Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1899)
- Date
- 1899-02-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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922 Lächelnd erwtederte Rabbi Seeb: „Ihr seid^ein Schüler, der seinen Lehrer klug macht. Während ich mir angelegen sein ließ Euch unsere Aussprache zu lehren, habe ich ohne es selbst zu wissen, von Euch die Eurige angenommen. Wenn wir noch lange mit einander verkehren, glaube ich noch einmal vor Euerer Weiterreise Euch einen ganzen Chilluk (Disputation) in Euerer Ausdrucksweise abhalten zu können." „Wenn Ihr das wollt, so muß es aber bald geschehen, denn morgen sind die acht Tage verflossen, während welcher ich Euere Gastfreundschaft anzunehmen versprochen habe. Hättet Ihr mich nicht mit so vieler Gastlichkeit und Liebenswürdigkeit überhäuft, ich hätte die Sehnsucht nicht bewältigen können, die mich so nahe am Ziele täglich mehr und mehr nach der heiligen Tempelstätte erfüllt." „Wollt Ihr morgen wirklich Weiterreisen, so macht die ganze Gemeinde mich dafür verantwortlich. Ich hatte mich verpflichtet Euch den Aufenthalt bei mir so behaglich zu gestalten, daß wir alle hofften wenigstens über das Sukkotfest Euch noch hier zurückhalten zu können, aber jetzt, wenn Ihr Euch morgen schon von allen verabschiedet, dann — — „Ich werde mich von Niemanden verabschieden und in aller Frühe incognito ganz allein nach der heiligen Stadt reisen; es sind ja nur wenige Stunden von hier. Der Verkehr zwischen Jaffa und Jerusalem ist zudem ein sehr reger und es ist nicht ausqeschloffen, daß ich bald wieder einmal hierher zurückkomme, und daß Ihr nach Jerusalem kommt." „Ohne Begleitung kann man in hiesi zer Gegend nicht reisen. Eine Bedeckung von einigen handfesten Begleitern ist für die Reise nach Jerusalem immerhin nöthig. Dafür will ich schon sorgen. Wenn Ihr Der -Israelit* erscheint wSeheatlieh Montag* and Donnerstags, jedesmal in mindestens z»ei Voae». Preis pro Vierteljahr bet der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder «iertelfthtlich. »lle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Duchhandet «erkrhrl dnntz E. /• Dtrinacker, DoMatz 16. — Inserate 25 Pfennig die 4 wattige Petitzeile oder deren Raum. Preis dar Zeile tan Rrelamethetl 75 Pfennig. — Directe Francorusendung unter Streifband vro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mart oder 6 st. ssterr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition frane» etnzusenden. «tat *ft«ft*»tt!»i »t« «* Ht HDftit» ttaa*fft«t»tt« «anaseriptea stadst nicht statt, matt »ttttt dsshata, stch »SB «As» «taseadanOta eins Lopte »arüAzadthattea. Andatt <Haaptblatt> Leitender Artikel: Ein Schächtverbot in Wien. — Zeitungsnachrichten u. Corresvondenzen: Deutschland: Berlin. Nürnberg. Frankreich: Paris. — Vermischtes. — Feuilleton: Sväie Sühne. kFortsepung. Aatzatt der **e,»aoe . eimngsnachrichten und Corresronoenzen: Deutschland: Berlin. Wäschen. Insterburg. Oester.-Ungar. Monarchie: Lemberg. Matrersdorf. >'naland: London, "Afrika: Algier. - Vermischtes. «ktra-BeUagea r Spendenverzeichnisse. — ProspectnS der Firma S. Lomnitz, Limburg tLahn). Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hosbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. aber wirklich ohne Wissen der hiesigen Gemeindemitglieder abreisen wollt, so wäre es rathsamer, noch heule abzureisen. Morgen werden die Angesehensten unserer Gemeinde in aller Frühe schon bereit stehen, um Euch das Geleite zu geben; dann ist es um Euer Incognito geschehen." „Ihr habt Recht; ich werde heute Nachmittag weiterziehen, ich bin dann ja noch vor Sonnenuntergang in Jerusalem. Meine Bücher und sonstigen Habseligkeiten sind bereits gepackt, für diese muß ich wohl Kameele zur Beförderung nehmen." „Für das alles laßt mich sorgen. Aber wenn Ihr mein Haus wirklich schon verlassen wollt, so gestattet Ihr wohl, daß ich einmal mit Euch einen Gang durch dasselbe mache. Ihr seid schon eine volle Woche mein Gast und kennt nur die wenigen Räume, in welchen Ihr täglich verkehrt. Ich möchte Euch aber gern alle Räume meines Hauses zeigen, damit Ihr Euch selber überzeugt, daß es mir nicht an Platz fehlt, selbst wenn Ihr mit Eurer ganzen Familie darin Wohnung nehmen wolltet." (Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. Freitag. 3. März, 21. Adar. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 6 Uhr 15 Min. Samstag. 4. März, 22. Adar. 7N2 '2 ,mr\ '3. Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt a. M. 7 Uhr - Min. — Berlin 6 Uhr 29 Min. — München 6 Uhr 42 Min. — Hannover 6 Uhr 44 Min. — Stuttgart 6 Uhr 55 Min. — Prag 6 Uhr 25 Min. — Straßburg 7 Uhr — Min. — Posen 6 Uhr 15 Min. Hierzu drei Beilagen.