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Der Israelit · 1899-02-27 · Heft 17 (27.2.1899) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 17 (27.2.1899)
Date
1899-02-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XL. Jahrgang. Bella ge n M V! -es „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. lUber den GeschäftSkceis der Palästina-Bank gibt Herr Karl v. d. Heydt (i. F. von der Heydt u. Co.-Berlin) nachstehenden Ausschluß: „Dieses kleine Unternehmen wird, um den missionsfreundlichen Kreisen beiden Konfessionen, die es begründet haben, dienlich zu sein, von meiner Firma verwaltet. Im Aufsichtsrath sind überwiegend Protestanten und zwei katholische Centrums-Abgcordnete. Das Bestreben ist, auf rein geschäftlicher Grundlage tun wirthschaftlichen Verkehr der Deutschen Palästinas mit dem Mutterlande zu fördern. Religiöse oder konfessionelle Ziele sind dem Unternehmen ganz fremd, und auch seinen nationalen Absichten will es nur dadurch dienen, daß es vorsichtige und lohnende Geschäfte macht. Da in Palästina die religiösen Unternehmungen zur Zeit noch die Hauptsache bilden, so ist es nicht zu verwundern, daß die kleine Bank an den protestantischen und katholischen Missionsanstalten und ganz besonders an den reichen italienischen, österreichischen und armenischen Klöstern eine angenehme Kundschaft erworben hat, die Vertrauen zur Bank zeigt, indem sie ihr größere Guthaben anvertraut. Auch (russisch-) jüdische Pilgerkassen haben Einlage gemacht. Sonst arbeitet die Bank in rasch wachsendem Umfang mit deutschen (meist Templer) Kaufleuten, mit jüdischen, syrischen und arabischen Händürn." Wreschen, 21. Febr. Herr Kaufmann David Lewen in Rekla, welcher unter den dortigen Bewohnern persönlich sehr beliebt ist, hat zu wiederholten Malen Beweise geliefert, wie sehr ihm das Allgemeininteresse seiner Mitbürger am Herzen liegt. Wegen seiner Tüchtigkeit ist er auch mit vielen Ehrenämtern betraut. Die Gemeinde Nekla, klein und unbemittelt, entbehrt eines geeigneten Schulhauses. Herr Lewin faßte nun den Entschluß, sich mir den Gemeindeinitgliedern an Se. Majestät den Kaiser zu wenden und um eine Unterstützüng zum Bau der Schule zu bitten. Der Kaiser gewährte ein Gnadengeschenk von 13 500 Mk. In einer Sitzung der Gemeindevertretung stellte unlängst Herr Lewin den Antrag, da die Rachbarkirche ziemlich weit von Rekla liegt, in dem neu zu erbauenden Schulhause auch einen Beisaal einzurichten und hierzu 1000 Mk. unter den Bürgern zu repartieren. Der Vorsitzende sprach sich über den Antrag lobend aus und rühmte öffentlich die Humanität des Herrn Lewin, seinen christlichen Mitbürgern gegenüber. —! Herr Stadtrath W. Jaffö hat bei seiner bevorstehenden Uebersiedclung nach Posen dem Magistrat 2000 Mk. zur Verfügung gestellt, von deren Zinsen am Geburtstage unseres Kaisers die Armen der drei verschiedenen Konfessionen abwechselnd unterstützt werden sollen. Eine gleich große Summe erhielt die israelitische Gemeinde, mit der Bestimmung, die Zinsen des Kapitals am Gründungstage unseres Armen- Unterstützungs-Vereins, 7. Adar, alljährlich an Armen der Gemeinde zu vergeben. Frau Kreisphysikus Dr. Michaelsohn ist in den Vorstand des Vaterländischen Frauen-Zweig-Vereins gewählt worden. Herr Rabbiner Dr. Kömgsbergcr—Pleschen hat im hiesigen Llteratuc- Verein einen beifällig aufgenommenen Vortrag: „Proselyten im Judenthum" gehalten. Insterburg. Der hiesige Kreisrabbiner Dr. Beermann veröffentlicht in den hebräischen Zeitungen eine eindringliche Warnung an die russischjüdischen Brüder nur nach gründlicher Untersuchung ihres Gesundheitszustandes die Auswanderung nach England, Amerika od. a. Ländern anzutreten, da auf den Controllstationen alle Haut- und Augenkranke an der Weiterreise behindert und von dort nach der Heimat zurückgeschickt werden; sodann räth der Aufruf dringlichst vor Benutzung der oft unredlichen Agenten ab und bittet, die Auswanderung — wenn irgendmöglich, nur auf Grund eines ordnungsgemäßen Gouvernementspaffes anzutreten. Da der Herr Kreisrabbiner sich auch privatim an kw: “:r~ wendet, um sie zu eindringlichen Warnrufen in ihren r'bnp diesbez. zu veranlaffen, ist es möglich, daß die leichtsinnige und gefahrvolle Maffenauswanderung aus Rußland etwas nachläßt. Augenblicklich passiren wieder hunderte täglich die Controllstationen, so daß das Elend unsagbar ist. Wir bitten daher auch an dieser Stelle für die Unglücklichen an das Insterburger Kreisrabbinat Spenden zu senden. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Lemberg, 21. Febr. Ein großer Theil der hiesigen Bevölkerung wird seit einigen Wochen durch eine Affaire in Athem gehalten, welche ein trauriges Licht auf die unhaltbaren, für die jüdische Einwohnerschaft geradezu verhängnißvollen Zustände im Lande zu werfen geeignet ist. Eines der bedeutendsten Finanzinstitute, besten Ruf nach außenhin einzig dastand, dein Arm und Reich ihre ganze Habe blindlings anvertrauten, das nebenbei gesagt, bis auf den letzten Bureaudiener „judenrein" ist, sieht sich eines Tages von Tausenden seiner Spareinleger umlagert, die einem plötzlich aufgetauchteu Gerüchte von dem Falliffement dieses Institutes Glauben schenkend, in aller Eile ihr Geld

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