorf" aber besteht erst seit einem Jahre, so daß der „Nürnberger Israelit Stern" mit demselben nie etwas zu thun hatte. Also: „Wozu der Lärm, was steht dem Herrn zu Diensten?" Nun fühlte sich der bereits genannte Herr Abgeordnete Dr. Heim außerdem in der Sitzung vom 25. Febr. des „Bayer. Landtags" bemüßigt, sich neben vielem Anderen über die Firma Hermann Tietz wie folgt auszulaffen: „Bei der Ausschußberathung war ich Derjenige, der Antrag stellte, an Stelle der Erhöhung der Normalanlage eine Umsatzsteuer einzuführen. Der Referent bemerkte, daß dieser Gedanke ursprünglich von ihm angeregt worden sei. Warum hat er oann nicht einen bezüglichen Antrag gestellt? Wenn nur die Verdoppelung der Normalanlage eingetreten wäre, so hätte Herman Tietz lediglich um Mk. 180 mehr bezahlt, und das hätte ihm wohl keinen Augenblick lang Kopfweh gemacht. — „Die hiesige Vereinsbank hat den Checkverkehr mit Tietz aufgegcben, weil sie fortwährend mit ihm Differenzen hatte. Detz und sein Buchhalter waren nicht einmal im Stande, ein Kontokorrent zu prüfen. — Der SieuerauSschuß München hatte das Geschäftshaus Tietz mit Mk. 16 000 eingesteuert. Tietz erhob hingegen Einspruch und es wurde ihm, ohne daß er veranlaßt worden wäre, die Geschäftsbücher vorzulegen, die Steuer auf Mk. 5000 ermäßigt. Es hieß, daß das vom Finanzministerium so angeordnet worden sei. Hingegen erläßt die Firma Hermann Tietz folgende öffentliche Erklärung: „Der Abgeordnete Dr. Heim hat unter dem Schutze der Unverantwortlichkeit seiner Behauptungen in der öffentlichen Sitzung der Abgeordnetenkammer vom 25. ds. behauptet, daß ich mit der Bayer. VereinSbank im Checkoerkehr gestanden bin, daß aber die Differenzen nicht aufgehört, und daß ich fortwährend chicanirt habe, so daß die Bank mit mir abgebrochen, und daß es sich herausgestellt hat, daß ich und mem Buchhalter nicht in der Lage seien, ein Kontokorrent zu prüfen. Demgegenüber erkläre ich, daß lediglich die Thatsache wahr ist, daß ich mit der Bayer. Vereinsbank im Checkoerkehr gestanden bin. Die sämmtlichen übrigen Behauptungen sind grobe Unwahrheiten und gebrauche ich diesen Ausdruck, um Herrn Abgeordneten Dr. Heim zu veranlassen, mich zu verklagen. Ebenso unwahr ist die Behauptung de» Abgeordneten Dr. Heini, daß mir auf Weisung des Finanzministeriums die auferlegte Steuer von Mk. 16 000 lediglich auf Mk. 5000 ermäßigt wurde, ohne daß ich veranlaßt worden wäre, die Geschäftsbücher vorzulegen und ohne daß ich dieselben vorgelegt hätte. Der Gewährsmann des Abgeordnen Dr. Heim, welcher denselben nur unter Verletzung de- Amtsgeheimnisses informiren konnte, hat demselben Unwahres mitgetheilt, wenn nicht der genannte Abgeordnete diese Unwahrheit aus sich selbst geschöpft hat." ES wird sich nun zeigen, in welcher Weise der Abgeordnete Dr. Heim auf diese Abfertigung zu reagiren sich veranlaßt sieht. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Z Prag, 17. Adar. Wenn das Leben uns die Hälfte dessen nur bringen würde, dessen uns der Tod beraubt, es wäre um Israel so arg nicht bestellt. Zu diesem wehmutsvollen Ausrufe veranlaßt uns der Hintritt eines würdigen Mannes. Am caa morgens verschied hier der ziemlich begüterte Kaufmann rrv &b mpo Er war kein Talmudgelehrter, aber doch von denen, die man beklagen muß mit dem Trauerrufe ab) p-nin bv bin front«:! Der auf den Fingern einer Hand zusammen zu zählende Ueberrest Geschäfte treibender Mitglieder unserer Gemeinde, die den trrp na» hallen, hat da einen großen Verlust erlitten, der Mann, der an Werktagen mit unermüdlichem Fleiße arbeitete und sich auch ein ziemliches Vermögen erarbeitete, er heiligte den na» und die nono oa* mit pünktlichster Präcision, während das Geschäft seiner längst in Gon ruhenden Eltern, durch den religiösen Frevelsinn der jetzigen Besitzer rücksichtslos an allen Sabbaten- und Feiertagen, sogar unter der Firma jener frommen Alten, betrieben wird. Der Verblichene hat aber auch Wunderbares geleistet. Kindersegen war ihm versagt gewesen, aber im Vereine mit seiner ihm um 10 Jahre vorausgegangenen Gattin Frau Babie Lasch hatte er ein frühverwaistes Mädchen in sein Haus genommen und es voll und ganz gebilligt, daß dieses Kind eine sehr kostbare Erziehung genos, es gebilligt, daß seine Frau dieses Mädchen mit reicher Mitgift und Aussteuer versehen, und einem anständigen Mann vermählte. Unzählige andere Bräute wurden von ihm und seiner Frau nach Möglichkeit ausgesteuert, feierten in seinem schönen jüdischen Heim ihren schönsten Ehrentag. Wie schön jüdisch war eben dieses Heim bei Lebzeiten seiner Frau! wie wurde da beispielsweise raa n'JK gehalten, wie viele bedeutende unsnb speisten da bei ihm und mit welchem Vergnügen wartete er und seine Frau nicht nur mit der naa sondern auch mit den Gratis-Speisen auf. Wie warm betheiligten sich beide an der Gründung des Vereines „zur Unterstützung armer Rabbinatscondidaten" njrn py. Eine ihnen gehörige Wohnung in der alten Josefftadt beherbergt seit

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