Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 14 (15.2.1899)
- Date
- 1899-02-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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248 Rechte, von denen auch die Juden nicht ausgeschloffen sein sollen z. B., daß die Söhne der Lehrer umsonst auf Staatsgymnasien Aufnahme finden. Dieses Privileg findet aber nur aus die jüdischen Lehrer an Gouvernementsschulen Anwendung, das beißt den von der Regierung eingerichteten, von der Koschec-Fleischtaxe erhaltenen Schulen, und sind auch nur diese Lehrer pension-berechtigt, aber natürlich zahlt die Pensionen nicht der vom Staate dafür bestimmte Fond«, sondern wieder die Koscher Fteischsteuer. Die Lehrer an den jüdischen Gcmeindeschulen und den Talmud-Thoraschulen haben kein Anrecht an die durch das neue Gesetz verliehenen Wohlthaterr. In einigen Gouvernements wird übrigens auch noch die Lichtsteuer zur Unterhaltung der Gouv rnementsfchulen erhoben und auch diese ist recht bedeutend. So beträgt sie im Gouvernement Cherson nut seiner armen Bevölkerung 23,000 Rubel und bildet in vielen Gemeinden eine schwere Last sür die armen Juden. Helfingfors, 9. Febr. In Finland besteht noch die Bestimmung, daß Juden, wenn sie heirathen, nicht mehr im Lande bleiben dürfen. Wie seiner Zeit gemeldet wurde, empfahl der Landtag in seiner letzten ordentlichen Session die Aushebung dieser Bestimmung. Ferner empfahlen die Stände, daß einer Jüdin, die einen Juden, der das Aufenthaltsrecht in Finland hat, heirathet, dieselben Rechte zugestanden! werden sollen, wie ihrem Manne; schließlich, daß es Israeliten gestattet sein solle, in denjenigen Ortschaften, die ihnen von der Regierung angewiesen werden, Synagogen zu errichten, an denselben Rabbiner und andere Personen anzustellen. Diese Angelegenheit ist nunmehr an höchster Stelle entschieden worden. Der Senat empfiehlt in Uebereinftimmung mit dem Gutachten des Generalgouoerneurs die Ausarbeitung einer Gesetzvorlage, wonach den Juden gestattet werden soll, sich in Finland aufzuhalten, solange sie mit einem im Kaiserreich ausgefertigten Paß versehen sind. Eigene Synagogen in Finland zu errichten, wird ihnen nicht erlaubt, weil sie im Großfürstenthum keine Immobilien besitzen dürfen, dagegen soll ihnen gestattet werden, dazu geeignete Gebäude zu miethen und in denselben Synagogen einzurichten. — Es ist also nur ein sehr kleiner Fortschritt zu verzeichnen. j Amerika. j New-Nork, 2 Febr. Die „Jewisli tlieological; Association“ hat vor einigen Tagen ihren sechsten, zwei Jahre umfaffenden Rechenschaftsbericht über das hiesige orthodoxe Rabbinerseminar veröffentlicht. Demselben geht ein warmempfundener Nachruf auf den Heimgegangenen Leiter und Förderer der Anstalt Sabbato Morais und eine Darstellung der Trauerkundgebungen voran, welche der Loarä of trustees (Kuratorium) des Seminars, die Mikweh Israel-Gemeinde in Philadelphia, die Gemeinde Scheeris Jisroel in New-Aork, die Vereinigung der orthodoxen Gemeinden Amerikas, der Centralverein amerikanischer Rabbiner, das Lehrerkollegium, die Studircnden des Seminars und endlich Dr. Cyrus Adler in Washington, ein Schüler des Verblichenen, dem Dahingeschiedenen gewidmet haben. Eine gleichfalls dem Andenken Sabbato Morais' gewidmete Arbeit über „Bachja, den jüdischen Thomas a Kempis", von Dr. Jos. H. Hertz, jetzt in Johannesburg, bildet die wissenschaftliche Beilage. Ueber die Leistungen der Präparandie, welche die Schüler, von den jüdischen Elementargegenständen beginnend, bis zu den talmudischen Einführungswiffenschasten vorbildet, berichten Rev. Speaker und Mr. Reich, über die ihnen unterstellten höheren Klaffen die Herren Rev. B. Drachmann und Profeffor Joffe. Im Kaffenrapport werden neben einer Schenkung von 6000 Dollar seitens der Baronin Hirsch zahlreiche Legate ausgeführt. vermischtes. Köln. Das hier erscheinende „ Israelitische Gemeinde - Blatt" will erfahren haben, daß der Borstand die Einführung einer Orgel für die neue ^unagoge einstiminig abgelehnt hat. 0. Mülrrauseu (Ob. Elf), 7. Febr. Für die hiesige vakante Rabbinatsstelle haben sich bis jetzt schon über zehn Kandidaten gemeldet. Es ist dies auch gar nickt zu ver wundern. da das hiesige Rabbinat das einträglichste des ganzen Elsaß ist. Rom- Auf der Ausstellung in Turin haben nickt weniger als 58 Jucken Auszeichnungen erhalten, eine sehr hohe .^ahl, wenn man bedenkt, wie wenig Juden in Italien Paris. Die Landesverbindung der sränzösischen Hand lungöreisenden, deren Ehrenvorsitzender der frühere Minister Brizson bisher war, erklärte ihn in ihrer letzten Jahresversammlung dieses Ehrenamtes für verlustig, weil er im Aufträge der Inden das Wiederaufnahmeverfahren eiuge leitet habe. Dagegen hat die französische Akademie der Wissenschaften Professor Maurice l'evtz vom Eollege de France einstimmig zu ihrem Vizepräsidenten erwählt. Bukarest Hier wurde em jüdisches Gymnasium er vsjnet, die erste Schule dieser Art in unserer Gemeinde. Feuilleton. Späte Sühne. Vou Rodert Häutet«. 14) Nachdruck verböte». XIIL Wenige Tage vor dem Wochetlfeft war Rabbi Jesaja mit seiner Familie und zahlreichen Schülern, die sich von dem Meister nicht trennen wollten, in